
DüsseldorfIrgendwann hat der Mensch aufgehört, aus Feuerstein Pfeilspitzen zu schnitzen und damit angefangen, sich sein Schnitzel beim Fleischer um die Ecke zu kaufen. Fortschritt nennen das die Soziologen. Fortschritt ist nur möglich, wenn der Neander lernt, dass es Besseres gibt. Seit 40.000 Jahren tricksen Manager. Lernen die denn nichts hinzu?
Das ist eine interessante Frage. Schade, dass sie nie gestellt wird. Wenn demnächst zu lesen ist, dass wieder ein Manager zwei Milliarden verzockt, verjubelt oder versenkt hat, dann wird wieder die Moral diskutiert, respektive ihre Absenz im Management. Die interessantere Frage wird so gut wie nie thematisiert. Sind Manager lernfähig?
Es ist schade, dass diese Frage so selten gestellt wird. Schade, aber nützlich. Denn wer sich diese Frage ernsthaft stellt, wird sich schnell fragen müssen, wer denn hier etwas hinzu zu lernen hat. Der Controller eines mittelständischen Unternehmens im Süden Deutschlands stellte sich diese Frage tatsächlich mal aus Anlass der 4,5 Millionen, die ein zockender Geschäftsführer in Osteuropa in den Sand gesetzt hatte.
10 Tipps für den perfekten Chef
Ein perfekter Chef macht Fehler
Jeder Mensch macht Fehler, denn Menschen sind nicht perfekt. Durch diese Eigenschaft werden Menschen überhaupt erst liebenswert. Wichtig ist jedoch, dass wir um unsere Fehler wissen und Wege finden, wie diese Fehler behoben werden können. Fehler, richtig verstanden, führen zu einer Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit und des Unternehmens.
... ist nicht perfekt
Es ist daher verwunderlich, warum immer noch so viele Chefs meinen, dass sie perfekt sind. Eine solch grobe Selbstüberschätzung führt letztlich zu Arroganz und einem Stillstand an Wachstum (sowohl persönlich als auch unternehmerisch).
... verbessert sich ständig
Darin liegt die Größe eines wirklich „perfekten“ Chefs. Er verwendet die Kenntnis seiner Fehler für die persönliche Weiterentwicklung. Gute Führungspersönlichkeiten meinen nicht, „jemand zu sein“, sondern verstehen sich als „jemand, der wird“ und zwar jeden Tag ein wenig mehr.
... ist Menschenfreund
Eine wesentliche Eigenschaft von „perfekten“ Chefs ist, dass sie Menschen mögen. Viele so genannte Führungskräfte mögen aber nicht einmal sich selbst, geschweige denn andere Menschen. Unter solchen Umständen wird Führung nur schwer möglich sein. Um exzellent zu sein, muss man das, was man tut, lieben. Und um exzellent zu führen, muss man Menschen lieben.
... ist Teamplayer
Der „perfekte“ Chef sagt und meint „Wir!“ und nicht „Ich!“ Er ist ein Teamspieler. Im 21. Jahrhundert werden nur Teams gewinnen und nicht Einzelspieler. Die Mondlandung beispielsweise war auch nicht das Werk eines einzelnen Menschen, sondern das mehrerer tausend Ingenieure, auch wenn die visionäre Kraft eines Wernher von Brauns dahinter stand. Aber er hätte es niemals alleine geschafft.
...fordert Menschen
Der „perfekte“ Chef fordert Menschen heraus. Er will Leistung erleben und regt Menschen an, sie zu erbringen. Dabei orientiert er sich nur ungern am Durchschnitt, sondern an Spitzenleistungen. Der „perfekte“ Chef gibt sich nicht mit dem zweitbesten Ergebnis nicht zufrieden.
... ist fachlich selten der Beste
Von dem Gedanken, stets der Beste in allen Bereichen sein zu wollen, müssen sich Führungspersönlichkeiten trennen. Der „perfekte“ Chef konzentriert sich auf seine Stärken und seine Hauptaufgaben.
... verkörpert Werte
Grundvoraussetzung eines „perfekten“ Chefs sind gelebte Werte, die von allen Mitarbeitern als Führungsgrundsätze empfunden werden. Nur so entsteht das viel geforderte Vertrauen.
... ist wirksam
Letztlich geht es um das wesentliche: Der „perfekte“ Chef be-wirkt, dass Menschen Ziele erreichen. Das Wesen guter Führung ist Wirksamkeit.
... ist offen für andere Wirklichkeiten
Meistens halten wir unsere Meinung für die Wahrheit, basierend auf der Wirklichkeit, wie wir sie empfinden. Häufig entspricht unsere Wirklichkeit jedoch nicht der Realität. Der „perfekte“ Chef setzt sich auf den Stuhl des anderen. Wer durch die Augen anderer sieht, entdeckt eine Fülle von Wirklichkeiten.
Quelle: Perspektive Mittelstand
Er rechnete gegen diese Millionen jene „Peanuts“ hoch, die dem Unternehmen in den letzten 20 Jahren durch Bagatelldelikte wie geklaute Packen Kopierpapier, „Schwund“ im Lager, Schlamperei und andere Nickligkeiten verloren gegangen waren und kam auf einen Betrag um die 8 Millionen. Die Lokalzeitung weigerte sich, das zu drucken. Sie schrieb lieber über die Villa des Zockermanagers mit der Begründung, dass die 8 Millionen bloß hochgerechnet seien.
Da hatte sie Recht: Wie groß der Betrag ist, ist allerdings völlig unerheblich. Entscheidend ist allein: Wo liegt, rein moralisch betrachtet, der Unterschied zwischen drei Packungen Kopierpapier und 4,5 Millionen? Fängt Moral erst ab 250.000 Euro an? Oder ab Abteilungsleiterebene? Die bittere Wahrheit lautet: Nicht bloß Manager, sondern wir alle müssten moralisch dazu lernen. Wie gut, dass wir das nicht müssen.
Denn solange wir mit dem Finger auf korrupte Manager zeigen, stellen wir sicher, dass weder wir noch sie was dazulernen. Niemand lernt sonderlich gut, wenn mit dem Finger auf ihn gezeigt wird, wie jeder Grundschullehrer weiß. Was nicht heißt, dass Manager nicht ständig zum Lernen verdonnert würden.

















