Hektik im Job: Stress ist ansteckend

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Hektik im Job: Stress ist ansteckend

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Ruhig bleiben alleine reicht nicht mehr. Denn auch der Stress anderer kann sich auf uns übertragen.

Nicht nur Lachen und Gähnen ist ansteckend - auch Stress ist übertragbar. Das zeigt eine neue Studie des Max-Planck-Instituts.

Der Kollege ist mal wieder gestresst, im Großraumbüro geht es drunter und drüber - und wir sitzen mittendrin. Lange geht das nie gut.

Keine Frage, Stress gilt heute als einer der größten Krankheitsauslöser. Er verursacht psychische Probleme wie Burn-out, Depression oder Angstzustände. Selbst wer sich selber als relativ entspannt einstuft, kommt im Arbeitsleben wie in der Freizeit immer wieder mit Stress in Berührung. Irgendwer um uns herum ist immer gestresst.

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Gefährlich wird das vor allem dann, wenn der Stress chronisch wird. Die Konzentration sinkt, das Immunsystem leidet. Ruhig bleiben, heißt da die Devise - und vom Stress der anderen bloß nicht anstecken lassen.

Aber geht das überhaupt?

Ein Forschungsprojekt des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und der TU Dresden hat sich jetzt mit dieser Frage auseinandergesetzt. Mit erstaunlichem Ergebnis: Stress steckt an.

Um die Auswirkungen von Stress zu testen, brachte die Forscherin Veronika Engert Freiwillige in stressige Situationen. Mal sollten sie Matheaufgaben lösen, mal Vorstellungsgespräche absolvieren. Unabhängige Beobachter sollten ihre Leistung beurteilten. Mit anderen Worten: Die Probanden waren gestresst.

Währenddessen maß Engert den Kortisol-Spiegel der Teilnehmer. Und siehe da: Nur fünf Prozent der Probanden ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Alle anderen zeigten physiologisch messbare Stresssymptome. So weit, so normal.

Schon kurioser war hingegen die Reaktion jener Freiwilligen, die das Geschehen lediglich beobachteten. 26 Prozent von ihnen hatten nach dem Experiment einen deutlich erhöhten Kortisol-Spiegel - obwohl sie selbst keinerlei Stress ausgesetzt waren. Der Effekt war dann besonders stark, wenn den Beobachter und die gestresste Person eine partnerschaftliche Beziehung verband.

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Engert machte die Beobachtung sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Obwohl sich die Frauen vorab eher mitfühlend eingestuft hatten als ihre männlichen Kollegen, reagierten beide in gleichem Maße mit empathischem Stress. Wohlgemerkt: Der Effekt funktionierte sogar dann, wenn der Stresstest nur auf einem Bildschirm gezeigt wurde.

Und hier verbirgt sich nach Aussage von Veronika Engert auch eine echte Gefahr: Selbst Fernsehsendungen, die den Zuschauer mit dem Leid anderer konfrontieren, können den Stress auf ihn übertragen können. Engert: "Stress hat ein enormes Ansteckungspotential."

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