Home Office: Wie soll Heimarbeit in der Industrie funktionieren?

Home Office: Wie soll Heimarbeit in der Industrie funktionieren?

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Home Office in der Autobranche - Zustimmung und Sorgenfalten.

Der Trend zur Heimarbeit hält an - davon bleiben auch klassische Industriezweige wie die Autobranche nicht unberührt. Doch Arbeitgeber und Gewerkschaftler meinen: Das Thema „Home Office“ birgt durchaus Gefahren.

Als Angestellter am heimischen Schreibtisch arbeiten - dank Laptop und schnellen Internets ist das technisch kein Problem. Kein Wunder also, dass die Arbeit von Zuhause aus - im „Home Office“ - in Branchen wie der IT relativ normal ist. Doch auch die deutschen Autobauer haben das Thema auf dem Schirm. Daumen rauf für das „Home Office“, signalisieren sie mal mehr, mal weniger. Zugleich werden aber auch Bedenken laut - etwa dass die Produktivität eines Mitarbeiters ohne direkten Kontakt zu Kollegen nachlassen könnte. Klar ist: Wenn Branchenvertreter über die Möglichkeit von „Home Office“ sprechen, meinen sie den Bürobereich - die Produktion selbst ist nicht gemeint. „Wir schicken niemanden mit einem Kotflügel unter dem Arm nach Hause, damit er da weiterarbeitet“, meint ein Porsche-Sprecher augenzwinkernd.

Mit vollem Ernst hingegen ließ der Autokonzern Daimler kürzlich seine Mitarbeiter nach ihren Wünschen zur „Arbeitswelt der Zukunft“ befragen. Mehr als 30.000 Rückmeldungen gab es, die noch in der Auswertung sind. Die Ergebnisse und Rückschlüsse daraus sollen im Herbst vorgestellt werden. Für Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth ist schon jetzt klar: Es muss etwas getan werden. Die geltende Betriebsvereinbarung sei bezüglich der Heimarbeit „renovierungsbedürftig, weil sich die (technischen) Möglichkeiten total verändert haben“, sagt er. Gemeinsam mit dem Betriebsrat sollen neue Regeln erarbeitet werden.

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Homeoffice & Arbeitszeit: So arbeitet es sich bei den Dax-Konzernen

  • Adidas

    Adidas hat schon vor vielen Jahren die Stechuhr gegen die flexible Vertrauenarbeitszeit getauscht. Die Mitarbeiter führen eigenverantwortlich „Buch“ über ihre Zeit, der Vorgesetzte wird nur eingeschaltet, wenn zu viele (positive oder negative) Stunden auf das Konto aufgelaufen sind. Ziel ist es, eine Arbeitsumgebung für alle Mitarbeiter zu schaffen, die die Vereinbarkeit von Beruf – und Privatleben in den unterschiedlichen Lebenszyklen unterstützt. Zu den Rahmenbedingungen gehören die Flexibilität von Arbeitszeit und Arbeitsort. Die Strategie von Adidas ist es, für die verschiedenen Zielgruppen verschiedene Konzepte und Lösungen anzubieten, so dass sich jeder das für ihn richtige auswählen kann. Themen wie z.B. Homeoffice sieht man bei dem Sportartikelhersteller als Teil eines ganzheitlichen Arbeitskonzeptes. Damit die Mitarbeiter ihr Arbeitspensum so flexibel und so effizient wie möglich gestalten können, bekommen sie vom Konzern Mobiltelefone, Blackberrys und Laptops.

    "Einen ausgewogenen Umgang mit diesen Geräten muss letztendlich jeder für sich selbst finden, jedoch sollten Vorgesetzte hier eine vorbildliche Einstellung vorleben. Wir versuchen jedoch eine Umgebung und Kultur zu schaffen, die den Wert einer gesunden Work-Life-Balance hoch schätzt und lebt", heißt es seitens des Unternehmens.

  • Allianz

    In der Allianz Deutschland ist mobiles Arbeiten in verschiedenen Gestaltungsvarianten möglich. In Bereichen wie zum Beispiel dem Außendienst sind mobiles Arbeiten und Vertrauensarbeitszeit seit jeher die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Alltag. Aber auch im Innendienst gibt es die Möglichkeit des mobilen Arbeitens. Vor dem Hintergrund der technischen Entwicklungen erwarten inzwischen viele Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber, mobil arbeiten zu können. Für viele erleichtert die Möglichkeit mobilen Arbeitens auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Bei den nichtleitenden Mitarbeitern wird die Zeit, in der mobil gearbeitet wurde, mittels eines online Services erfasst.

  • BASF

    Bei der BASF gibt es die Möglichkeit des mobilen Arbeitens. Bereits im Jahr 2000 haben Unternehmen und Betriebsrat erstmals im Rahmen einer Betriebsvereinbarung den Mitarbeitern die Möglichkeit eröffnet, in Abstimmung mit ihrer Führungskraft Telearbeit zu verrichten. Im September 2012 haben Unternehmensleitung und Betriebsrat der BASF die Regelungen der Betriebsvereinbarung Telearbeit weiterentwickelt und in einer Betriebsvereinbarung Mobiles Arbeiten festgehalten. Die Betriebsvereinbarung sieht vor, dass die Mitarbeiter Teile ihrer beruflichen Tätigkeit bedarfsorientiert an einem anderen Ort, das heißt außerhalb des betrieblichen Arbeitsplatzes, und innerhalb ihrer regelmäßigen Arbeitszeit ausüben können.

    Die Vereinbarung ist von beiden Seiten aus freiwillig und bedarf einer vorherigen Absprache zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem. In welcher Art und Weise mobil gearbeitet wird, wird zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter festgelegt und richtet sich nach den betrieblichen und persönlichen Belangen; selbstverständlich muss die Tätigkeit für mobiles Arbeiten geeignet sein.

    Für die außertariflichen Mitarbeiter sowie Leitenden Angestellten der BASF gilt die sogenannte „Vertrauensarbeitszeit“, d.h. diese Mitarbeitergruppen steuern ihre An- und Abwesenheitszeiten, unter Berücksichtigung der betrieblichen Erfordernisse selbstverantwortlich. Tarifliche Mitarbeiter nutzen die Stechuhr. Die Arbeit in der Produktion ist maßgeblich durch Wechselschichttätigkeit, die Präsenz im Betrieb erfordert, geprägt. In unserem Vier-Schichtsystem gibt es darüber hinaus im begrenzten Umfang Freischichten, die die Mitarbeiter unter Berücksichtigung der betrieblichen Belange flexibel einsetzen können.

  • BMW

    Homeoffice bzw. Mobilarbeit (von überall) ist für alle Mitarbeiter möglich, deren Aufgabe dies erlaubt. Also in der Regel Mitarbeiter mit Bürotätigkeiten in der Verwaltung, Entwicklung, Marketing, Einkauf usw. BMW hat Anfang 2014 „Mobilarbeit“ eingeführt. Damit will der Konzern den Mitarbeitern die Möglichkeit geben, nicht nur die Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, sondern auch den Arbeitsort. Bei Bürotätigkeiten können viele Arbeiten heute mit Laptop und Handy oder Smartphone von jedem Ort aus erledigt werden. Die BMW Group war vor 20 Jahren schon einmal Pionier auf diesem Gebiet. 1995 wurde die „Telearbeit“ eingeführt, schon damals mit dem Ziel, die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu verbessern. Den Mitarbeitern wurden dafür (damals noch recht große) PCs, Faxgeräte und Festnetz-Telefonanschlüsse zuhause installiert.

    Wer in der Produktion tätig ist, kann natürlich nicht von zuhause aus arbeiten. Aber die Arbeitszeit lässt sich zumindest innerhalb eines gewissen Rahmens etwas variieren. Mitarbeiter mit Zeiterfassung haben alle ein Arbeitszeitkonto, das bis zu 300 Stunden ins Plus oder ins Minus gehen kann. Dadurch kann man auch individuell Arbeitszeit und Freizeit anpassen, es muss jedoch in der Regel in Form von ganzen Schichten passieren (also z.B. eine Schicht freinehmen oder eine Schicht mit einem Kollegen tauschen.)

    Grundsätzlich arbeiten Tarifmitarbeiter mit Zeiterfassung (sie können bei Mobilarbeit ihre Arbeitszeit auf Vertrauensbasis selbst im System eintragen). Für außertarifliche Angestellte in der ersten AT-Stufe gilt die Vertrauensarbeitszeit, bei Einstufungen darüber wurden die Arbeitszeitformalismen durch Zielerfüllung und Ergebnisorientierung ersetzt (Arbeitszeitsouveränität).

  • Commerzbank

    Um den Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf – je nach individueller Lebensphase – zu erleichtern, bietet die Commerzbank verschiedene Möglichkeiten an, zeitlich und räumlich flexibel zu arbeiten (z.B. Homeoffice, verschiedene Teilzeitmodelle etc.). Die Mitarbeiter können nach Vereinbarung mit ihrem Vorgesetzten mit Desktop-Rechnern und mobilen Computern (Laptops) in Verbindung mit einem Token (VPN-Anschluss) von zu Hause aus arbeiten. Hierbei sind bestehende Regelungen, wie beispielsweise Betriebsvereinbarungen zur Arbeitszeitregelung oder sonstige Schutzvorschriften zugunsten der Mitarbeiter zu beachten. In der Commerzbank wurde außerdem ganz überwiegend die variable Arbeitszeit eingeführt, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität ermöglicht. Die Arbeitszeit wird vom überwiegenden Teil der Mitarbeiter im elektronischen Zeiterfassungssystem erfasst.

  • Daimler

    Daimler hat im Jahr 2010 ein Forschungsprojekt unter dem Titel „Work-Life-Balance“ mit der Universität Heidelberg initiiert. Entsprechend wird auch im Konzern Wert darauf gelegt, dass die Mitarbeiter Arbeit und Privatleben miteinander verbinden können. Der Konzern bietet seinen Angestellten deshalb sowohl Teilzeit- als auch Home-Office an, es gibt Elternzeit und die Möglichkeit, Sabbaticals zu nehmen. Im April 2015 beginnt Daimler eine großangelegte Mitarbeiterbefragung, welche flexiblen Arbeitsmodelle noch gewünscht sind. Umgesezt werden die Vorschläge jedoch frühestens 2016.

  • Deutsche Bank

    Die Deutsche Bank bietet bereits seit vielen Jahren die Möglichkeit einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung. Dies schließt, soweit betrieblich möglich, auch die Option ein, von zu Hause aus zu arbeiten. Für die Tarifmitarbeiter sowie die übertariflichen Fach- und Führungskräfte gelten die tariflichen bzw. betrieblichen Arbeitszeiten, die zwischen 39 und 42 Stunden pro Woche liegen. Die Arbeitszeit kann grundsätzlich innerhalb der jeweils geltenden betrieblichen Rahmenregelungen flexibel erbracht werden. Außerhalb der in den jeweiligen betrieblichen Regelungen vorgesehenen Rahmenarbeitszeiten ist eine Erreichbarkeit der Mitarbeiter nicht vorgesehen.

  • Deutsche Börse

    Bei der Deutschen Börse besteht die Möglichkeit, einen ortsunabhängigen Remotezugang zu Arbeitsanwendungen des Unternehmens zu erhalten, Mitarbeiter können also prinzipiell arbeiten, wo sie wollen. Im Rahmen ihres Job, Life & Family-Programmes bietet die Deutsche Börse verschiedene Instrumente zur Vereinbarkeit des Privat- und Berufslebens ihrer Mitarbeiter an. Hierzu zählen u. a. flexible Arbeitszeitmodelle (z.B. Teilzeit) und die erwähnten Möglichkeiten zur Flexibilisierung des Arbeitsortes. Sowohl für Führungskräfte als auch nicht-leitende Mitarbeiter in Deutschland besteht die Möglichkeit, in Absprache mit ihrem Vorgesetzten Home-Office zu nutzen. Bei Home Office-Einsätzen gelten natürlich die gleichen Arbeitszeitregelungen wie im Büro.

  • Deutsche Post

    Grundsätzlich richten sich Themen wie mobile Arbeitsplätze, Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten bei Deutsche Post DHL Group auch nach der Art der Beschäftigung: Da ein Großteil der Beschäftigten im operativen Bereich tätig ist, werden solche Themen in Absprache mit dem jeweiligen Vorgesetzten im Rahmen der Möglichkeiten vor Ort geregelt. Auch bei den Mitarbeitern, die z.B. in der Zentrale arbeiten, werden diese Themen individuell geregelt, bzw. die Möglichkeiten eines Arbeitszeitkontos entsprechend genutzt.

  • E.On

    Bei einem Großteil der E.On-Gesellschaften bestehen bereits seit vielen Jahren Möglichkeiten zum mobilen und flexiblen Arbeiten, auch von zu Hause aus. Zum 01.05.2015 wird eine konzernweite Konzernbetriebsvereinbarung zum Thema „Telearbeit“ in Kraft treten. Damit wird es ab diesem Zeitpunkt konzernweit einheitliche Regeln und Leistungen für das Arbeiten von zu Hause aus geben. Die Vereinbarung regelt einerseits die Möglichkeit der „alternierenden Telearbeit“, bei der der Mitarbeiter regelmäßig zu einem vertraglich vereinbarten Anteil von zu Hause aus seine Arbeitsleistung erbringt.

    Voraussetzung hierfür ist, dass die konkrete Aufgabenerledigung auch von einem häuslichen Arbeitsplatz in dem vereinbarten Umfang realisierbar ist. Andererseits wird auch die Möglichkeit für Tätigkeiten im „Homeoffice“ eröffnet, bei der der Mitarbeiter gelegentlich und spontan in Absprache mit dem Vorgesetzten von zu Hause aus arbeiten kann. Bei vielen Verwaltungsorganisationen im Konzern gilt im außertariflichen Bereich die Vertrauensarbeitszeit. In anderen Bereichen wird die Arbeitszeit genau erfasst.

    Im Produktionsbereich handelt es sich vorwiegend um Schichtarbeit. Flexibilität setzt hier eine höhere Planungsintensität voraus. Vertretungsregelungen und in manchen Betrieben auch das Vorhandensein von sogenannten Schichtspringern schaffen jedoch auch im Produktionsbereich einen gewissen Flexibilitätsspielraum für das Unternehmen und die Mitarbeiter.

  • Fresenius

    Bei Fresenius ist mobiles Arbeiten möglich und vielfach gelebte Praxis, wenngleich nicht die Regel. Eine weitgehende Flexibilisierung der Arbeitszeit ist im Fresenius-Konzern nur in Bereichen möglich, die keine permanente Präsenz erfordern. Mitarbeiter in der Produktion etwa oder die Pflegekräfte in den Krankenhäusern der Tochter Helios sind natürlich an wesentlich festere Arbeitszeiten und eine Präsenz gebunden als ihre Kolleginnen und Kollegen im Büro. Andere Mitarbeiter wiederum sind beruflich viel unterwegs oder pendeln regelmäßig zwischen den verschiedenen Standorten. Ihre Tätigkeit wäre ohne mobiles Arbeiten gar nicht denkbar.


    Der Vorteil, sich auch über Abteilungsgrenzen hinweg schnell und ohne technische Hilfsmittel austauschen zu können, spricht zwar auch bei klassischen „Bürojobs“ für eine überwiegende Präsenz am festen Arbeitsplatz. Dennoch ermöglichen wir je nach den individuellen Anforderungen und Rahmenbedingungen auch, dass von zu Hause aus gearbeitet werden kann. Zeiterfassung ist bei Fresenius ein Instrument der Flexibilisierung von Arbeitszeit und Selbstkontrolle der Mitarbeiter. Mit einer technisch gestützten Zeiterfassung als wichtigem Instrument zur Dokumentation geleisteter Arbeitszeit lassen sich z.B. auch Arbeitszeitkonten oder Gleitzeitregelungen effizient umsetzen.

  • Fresenius Medical Care

    Auch bei Fresenius Medical Care ist - wie bei Fresenius - mobiles Arbeiten möglich, wenngleich nicht die Regel. Eine weitgehende Flexibilisierung der Arbeitszeit ist im Fresenius-Konzern nur in Bereichen möglich, die keine permanente Präsenz erfordern. Mitarbeiter in der Produktion etwa oder die Pflegekräfte in den Krankenhäusern der Tochter Helios sind natürlich an wesentlich festere Arbeitszeiten und eine Präsenz gebunden als ihre Kolleginnen und Kollegen im Büro. Andere Mitarbeiter wiederum sind beruflich viel unterwegs oder pendeln regelmäßig zwischen den verschiedenen Standorten. Ihre Tätigkeit wäre ohne mobiles Arbeiten gar nicht denkbar.


    Der Vorteil, sich auch über Abteilungsgrenzen hinweg schnell und ohne technische Hilfsmittel austauschen zu können, spricht zwar auch bei klassischen „Bürojobs“ für eine überwiegende Präsenz am festen Arbeitsplatz. Dennoch ermöglichen wir je nach den individuellen Anforderungen und Rahmenbedingungen auch, dass von zu Hause aus gearbeitet werden kann. Zeiterfassung ist bei Fresenius ein Instrument der Flexibilisierung von Arbeitszeit und Selbstkontrolle der Mitarbeiter. Mit einer technisch gestützten Zeiterfassung als wichtigem Instrument zur Dokumentation geleisteter Arbeitszeit lassen sich z.B. auch Arbeitszeitkonten oder Gleitzeitregelungen effizient umsetzen.

  • Henkel

    Henkel will weg von der „typisch deutschen Präsenzkultur“ und bietet seinen Mitarbeitern unter anderem Job-Sharing-Modellen, Teilzeitarbeitsmöglichkeiten, Heimarbeit und der Nutzung mobiler Kommunikation (mobile Endgeräte wie Laptops, Smartphone, IPads). Dadurch soll das Arbeiten immer flexibler und unabhängiger von Zeit und Ort werden. Grundsätzlich gilt für alle Mitarbeiter Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit. Die genaue Ausgestaltung ist in den einzelnen Bereichen bzw. Abteilungen geregelt. Die Mitarbeiter in der Produktion müssen natürlich vor Ort sein, aber auch diese Mitarbeiter können beispielsweise in Teilzeit arbeiten.

  • Infineon

    Infineon verfolgt in der Unternehmenszentrale in Neubiberg seit Bezug der neuen Räumlichkeiten Anfang 2006 ein modernes Arbeitskonzept mit offenen und geschlossenen Arbeitsplatzsituationen. Alle offenen Arbeitsplätze sind mit abschließbaren Rollcontainern ausgestattet, die in einem definierten Bereich stehen können. Damit wird der Arbeitsplatz mobil. Dort wo Vertraulichkeit gesichert werden muss, ist die Mobilität eingeschränkt. Mit Rücksicht auf die jeweilige Lebenssituation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist Homeoffice bei Infineon prinzipiell möglich. Die tatsächliche Umsetzung wird entsprechend der verschiedenen Arbeitsanforderungen von den einzelnen Fachabteilungen individuell geregelt. An den Produktionsstandorten wird die Arbeitszeit in der Regel erfasst – wenn auch nicht mehr über die Stechuhr. Überall dort, wo es möglich ist, setzt Infineon aber schon seit längerem und immer stärker auf Vertrauensarbeitszeit.

    In Produktionen, die 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr laufen, sind die Möglichkeiten für eine flexible Arbeitszeitgestaltung naturgemäß eingeschränkt. Trotzdem bietet Infneon auch hier, über entsprechend flexible Schichtmodelle die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soweit wie möglich zu berücksichtigen und mit den betrieblichen Erfordernissen in Einklang zu bringen.

  • K + S

    Mobile Arbeitsplätze bietet die K+S Gruppe nicht an. Homeoffice ist bei K+S dagegen grundsätzlich möglich, sofern aus betrieblichen Gründen nichts dagegen spricht. An den Verwaltungsstandorten gibt es Vertrauensarbeitszeit oder Gleitzeit, an den Produktionsstandorten hingegen Arbeitszeiterfassung. Darüber hinaus gibt es aber auch andere Bereiche an den Produktionsstandorten, in denen flexibel gearbeitet wird. In Bereichen mit Schichtbetrieb wird in der Regel mit festen Arbeitszeiten gearbeitet.

  • Lanxess

    Im Verwaltungsbereich stehen den Lanxess-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern feste Büro-Arbeitsplätze zur Verfügung. Je nach Bedarf der einzelnen Bereiche gibt es Einzel-, Doppel- und Mehrfachbüros oder aber einen Arbeitsplatz im "Open Space"-Bereich. Im Unternehmen herrscht eine Vertrauenskultur - dazu gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit der Arbeitszeit und Erreichbarkeit der Mitarbeiter.

  • Linde

    Bei Linde sind die Arbeitsmodelle noch sehr traditionell. Die Arbeit findet überwiegend auch im Unternehmen statt, was der Produktion geschuldet ist. Und auch wer am Schreibtisch arbeitet, hat seinen festen ihm zugewiesenen Arbeitsplatz statt eines Rollkoffers und des Dienst-Blackberrys. Wer stempelt und wer Vertrauensarbeitszeit hat, hängt vom jeweiligen Standort und der Stelle ab.

  • Munich Re

    Grundsätzlich hält Munich Re (München) für jeden Mitarbeiter einen betrieblichen Arbeitsplatz bereit. Gemeinsame Zeit innerhalb des Unternehmens wird als Beitrag zur Identifikation mit dem Unternehmen und zum Austausch unter den Kollegen gesehen. Mobiles Arbeiten ist trotzdem für alle Mitarbeiter möglich – unter Nutzung mobiler Endgeräte und in Abstimmung mit der Führungskraft vor dem Hintergrund der betrieblichen Belange. Eine erweiterte Flexibilisierung der Arbeits-Rahmenbedingungen (Flexibilität Arbeitszeit/ort, flexible Bürokonzepte, mobiles und flexibles IT-Equipment) wurde bei Munich Re in München zu Beginn des Jahres umgesetzt. Die Mitarbeiter erfassen ihre Arbeitszeit selbst – bei Präsenz an Erfassungsautomaten, oder bei Arbeit außerhalb des Unternehmens durch Eintrag in die online-Systeme.

    Homeoffice ist abgestimmt mit der Führungskraft an bis zu 4 festgelegten Tagen pro Woche möglich. Homeoffice kann mit Anwesenheitszeiten im Büro kombiniert werden. IT Hardware wird dafür durch Munich Re bereit gestellt.

  • RWE

    RWE setzt auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter setzen und möchte, dass jeder die Bedingungen vorfindet die für ihn/sie bei dem jeweiligen Job ideal sind. Deshalb unterstützt der Konzern auch Mitarbeiter, die flexibel (z.B. im Homeoffice) arbeiten möchten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Modelle. Mitarbeiterinnen, die nach dem Mutterschutz in den Beruf zurückkehren, entscheiden sich z.B. häufig für eine Verringerung der Stundenanzahl. Andere Angestellte teilen sich eine Aufgabe in Form von Job Sharing.

    Viele Mitarbeiter arbeiten außerdem bereits in sogenannten Open Space Büros - zum Teil ohne einen direkt zugewiesenen Arbeitsplatz.

    Bei den Arbeitszeitmodellen wird unterschieden zwischen tariflich und außertariflich angestellten Mitarbeitern. Die Arbeitszeit beider Gruppen wird festgehalten, bei den tariflich angestellten Kollegen wird allerdings stärker auf die Einhaltung der Arbeitszeiten geachtet - ihre Mehrarbeitszeit ist nicht automatisch mit entgolten. Wann ein Mitarbeiter morgens seine Arbeit aufnimmt, das entscheidet er - in einem gewissen Rahmen und abhängig von den anstehenden Aufgaben - selbst. Es gilt also Vertrauensarbeitszeit.

  • SAP

    SAP ermöglicht es den Mitarbeitern, ihre Arbeitszeit weitgehend zeitlich und örtlich frei zu gestalten, von zu Hause zu arbeiten und Auszeiten zu nehmen. Stechuhren gibt es nicht. Für die Talente von morgen werde es noch viel wichtiger sein, die Möglichkeit flexibler Arbeitszeitmodelle anzubieten, also die Möglichkeit zu wählen, wann und von wo jemand arbeiten möchte, ist man bei dem Dax-Konzern überzeugt. Bei der SAP werden heute schon verschieden Modelle gelebt: Home Office, Teilzeit, verteilte Arbeitszeiten, Sabbatical, Job Sharing, stufenweise Eintritt in die Rente.

    Die Mitarbeiter haben außerdem eine sehr hohe Flexibilität, wann sie ihren Urlaub nehmen. Urlaubsansprüche verfallen nicht und jeder Mitarbeiter kann Urlaub ansparen, um beispielsweise eine längere Auszeit (Sabbatical) zu nehmen. Für die Zeit ihrer Abwesenheit sorgen Mitarbeiter eigenständig für eine entsprechende Stellvertretungsregelung.

  • Siemens

    Um die Mitarbeiterzufriedenheit und damit die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, setzt Siemens auf flexible Arbeitszeitmodelle und Arbeitsorte: Homeoffice sei im Konzert unkompliziert und unbürokratisch möglich: Wer einmal keinen Babysitter bekommen oder die Handwerker im Haus hat, kann "auf Zuruf" Homeoffice beantragen. Die Angestellten können sich dann relativ einfach von zuhause aus über einen sicheren Zugang einwählen. "Wo man sitzt und wo das Handy klingelt, ist ja egal", so die Devise. Homeoffice darf allerdings keine regelmäßige Sache sein und nicht mehr als 20 Prozent de Arbeitszeit ausmachen. Außerdem bietet der Konzern Telearbeit an. Die fängt da an, wo Homeoffice aufhört, darf jedoch nicht mehr als 80 Prozent der Arbeitszeit ausmachen. Schließlich sollten sich die Mitglieder der einzelnen Teams schon hin und wieder auch vis-à-vis begegnen und nicht nur per E-Mail oder telefonisch. An den Arbeitsplatz eines Telearbeiters werden natürlich auch andere Anforderungen gestellt, als an den eines Mitarbeiters, der sich hin und wieder vom Sofa aus mit dem privaten Laptop einwählt.

    Doch auch wer täglich ins Unternehmen kommt, kann flexible arbeitszeitmodelle nutzen beziehungsweise von der Gleitzeit profitieren. Für Mitarbeiter in der Produktion ist das verständlicherweise nur eingeschränkt möglich. Hier läuft vieles im Schichtbetrieb ab und wenn das Band läuft, sollte schließlich auch jemand da sein.

  • Telekom

    Ende 2014 hat der Vorstand der Deutschen Telekom das Programm „Future Work“ beschlossen, um weg von der reinen Präsenz- hin zur Ergebniskultur zu gelangen. Dabei geht es um flexible Bürolandschaften, die ein kommunikatives und leistungsorientiertes Arbeitsklima, Innovationsvielfalt sowie Agilität fördern. Gleichzeitig unterstützt Future Work den Wandel zu einer neuen Arbeitskultur, in der auf Basis von Vertrauen geführt wird und Mitarbeiter eigenständig entscheiden, wie und wo sie am besten arbeiten.
    Die Vertrauensarbeitszeit gilt nicht flächendeckend, aber auch Tarifmitarbeiter haben – in Absprache mit ihren Führungskräften – durchaus Möglichkeiten, die Arbeitszeit flexibel zu gestalten. Stichwort: gleitende Arbeitszeiten. Ab 2016 können Tarifkräfte auch Zeit über sogenannte Lebensarbeitszeitkonten „kaufen“. Sehr erfolgreich sind bei der Telekom auch Tandem-Modelle, wie das Teilzeit-Tandem oder das Wissenstransfer-Tandem. Natürlich gibt es Bereiche, in denen flexible Arbeitszeiten nur eingeschränkt möglich sind. Beispielsweise in den Telekom-Shops macht das „Home Office“ keinen Sinn, Angebote wie z. B. Teil- oder befristete Auszeiten gibt es aber durchaus.

  • ThyssenKrupp

    Mobiles Arbeiten ist auch bei ThyssenKrupp möglich und in manchen Bereichen sogar erforderlich. Dafür werden dann in den jeweiligen Bereichen Vereinbarungen und Absprachen getroffen. Auch Homeoffice ist bei ThyssenKrupp möglich. In der Regel wird die Arbeitszeit von Tarifangestellten erfasst, in einigen Bereichen auch die der außertariflich Angestellten. Ob das durch Eintragung in ein System durch den Mitarbeiter erfolgt oder per Stechuhr ist je nach Gesellschaft unterschiedlich.
    In Produktionsbereichen muss natürlich eine gewissen Kontinuität gewährleistet sein. Das heißt aber nicht, dass die Mitarbeiter weniger flexibel sind. Sie haben nur andere Formen der Flexibilität.

  • Volkswagen

    Bei Volkswagen gilt seit 1996 die Vertrauensarbeitszeit, d.h. es erfolgt keine Zeiterfassung. Im Produktionsumfeld gelten definierte Schichtpläne. Außerdem bietet Volkswagen viele weitere betriebliche Instrumente wie die Wiedereinstellungszusage bis zur Dauer von acht Jahren, Teilzeittätigkeit während der Elternzeit, qualifizierter Wiedereinstieg nach der Elternzeit,
    Freistellung zur Pflege von nahen Familienangehörigen, individuelles Langzeitkonto, d.h. Nutzung für längere Unterbrechungszeiten (z.B: Sabbatical, Fort- und Weiterbildung, Pflege von Familienangehörigen etc.).

    Zudem ermöglichen es Instrumente wie Telearbeit und damit verbunden die Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien den Beschäftigten, Beruf und Familie individuell miteinander zu vereinbaren.

Zugleich bremst Porth allerdings mögliche Euphorie: „Da sind schon noch Hürden, über die wir springen müssen.“ Er weist darauf hin, dass die bisherigen Vergütungsmodelle auf der Arbeitszeit basieren und nicht auf dem Ergebnis der Arbeit.

Aber ebenjene Arbeitszeit sei bei „Home Office“-Mitarbeitern schwer nachvollziehbar. Es könne nicht sein, „dass wir jetzt auch noch kontrollieren, (zum Mitarbeiter) nach Hause fahren und gucken, ob du jetzt am PC tatsächlich etwas fürs Büro oder etwas anderes machst“.

Andere Autobauer haben das Thema Heimarbeit ebenfalls auf der Agenda. Porsche hat bereits 2013 geregelt, dass maximal vier Prozent der Belegschaft bis zu zwei Tage die Woche im „Home Office“ arbeiten dürfen. „Das Angebot wird gut angenommen“, berichtet der Sprecher.

Homeoffice: 10 Regeln für Arbeitnehmer

  • Nach Feierabend abschalten

    Feierabend und Ferien gelten auch bei flexiblen Arbeitsplatzmodellen.

    Feierabend, Wochenende, Urlaube und Krankschreibungen gelten auch bei flexiblen Arbeitsplätzen und sollten respektiert werden. Wer keine klaren Grenzen setzt, darf sich nicht wundern, wenn die Kollegen darauf keine Rücksicht nehmen. Mitarbeiter müssen Eigenverantwortung für ihre Zeiteinteilung übernehmen und Überlastung frühzeitig signalisieren.

  • Eignung prüfen

    Eigene Eignung für flexible Arbeitsmodelle kritisch überprüfen.

    Nicht jeder eignet sich für flexible Arbeitsmodelle. Mitarbeiter, die diese Möglichkeiten austesten, müssen ehrlich zu sich selbst und ihrem Arbeitgeber sein. Wer sich zu Hause schnell ablenken lässt oder den regelmäßigen Austausch mit Kollegen benötigt, wird sich damit eher schwer tun. Ebenso können beispielsweise persönliche Rahmenbedingungen wie ein lautes Umfeld für unliebsame Störungen sorgen. Dies wirkt sich nicht nur negativ auf die Arbeit, sondern auch auf das eigene Wohlbefinden und die Motivation aus.

  • Selbstbewusstsein entwickeln

    Auch bei flexiblen Arbeitsplatzmodelle hat der Arbeitgeber keinen Anspruch auf ständige Rufbereitschaft.

    Eine ständige Rufbereitschaft ist nicht nötig und sogar kontraproduktiv. Auch im Home-Office müssen ungestörte Phasen für konzentriertes Arbeiten eingeplant werden, um effektiv Aufgaben zu erledigen. Eine permanente Erreichbarkeit erzeugt nicht nur zusätzlichen Stress, sondern führt durch Ablenkungen auch zu schlechten Ergebnissen. Mitarbeiter im Home-Office müssen deshalb ihre Bedürfnisse klar und offen äußern können.

  • Verantwortung übernehmen

    Der Mitarbeiter muss unternehmerischer denken.

    Jeder Arbeitnehmer im virtuellen Office ist dem Arbeitgeber und seinen Kollegen gegenüber verantwortlich. Flexible Arbeitsmodelle entbinden den Mitarbeiter nicht von seinen Aufgaben. Durch eindeutige Zielvorgaben werden Aufgaben klar definiert und für alle Beteiligten messbar.

  • Klare Ziele setzen

    Flexible Arbeitsmodelle sind kein Abstellgleis, aber sie erfordern mehr Durchsetzungswillen.

    Mitarbeiter, die flexibel oder in Teilzeit arbeiten, werden häufig nicht als Leistungsträger gesehen. Hingegen gelten die ständig anwesenden Kollegen als Top-Performer, die „hart arbeiten“. Um dies zu ändern, muss der flexible Mitarbeiter mehr Durchsetzungswillen und Präsenz gegenüber seinen Vorgesetzen zeigen. Regelmäßige Feedbackgespräche verhindern eine Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Mitarbeiter, die flexibel arbeiten, sollten Maßnahmen zur Weiterbildung einfordern. Oftmals ist hier mehr Nachdruck nötig als bei jemandem, der vor Ort im Büro arbeitet.

  • Richtig kommunizieren

    Die eigenen Aufgaben, Prozesse und Termine klar kommunizieren.

    Eine enge Abstimmung mit Kollegen und Vorgesetzten erleichtert die Kommunikation und sorgt für Verständnis. Wenn für die Kollegen nachvollziehbar ist, wo sich der Kollege gerade aufhält und mit welchen Aufgaben er beschäftigt ist, wächst das Vertrauen. Stundensplittings (z.B. am Nachmittag drei freie Stunden für die Kinder), Mittagspausen und externe Termine sollten daher klar kommuniziert werden. So geht man Missverständnissen und Gerüchten aus dem Weg. Moderne IT kann dabei eine wichtige Hilfestellung sein. Unified Communication-Systeme zeigen an, wann und wie man erreichbar ist.

  • Arbeitsrhythmus definieren

    Der Arbeitsrhythmus sollte an die eigene Produktivität und die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden, ohne dabei die Prozesse im Team zu missachten.

    Studien zeigen, dass die Produktivität dann am höchsten ist, wenn zwischen zwei und zweieinhalb Tagen im Home-Office gearbeitet und der Rest der Woche für Tätigkeiten und Abstimmungen im Büro genutzt wird. Auch die eigenen Produktivitätszyklen können bei flexiblen Arbeitsmodellen stärker berücksichtigt werden. So arbeiten manche Menschen früh morgens am besten, andere eher am Abend. Aber das erfordert auch Abstimmung: Die Kollegen müssen wissen, wann man erreichbar ist.

  • Mit Kollegen austauschen

    Networking ist Pflicht: Die virtuelle Präsenz entbindet den Mitarbeiter nicht von seinen Aufgaben als Teammitglied, dazu zählen nicht nur die reinen Jobkriterien, sondern auch die Sozialkompetenz.

    Der Austausch mit den Kollegen sollte sich nicht nur auf das fachliche beschränken. Freundlichkeit, Offenheit, Aufmerksamkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft dienen nicht nur dem eigenen Wohlbefinden, sondern unterstützen das ganze Team. Nur in einem Umfeld aus Miteinander und Vertrauen lassen sich virtuelle Teams erfolgreich umsetzen.

  • Sorgfältig arbeiten

    Bei virtuellen Teams ist Wissensmanagement mit einem eindeutigen Ablagesystem Pflicht.

    Die systematische Speicherung und Aufbereitung von Wissen erleichtert die Arbeit und die Kommunikation in virtuellen Teams. Der aktuelle Stand von Unterlagen muss zentral – die Cloud macht es möglich – abgelegt werden. Alle relevanten Mitarbeiter brauchen Zugriff auf die Ordner. Diese Systeme sichern die Freizeit, denn nur Kollegen, die Zugriff auf alle Unterlagen haben, können auch bei Bedarf füreinander einspringen.

  • Sich selbst managen

    Flexible Arbeitsmodelle verlangen ein hohes Maß an Selbstorganisation.

    Wer in flexiblen Arbeitsmodellen arbeitet, muss sich auch zuhause ein produktives Umfeld schaffen (Raum, Technik, Rahmenbedingungen) Um in flexiblen Arbeitsmodellen erfolgreich zu arbeiten, müssen sich Mitarbeiter mit ihren eigenen Stärken und Schwächen auseinandersetzen: Wer gut organisiert und diszipliniert ist, wird in solchen Strukturen bessere Leistungen erzielen.

Bei Audi heißt es, man beschäftige sich „intensiv“ mit dem Thema. Noch 2015 sollen neue Betriebsvereinbarungen abgeschlossen werden. „Wir gehen davon aus, dass es sich langfristig im normalen Arbeitsalltag etablieren wird“, sagt Audi-Personalvorstand Thomas Sigi. Bei VW klingt das noch etwas altbacken: Ein Sprecher verweist auf „Telearbeit“, die Beschäftigten des Wolfsburger Autobauers die individuelle Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermögliche. BMW hat 2014 die „Mobilarbeit“ eingeführt. Diese könne „einen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben leisten und ist für viele auch ein motivierender Aspekt“, so ein Konzernsprecher.

Weitere Artikel

Etwas mehr als die Hälfte der BMW-Mitarbeiter in Deutschland könnte - in Absprache mit dem Vorgesetzten - mobil arbeiten. Von dieser Gruppe wiederum nutze jeder zweite diese Möglichkeit. Mobilarbeit werde im Konzern immer beliebter.

Die IG Metall beäugt das Thema Heimarbeit skeptisch. Zwar sehe man darin grundsätzlich eine Chance zu motivierenden, besseren Arbeitsbedingungen, meint eine Sprecherin. Zugleich erkenne man aber „durchaus das Risiko einer schleichenden Ausweitung von Arbeitszeit und unbezahlter Arbeit“.

Soll heißen: Der Berg an Arbeit könnte noch größer werden, wenn Beschäftigte am heimischen Schreibtisch sitzen. Kritisch wertet die Gewerkschafterin zudem die Tatsache, dass der Kontakt zu Kollegen abnimmt.

Dossier Die Industrie 4.0 und ihre Markenzeichen

Die vierte industrielle Revolution kommt. Im Gepäck: Intelligente Roboter, innovative Fertigungsmethoden und neue Job-Profile. Welche Chancen die zunehmend vernetzte Produktion der Wirtschaft bietet, lesen Sie hier.

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Diesen Aspekt betrachtet auch Daimler-Vorstand Porth mit Argusaugen. Eine kreative Gruppendynamik sei immens wichtig, um neue Produkte zu entwickeln: „Wir wollen nicht, dass alle nur noch daheim sind - das muss sauber austariert sein.“

Ähnlich argumentiert BMW: „Ein gutes Team ist nur deshalb gut, weil es einen sozialen Zusammenhalt hat.“ Es müsse ein ausgewogenes Verhältnis geben zwischen mobiler Arbeit und Arbeit im Büro.

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