IAB-Studie : Minijobber kennen ihre Rechte kaum

IAB-Studie : Minijobber kennen ihre Rechte kaum

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Viele Minijobber kennen ihre Rechte nicht.

Minijobber haben das Recht auf Lohnzahlungen im Urlaub und im Krankheitsfall. Doch das wissen nur die Wenigsten. Die Konsequenz: Viele Minijobber können ihre Ansprüche nicht durchsetzen.

Minijobber müssen häufiger auf Ansprüche wie Lohnzahlungen im Urlaub oder im Krankheitsfall verzichten. Dabei haben sie darauf genauso ein Recht wie andere Arbeitnehmer. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hängt dieses Ergebnis vor allem damit zusammen, dass Minijobber – egal, ob befristet oder unbefristet beschäftigt – ihre Arbeitsrechte nicht gut genug kennen. Demnach wissen nur zwei Drittel der Minijobber, dass sie ein Recht auf bezahlten Urlaub haben, während nahezu alle Vollzeit-Beschäftigten diesen Anspruch kennen.

Minijobber erhalten seltener bezahlten Urlaub als andere Beschäftigte. Etwa ein Drittel der geringfügig Beschäftigten muss auf einen Lohn im Urlaub verzichten – ohne dass der Vorgesetzte dafür irgendeinen legalen Grund angibt. Zum Vergleich: Bei anderen Beschäftigungsgruppen sind es nicht einmal fünf Prozent.

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Die Studie

  • IAB-Bericht

    Im März 2013 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung das Forschungsprojekt "Situation atypisch Beschäftigter und Arbeitszeitwünsche von Teilzeitbeschäftigten" aufgesetzt. Die Studie befasst sich unter anderem mit den Rechten, die den Arbeitnehmern gewährt werden. Für die Studie befragten die Forscher 1100 Unternehmen und 7500 Arbeitnehmer.

"Die Befragung hat gezeigt, dass das Ausmaß, in dem Beschäftigte über arbeitsrechtliche Ansprüche informiert sind, ebenso wie die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese Rechte erhalten, mit der Beschäftigungsform zusammenhängen", schreiben die Herausgeber der Untersuchungen.

Denn während mehr als 20 Prozent derjenigen, die das Recht kennen, keinen bezahlten Urlaub bekommen, sind es unter unwissenden Minijobbern dreimal so viele Angestellte. Und das nutzen die Unternehmen aus. Die Hälfte der Arbeitgeber, die Minijobbern bezahlten Urlaub verwehrt, kennt die Rechtslage.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Anspruch auf weitere Lohnzahlungen im Krankheitsfall: Jeder zweite Minijobber geht davon aus, dass er dann kein Gehalt bekommt – obwohl er vollen Anspruch darauf hat. Die Konsequenz: Jedes fünfte Unternehmen zahlt Minijobbern keinen Lohn, wenn sie erkranken. In anderen Beschäftigungsgruppen wissen nahezu alle Angestellten, dass sie auch dann weiter bezahlt werden.

Neben den Ansprüchen auf Lohn im Urlaub und im Krankheitsfall haben die Wissenschaftler weitere Bereiche des Arbeitsrechts untersucht und herausgefunden, dass Minijobber generell schlechter über ihre Rechte informiert sind als andere Arbeitnehmer.

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Wie gut der Wissensstand der Angestellten ist, hängt unter anderem davon ab, ob es im Unternehmen einen Betriebs- oder Personalrat gibt. "Beschäftigte in Betrieben mit Betriebsrat oder Tarifvertrag sind vergleichsweise gut über ihre Rechte informiert", stellen die IAB-Forscher fest.

Aber auch auf Seiten des Arbeitsgebers sind noch Wissenslücken zu füllen: Weniger als jedes dritte Unternehmen weiß, dass Arbeitnehmer bei fahrlässig verschuldeten Krankheiten ihren Anspruch auf weitere Lohnzahlungen verlieren. Die Herausgeber der Studie vermuten, dass die Unwissenheit damit zusammenhängt, dass "dieser Fall im betrieblichen Alltag nur selten auftritt, sodass nur wenige Befragte hier auf Erfahrungswissen zurückgreifen konnten".

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