IG-Metall-Befragung: Arbeitnehmer wollen ein Recht auf Abschalten

IG-Metall-Befragung: Arbeitnehmer wollen ein Recht auf Abschalten

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Ein Teilnehmer einer Kundgebung von IG Metall

Die zunehmend digitalisierte Arbeitswelt stellt alte Schemen auf den Kopf. Deshalb ist Sicherheit im Job ein wichtiges Gut geworden, wie eine Umfrage der IG Metall zeigt. Doch auch Ruhezeiten sind Arbeitnehmern wichtig.

Die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten will einer Studie der IG Metall zufolge auch in einer zusehends digitalisierten Arbeitswelt starke Arbeitszeitregeln - „mit Ruhezeiten, mit einem Recht auf Abschalten“.

Damit hätten 96,4 Prozent der befragten Beschäftigen in der Industrie dem Wunsch der Arbeitgeberverbände Gesamtmetall und BDA widersprochen, Höchstgrenzen und feste Ruhezeiten nicht mehr im Gesetz zu regeln. Befragt hatte die IG Metall zwischen Januar und Februar 680.000 Menschen aus rund 7000 Betrieben.

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Wie IG Metall-Chef Jörg Hofmann in Berlin sagte, sei das Ergebnis vor der Bundestagswahl im Herbst eine „klare Ansage an die Politik“. Im Übrigen gebe es jetzt schon Öffnungsklauseln, etwa für Beschäftigte in der IT-Branche.

Was Arbeitnehmer wollen

  • Eine Perspektive für alle in der Industrie 4.0

    61,5 Prozent aller Befragten gab an, dass ihnen Sicherheit und berufliche Perspektive in der Industrie 4.0 sehr wichtig sind; 32 Prozent gaben an, das sei wichtig.

    Quelle: IG Metall (https://www.igmetall.de/24-2017-25172.htm)
    Stand: April 2017

  • Gleiche Bildungschancen

    Bildungspolitik soll Bildungserfolge unabhängig von der sozialen Herkunft ermöglichen und das Recht auf berufliche Fortbildung durchsetzen – das ist 56,5 Prozent ein sehr wichtiges Anliegen und 36,4 ein wichtiges.

  • Kein Aufweichen der Arbeitszeitregeln

    Beschäftigte brauchen auch in Zukunft ein Arbeitsgesetz, das der Arbeitszeit Grenzen setzt. Dem stimmten 78,4 Prozent der Befragten zu und 18 weitere Prozent stimmten dem eher zu.

  • Recht für Teilzeitler in die Vollzeit zurückzukehren

    Wer seine Arbeitszeit auf Teilzeit reduziert, brauche ein gesetzlich garantiertes Rückkehrrecht auf Vollzeit – dieser Aussage stimmten 66 Prozent der Befragten zu, 24,1 Prozent stimmten ihr eher zu.

  • Andere Steuerpolitik

    Wie wichtig ist für Sie Verteilungsgerechtigkeit durch eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen, hoher Vermögen und großer Erbschaften? Das fragte die IG Metall. 40,9 Prozent gaben an, das sei ihnen sehr wichtig, 36,1 Prozent sei das wichtig.

Der Studie zufolge ist für knapp zwei Drittel der Befragten „die faire Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt“ ein wichtiges Thema. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass sich diejenigen Beschäftigen, die selbst um ihren Job fürchten, mit dieser Frage schwerer täten, sagte Hofmann.

Ein weiteres Thema, das die Beschäftigten umtreibt, ist die Digitalisierung. 93 Prozent ist Sicherheit und berufliche Perspektive wichtig oder sehr wichtig. Hierfür braucht es zusätzliche Qualifikationen.

Entsprechend fordert eine Mehrheit von 93 Prozent eine Bildungspolitik, die Bildungschancen unabhängig von der sozialen Herkunft eröffne und „verbrieftes Recht jedes Beschäftigten auf betriebliche Weiterbildung garantiere“, sagte Hofmann. Gleiche Teilhabechancen verlangten auch, dass die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen nicht in eine berufliche Sackgasse führen dürften. 92 Prozent setzten das Thema Vereinbarkeit ganz oben auf die Agenda, sagte der IG Metall-Chef.

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