Incentives: Dienstwagen statt Kündigung

Incentives: Dienstwagen statt Kündigung

Was tun, wenn unentbehrliche Mitarbeiter das Unternehmen verlassen wollen? Attraktive Angebote machen, sagt eine Studie. Bei entsprechenden Anreizen bleiben die Kollegen.

Auf einmal steht der beste Mitarbeiter beim Chef und will seine Papiere. Und jetzt? Reisende soll man ja bekanntlich nicht aufhalten, aber irgendwoher muss ja auch ein bezahlbarer Ersatz kommen. Eine aktuelle Studie des amerikanischen Personaldienstleisters Robert Half zeigt, dass Unternehmen in solchen Fällen vermehrt um ihre Angestellten werben. Mehr Gehalt, mehr Annehmlichkeiten, mehr Handlungsfreiraum? Angestellte, die planen, den Arbeitgeber zu wechseln, lassen sich durchaus von einem verbesserten Gegenangebot umstimmen. Zwar ist es natürlich besser, eine Atmosphäre zu schaffen, die gute Kräfte langfristig bindet. Hilft das alleine nicht, greifen mittlerweile einige Unternehmen auf dieses Instrument zur Personalbindung zurück - der Trend zeichnet sich auch in Frankreich und Großbritannien ab.

Gerade bei kleinen Unternehmen, denen die Bewerber nicht unbedingt die Tür einrennen, ist ein solches Angebot durchaus üblich. So sagten 20 Prozent der befragten Kleinunternehmer, dass sie in den letzten sechs Monaten durchaus häufiger Gegenangebote gemacht haben. Bei den Mittelständlern waren es 17, bei großen Unternehmen immerhin 15 Prozent. "Unternehmen befinden sich in einer schwierigen Situation, wenn wichtige Mitarbeiter den Arbeitgeber wechseln wollen", sagt auch Sladjan Petkovic, Director bei Robert Half International.

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Jedes fünfte Unternehmen macht Gegenangebote

Von den Unternehmern, die ihre wechselwilligen Angestellten ziehen lassen, befürchtet ein Großteil, dass sich durch solche Offerten die Gehaltsstruktur verzerrt. Die größten Bedenken in dieser Hinsicht haben die Kleinunternehmer. Von ihnen fürchten 44 Prozent, dass Kündigungen ihnen sonst die Lohntabelle kaputt machen könnten. Dass sich eine derartige Personalbindung negativ auf die Beziehung zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern auswirkt, fürchten dagegen zwischen 21 und 29 Prozent der Manager. Ähnlich groß sind die Sorgen, dass die Loyalität einem derart erpressbaren Unternehmen gegenüber abnimmt.

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Loyalität hin, Erpressung her - die Gegenangebote wirken: In Deutschland bewegt knapp ein Drittel dieser Verzweiflungsofferten wechselwillige Mitarbeiter dazu, die Kündigung zurückzunehmen. In England nehmen 31 Prozent der Beschäftigten an, Frankreich liegt mit 29 Prozent knapp dahinter. In Frankreich setzten allein im letzten halben Jahr 27 Prozent der Personaler das Instrument ein. In Großbritannien versuchten es in den letzten sechs Monaten 23 Prozent mit der monetären Überredung. In Deutschland hat gut jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) die Anzahl seiner Gegenangebote erhöht. Petkovic von Robert Half International warnt jedoch davor, nun jeden wichtigen Mitarbeitern gleich mit entsprechenden Incentives zu ködern, der sich mit Wechselgedanken herumschlägt. "Gegenangebote sollten immer auf ihren tatsächlichen Nutzen überprüft und nur bei wirklich unentbehrlichen Mitarbeitern eingesetzt werden", sagt er.

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