Digitalisierung: Was Manager in Zukunft können müssen

Industrie 4.0: Diese Fähigkeiten brauchen Sie in Zukunft

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Für die Industrie 4.0 und ihre Auswirkungen sollen Manager am besten gerüstet sein, wenn sie anpassungsfähig und offen sind. Geht es nicht konkreter?

Bild: VDE

Mit der Digitalisierung der Wirtschaft ändern sich die Anforderungen an Mitarbeiter und Manager. Was Führungskräfte in acht verschiedenen Bereichen können müssen - von Controlling bis Qualitätsmanagement.

Überall ist die Rede von Skills: Soft Skills seien wichtig, das Mindset wichtiger als Fachwörter - Phrasen und unverständliche Anglizismen füllen nicht nur die Stellenanzeigen. Auch Berater sprechen von den Digital Skills, ohne die weder Mitarbeiter noch Manager in Zukunft überleben könnten. Konkreter als: "Der Bewerber sollte neugierig, offen und anpassungsfähig sein und ein Verständnis von Technik haben", wird es allerdings selten. Dabei dürften Unternehmen ja auch trotz Smartphones, Disruptoren und Onlinehandel weiterhin ganz konkrete Erwartungen haben, was ihre Leute können sollen.

Soft Skills werden wichtiger, sind aber nicht alles

Schließlich lässt sich ein Roboter, der in einer Produktion Maschinenteile montiert, nicht durch Neugier allein bedienen. Und das Außendienstteam braucht eine Führungskraft, die mehr kann, als nur offen zu sein. "Führungskräfte brauchen die richtige Kombination aus Fach- und Sozialkompetenzen, damit die digitale Transformation gelingt", sagt Michael Seyda. Er ist Partner der Unternehmensberatung Stanton Chase, die die geforderten Fähigkeiten für acht Unternehmensbereiche aufgelistet hat.

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Was Führungskräfte zukunftsfähig macht

  • Produktion

    Neben Kenntnissen aus der Fertigungs- und Automatisierungstechnik muss ein Führungsverantwortlicher in der Produktion auch über sehr gute IT-Kenntnisse verfügen. Big-Data-Analysten und Experten für Datensicherheit sind heiß begehrt, aber schwer zu finden. Wer hier Erfahrungen vorweisen kann, hat die freie Jobwahl.

    Quelle: Stanton Chase International

  • Supply Chain Management

    Führungskräfte, die für die Lieferkette eines Unternehmens verantwortlich sind, sollten in vorherigen Positionen bereits die Verantwortung für große Teile der Supply Chain übernommen haben. Hier ist Erfahrung gefragt. Auch in diesem Bereich sind gute Kenntnisse in Big Data Analytics gefordert. Wer mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern zusammenarbeitet, sollte außerdem gute Kommunikationsfähigkeiten mitbringen, da die Supply Chain permanent und zielgerichtet anderen Unternehmensbereichen Informationen bereitstellen muss.

  • Qualitätsmanagement

    Qualitätsmanagement (QM) und Qualitätssicherung (QS) unterscheiden sich in Zukunft noch stärker - entsprechend unterscheiden sich auch die Anforderungen. Die Qualitätssicherung wird noch technischer und immer IT-lastiger. Führungskräfte kommen hier in Zukunft ohne mathematische Fähigkeiten und mehr IT-Kompetenzen nicht aus. Außerdem - Achtung Softskill - brauchen sie sehr gute Analysefähigkeiten und die Bereitschaft zu einer permanenten Veränderung.

    Das sollten auch Qualitätsmanager mitbringen. Außerdem müssen die sich in Kunden hineindenken können und über Validierungsmethoden verfügen.

  • Produktentwicklung und Innovation

    Ein Kandidat für eine Führungsposition in den Bereichen Produktentwicklung und Innovation sollte Erfahrungen in Hinblick auf die Entwicklung von nachfrageorientierten Produkten mitbringen. Schon mal Produkte durch den Einsatz von Open-Innovation-Methoden entwickelt zu haben, kann auch nicht schaden.

    Da Produkte für verschiedene Märkte und Zielgruppen nicht in homogenen Teams entstehen können, sind Erfahrungen im Umgang mit kulturellen Problemen wichtig. Ein Leiter Produktentwicklung und Innovation muss außerdem Mitarbeiter und Unternehmensführung gleichermaßen davon überzeugen können, dass Ideen und Wissen von außen für das Unternehmen keine Bedrohung, sondern eine zusätzliche Informationsquelle zur Entwicklung erfolgreicher Produkte darstellen.

  • Einkauf

    Viele Unternehmen binden den Einkaufsleiter heute bereits bei wesentlichen strategischen Entscheidungen mit ein. Diese zu treffen, sollte ihn also nicht überfordern. Außerdem sollte er in der Lage sein, seine Mitarbeiter zu motivieren, so dass diese in Zukunft ein vollkommen anderes Verständnis von ihrer Rolle im Unternehmen haben. Denn sie müssen sich zukünftig beispielsweise mit 3D-Druck oder Big-Data-Analyse-Methoden auskennen, was bisher nicht notwendig war.

  • Vertrieb

    Vertriebsleiter müssen nicht nur den Kontakt zum Kunden halten und pflegen, neue potenzielle Kunden ansprechen und sich gegen neue, marktfremde Wettbewerber behaupten. Sie müssen auch sicher im Umgang mit ERP- und CRM-Systemen sein und sich mit Predictive Analytics auskennen. Mit dieser Prognose-Technik lassen sich Kennzahlen wie etwa potenzielle Kundenabwanderung oder ungenutztes Preispotenzial auswerten und neue Vertriebsstrategien entwickeln. So kann es sinnvoll sein, sich
    auf 20 Prozent der Kunden zu konzentrieren, die 80 Prozent des Umsatzes machen – oder aber den Fokus auf die Neukundenakquise zu richten.

  • Controlling und Finanzen

    Im Finanzbereich werden Führungskräfte gesucht, die neue Unternehmensmodelle aufbauen und weiterentwickeln können. Dafür braucht es eine spezifische Ausbildung in quantitativen Methoden der Data Sciences. Bei der Besetzung von sowohl Führungs- als auch Spezialistenpositionen in Controlling und Finanzen werden demzufolge Kandidaten gesucht, die über sehr gute Fachkenntnisse in den Bereichen Finanzen, Rechnungswesen, Strategie und IT verfügen. Darüber hinaus sollten Kandidaten sehr gut kommunizieren können, da das Controlling in Zukunft noch stärker mit anderen Unternehmensbereichen wie etwa IT oder Unternehmensführung zusammenarbeiten wird.

  • Geschäftsführung (Chief Digital Officer)

    Insbesondere für Unternehmen aus der ‚Old Economy‘ scheint ein CDO oft sinnvoll. Er oder sie muss sehr gute Kenntnisse in den Feldern Digitalisierung, Arbeitsprozesse, Geschäfts- und Strategieentwicklung sowie IT vorweisen und darüber hinaus ein gutes Gespür dafür mitbringen, welche Veränderungen beziehungsweise Ziele mit der vorhandenen Unternehmenskultur vereinbar sind.

    Ein idealer Kandidat kann ein ‚gestandener‘ Manager sein, der bereits ein Unternehmen geleitet und gute Erfahrungen in der Digitalisierung erworben hat. Ebenso kommen aber auch jüngere Kandidaten infrage, die etwa erfolgreich ein Start-up gegründet haben und in kurzer Zeit Erfahrungen im Zusammenhang mit der Entwicklung und Vermarktung einer neuen Technologie sammeln konnten.

Die Liste der geforderten Fähigkeiten reicht von konkreten IT-Kenntnissen, Ahnung von Data Analytics bis Kommunikationsstärke - immer in Abhängigkeit vom jeweiligen Unternehmensbereich. "In vielen Unternehmen herrscht immer noch die Überzeugung, dass Industrie 4.0 nur Maschinen betrifft", sagt Seyda. "Viel gravierender jedoch sind die Auswirkungen auf die Mitarbeiter, die Industrie 4.0 zum Erfolg für das Unternehmen machen sollen."

Deshalb sollten nicht nur Führungskräfte darauf achten, was in Zukunft von ihnen erwartet wird. Unternehmen sollten ihre Anforderungen an Mitarbeiter jeglicher Hierarchieebene in Zukunft auch deutlicher kommunizieren.

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