Internet-Plattformen: Per Klick zum Job

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Internet-Plattformen: Per Klick zum Job

von Oliver Voß

Wie Freiberufler online an Aufträge kommen.

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Online können auch Freiberufler neue Aufträge suchen

Mitte November schlug Matt Barrie sogar Twitter. Als sein Unternehmen an die Börse in Sydney ging, notierte die Aktie zum Start bei 2,50 australischen Dollar, fünf Mal mehr als der Ausgabepreis. Twitter hatte dagegen „nur“ ein Plus von 70 Prozent geschafft.

Der 40-jährige Unternehmer gehört nun zu den reichsten Australiern – dank des von ihm gegründeten Online-Startups Freelancer. Über seine Plattform bringt Barrie Unternehmen, die passende Mitarbeiter für temporäre Aufträge brauchen, mit Freiberuflern zusammen, die Arbeit suchen. Seit dem Start im Jahr 2009 wurden auf Freelancer mehr als fünf Millionen Projekte ausgeschrieben, jeden Monat werden 100 000 neue Jobs online gestellt. Knapp zehn Millionen Nutzer haben sich registriert, darunter allein 75 000 deutsche Unternehmen.

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Mehr Wettbewerb unter Freiberuflern

Längst finden dort nicht nur Niedriglöhner einen Job auf Zeit, der durchschnittliche Stundenlohn liegt bei knapp 18 Euro. „Der Fokus liegt auf Mittelständlern“, sagt Freelancer-Europachef Bill Little. „Sie haben weder die Ressourcen noch den Bedarf, um zum Beispiel Web-Designer in Vollzeit anzustellen.“

Immer mehr Freiberufler Raus aus dem Hamsterkäfig

Viele hoch Qualifizierte machen sich heute lieber selbstständig, anstatt sich an einen Arbeitgeber zu binden – nicht aus Not, sondern aus ökonomischem und sozialem Kalkül. Wird die Festanstellung zum Auslaufmodell?

Quelle: Fotolia

Seit Sommer 2013 bietet Freelancer auch eine deutsche Version seiner Plattform an, die das Wachstum weiter befeuern soll. Denn die meisten Unternehmen hierzulande suchen laut Little nicht billige Programmierer im Ausland, sondern bevorzugen deutschsprachige Freiberufler.

Und davon profitiert eine ganze Reihe weiterer digitaler Jobbörsen: Manche haben sich auf einzelne Berufe spezialisiert – 99Designs etwa ist eigenen Angaben zufolge der größte Online-Marktplatz für Grafikdesign. Das Konzept: Unternehmen melden sich, wenn sie zum Beispiel neue Logos brauchen. Das Portal schreibt dann einen Online-Wettbewerb unter den knapp 280 000 registrierten Kreativen aus. Der Gewinner erhält nicht nur das Preisgeld, sondern bestenfalls auch einen neuen Kunden.

Ebenfalls Designer, aber auch Programmierer, Übersetzer, Texter oder Marketingspezialisten vermittelt Twago. 241 000 Freiberufler aus aller Welt haben sich hier registriert, knapp 215 Millionen Euro wurden bereits für Projekte ausgezahlt.

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