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Jobprofile: Was Top-Manager vom Nachwuchs erwarten

von Daniel Rettig

Dax-Vorstände wünschen sich von Bewerbern völlig andere Qualifikationen als ihre eigenen, zeigt eine aktuelle Studie.

Der erste Job muss der richtige sein

Wer auf standardisierte Einstiegsprogramme in Unternehmen mit hohem Bekanntheitsgrad setze, müsse auch in Kauf nehmen, dass die eigene Berufslaufbahn nachgemacht wirkt, sagt Personalberater Marcus Schmidt. „Gehen Sie eigene Wege. Suchen Sie Ihren Einstieg ruhig gegen den Strich. Probieren Sie etwas aus, was sie wirklich interessiert.“

Bild: AP

Die Lebensläufe von Spitzenmanagern und ihre Erwartungen an den Nachwuchs klaffen krass auseinander. Das ist das Ergebnis der Studie "Akademiker im Chefsessel“ der Unternehmensberatung Roland Berger und der Universität Innsbruck. Sie vergleicht die Ausbildungswege von 181 Dax-Vorständen mit den Anforderungen an künftige Führungskräfte.

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Wichtiger Master

Demnach haben 84 Prozent der Manager ein Universitätsstudium absolviert, fast die Hälfte hat danach noch promoviert. Aber nur 20 Prozent der Führungskräfte erwarten von den Nachwuchskräften einen Doktortitel. Knapp 70 Prozent halten ein Master-Studium für sehr wichtig. Forschungserfahrung spielt für die Personalentscheidungen der Manager so gut wie keine Rolle.

Auch beim Punkt Praxiserfahrung klaffen die Erwartungen der Manager und ihr eigener Lebenslauf weit auseinander. Mehr als 80 Prozent der Manager halten praktische Erfahrung für vorteilhaft – aber nur knapp 14 Prozent der Manager haben sie während ihres Studiums selbst gesammelt.

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Der klassische Weg

Eine ähnliche Beobachtung machten die Studienautoren bei den Punkten unternehmerisches Denken und Kreativität. Zwar suchen viele Konzerne Querdenker mit Unternehmergeist – doch die Lebensläufe der Vorstände zeigen ein anderes Bild.

So hatten lediglich vier Prozent der Befragten in ihrem Leben eine Geschäftsidee, die sie auch umsetzten. Die Mehrheit der Vorstände ging den klassischen Weg mit einem schnellen Universitätsabschluss und sofortigem Berufseinstieg.

Auch hinsichtlich der Auslandserfahrung gehen die Forderungen und Wege auseinander: Über ein Drittel der Befragten hat nie im Ausland studiert oder gearbeitet, obwohl 97 Prozent der Top-Manager einen beruflichen Auslandsaufenthalt für wichtig erachten.

Die Studienautoren raten: Wenn deutsche Unternehmen auch künftig von der soliden Ausbildung ihrer Top-Manager profitieren wollen, sollten sie ihre Rekrutierungsstrategie und ihr Anforderungsprofil überdenken.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 18.06.2012, 12:54 Uhrswa

    Ich würde eher behaupten, dass die Jahrgänge der letzten 5 Jahre, nach einem global graduate Programm und 5 Jahren Arbeit (=Verantwortungsübernahme), eigentlich schon den Konzern führen könnten. Wichtig ist nur, die Investmentbanking Denke im Ingenieurbereich abzulegen und einen niegrigen Gini-Koeffizient als übergeordnetes Ziel im Hinterkopf zu behalten. Da es beim "War of talents" aber eh schon sehr viele gute Talente gibt, die diese Funktion erfüllen können; müssen in der Zukunft die Preise der CEO Gehälter fallen.

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