
Bei Jobsuchenden sind sie häufig die erste Anlaufstelle: Facebook-Karriereseiten. Auf diesen Webseiten stellen sich Unternehmen vor, beschreiben, welche Karrierechancen sie bieten und treten mit künftigen Mitarbeitern in Dialog.
Doch viele Unternehmen nutzen die Möglichkeiten von Facebook nicht sinnvoll, wie eine Studie der Hamburger Personalberatung Atenta jetzt zeigt. Die Autoren haben 281 Facebook-Karriereseiten von Unternehmen in Deutschland, Österreich und Schweiz getestet. Das Ergebnis: Vor allem bei der Kommunikation mit ihren Webseiten-Besuchern tun sich die Unternehmen schwer. Während die Fans auf den Karriereseiten fleißig kommentieren und Beiträge posten, schweigen ihre potenziellen Arbeitgeber.
Bild: dpaBMW
Sowohl bei den Ingenieuren als auch bei den Wirtschaftswissenschaftlern sind die Bayrischen Motoren Werke der beliebteste Arbeitgeber. Diesen Platz hatte der Autobauer auch schon im vergangenen Jahr inne. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern wählten ihn 14,1 Prozent der Befragten, bei den Ingenieuren 17,0 Prozent.
Bild: dpaAudi
Auch Audi ist bei den Ingenieuren und Wirtschaftswissenschaftlern gleich beliebt. in beiden Rankings belegt der Autobauer den zweiten Platz. Bei den Ingenieuren rutschte Audi um einen Platz ab und tauschte so die Plätze mit BMW. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern sprachen sich 13,4 Prozent für Audi aus, bei den Ingenieuren 16,3 Prozent.
Bild: APPorsche
Ebenfalls gleich platziert in beiden Rankings ist Porsche. Mit 11,5 Prozent der Stimmen bei den Wirtschaftswissenschaftlern und 13,2 Prozent bei den Ingenieuren konnte der Autobauer in beiden Rankings von Platz vier auf drei vorrücken.
Bild: APLufthansa
Bei den Wirtschaftswissenschaftlern wurde die Lufthansa von Platz drei auf Platz vier zurück gedrängt. Das Flugunternehmen hat in dieser Sparte 10,3 Prozent der Stimmen. Bei den Ingenieuren liegt die Lufthansa mit ihrer Techniksparte auf Platz sieben im Rating und konnte dort somit ein verbessertes Ergebnis gegenüber dem Vorjahr (Platz neun ) vorweisen. Die Ingenieure gaben der Lufthansa 8,4 Prozent ihrer Stimmen.
Bild: APSiemens
Bei den Ingenieuren liegt Siemens auf Platz 4 und muss so einen Platz gegenüber dem vergangenen Jahr einbüßen. Die Ingenieure gaben dem Unternehmen 12,9 Prozent der Stimmen im Ranking.
Bei den Wirtschaftswissenschaftlern konnte Siemens von Platz sieben auf die sechs aufsteigen. Das Technologie-Unternehmen erhielt 8,3 Prozent der Stimmen dieser Zielgruppe.
Bild: ReutersGoogle
Bei den Wirtschaftswissenschaftlern konnte Google im Vergleich zum Vorjahr einen Platz zulegen und liegt nun auf Platz 5. Der Internet-Riese erhielt 10,1 Prozent der Stimmen. Bei den Ingenieuren schaffte es Google nur auf Platz 23.
Bild: ReutersRobert Bosch
Bei den Ingenieuren steht Bosch auf Platz fünf der beliebtesten Arbeitgeber. Der Hersteller von Haushaltsmaschinen und Autoteilen erhielt 10,9 Prozent der Stimmen. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern folgt Robert Bosch mit 6,9 Prozent der Stimmen auf Platz 10. Im Vorjahr lag der Konzern in dieser Zielgruppe auf Platz 14.
Bild: dpaDaimler
Auf Platz sechs der beliebtesten Arbeitgeber der Ingenieure liegt der Autobauer Daimler. In dieser Sparte hat das Unternehmen 9,2 Prozent der Stimmen bekommen. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern kam Daimler auf den siebten Platz und konnte sich somit gegenüber dem Vorjahr um einen Platz verbessern. Dort erhielt Daimler 7,8 Prozent der Stimmen.
Bild: dpaEADS
Das Luft- und Raumfahrtunternehmen liegt wie schon im vergangenen Jahr bei den Ingenieuren auf Platz sieben im Ranking um die beliebtesten Arbeitgeber. Bei dieser Zielgruppe erhielt das Unternehmen 8,4 Prozent der Stimmen. Bei dem Wirtschaftswissenschaftlern liegt EADS nur auf Platz 35.
Bild: dpaDeutsche Bank
Von Platz neun auf die acht geht es für die Deutsche Bank im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschaftler. Sie erhielt 7,2 Prozent der Stimmen.
BMW
Sowohl bei den Ingenieuren als auch bei den Wirtschaftswissenschaftlern sind die Bayrischen Motoren Werke der beliebteste Arbeitgeber. Diesen Platz hatte der Autobauer auch schon im vergangenen Jahr inne. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern wählten ihn 14,1 Prozent der Befragten, bei den Ingenieuren 17,0 Prozent.
Mehr als die Hälfte der getesteten Unternehmen hat auf die Kommentare und Posts ihrer Seitenbesucher gar nicht reagiert. Die Schreibfaulheit bringt nicht nur Nachteile für das Firmen-Image. Sie führt auch dazu, dass die Botschaften der Unternehmen im Facebook-Informationsstrom versiegen. Bleiben Reaktionen auf Kommentare nämlich aus, werden die Posts des Unternehmens vom Facebook-Algorythmus als weniger wichtig angesehen und erreichen weniger User.
Auch bei der Selbstdarstellung im Web konnten nur wenige Unternehmen überzeugen. Nur knapp 15 Prozent der Getesteten präsentieren zum Beispiel auf der Webseite ihr Facebook-Team persönlich, 42 Prozent der Unternehmen benutzen automatisierte Vorstellungsprogramme.
Überraschend schlecht schnitten Facebook-Karriereseiten ab, die sich speziell an Auszubildende richteten. Diese wissen häufig wenig über die Marke des Unternehmens und sie bekommen auf den Karriereseiten selten die Chance, mehr zu erfahren: Knapp ein Drittel der getesteten Azubi-Karriereseiten stellt das eigene Unternehmen per Image-App vor, etwa 12 Prozent der Webseiten lassen den User das Facebook-Team kennen lernen.
Und auch Stellenanzeigen sind auf Azubi-Karriereseiten am seltensten zu finden. Nur etwa 23 Prozent dieser Seiten verfügten über eine Jobbörsen-App oder Stellenanzeigen auf der Karriereseite. Insgesamt konnten sich bei jeder zweiten Facebook-Recruiting-Seite die Arbeitnehmer über aktuelle Stellenangebote informieren.
Doch es gibt auch Fortschritte in der Webkommunikation. So passt sich inzwischen die Mehrheit der Unternehmen der gängigen Web-Etikette an - knapp 73 Prozent der Firmen duzen ihre Fans, der Rest bleibt beim förmlichen Sie oder benutzt andere Anreden.
Auch die Häufigkeit, mit der die Unternehmen Beiträge online stellen, ist laut den Machern der Studie mit durchschnittlich 12 Beiträgen im Monat gut gewählt. Empfohlen werden etwa vier Beiträge pro Woche - so läuft das Unternehmen nicht Gefahr, die Web-Gemeinschaft mit Posts zu nerven oder aber in Vergessenheit zu geraten.




















