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Jobsuche : Arbeitgeber versäumen Chancen bei Facebook

von Julia Rotenberger

Facebook-Karriereseiten sollen Jobsuchende schnell und unkompliziert ansprechen. Doch nur wenige Unternehmen haben das Prinzip der sozialen Medien verstanden, wie eine Studie zeigt.

Viele Arbeitnehmer nutzen Facebook-Karriereseiten, um sich zu informieren, zu kommentieren oder um sich zu bewerben. Doch die Web-Kommunikation verläuft häufig eingleisig. Mehr als die Hälfte der Unternehmen reagiert nicht auf die Interaktionen ihrer Fans. Quelle: dpa
Viele Arbeitnehmer nutzen Facebook-Karriereseiten, um sich zu informieren, zu kommentieren oder um sich zu bewerben. Doch die Web-Kommunikation verläuft häufig eingleisig. Mehr als die Hälfte der Unternehmen reagiert nicht auf die Interaktionen ihrer Fans. Quelle: dpa

Bei Jobsuchenden sind sie häufig die erste Anlaufstelle: Facebook-Karriereseiten. Auf diesen Webseiten stellen sich Unternehmen vor, beschreiben, welche Karrierechancen sie bieten und treten mit künftigen Mitarbeitern in Dialog.

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Doch viele Unternehmen nutzen die Möglichkeiten von Facebook nicht sinnvoll, wie eine Studie der Hamburger Personalberatung Atenta jetzt zeigt. Die Autoren haben 281 Facebook-Karriereseiten von Unternehmen in Deutschland, Österreich und Schweiz getestet. Das Ergebnis: Vor allem bei der Kommunikation mit ihren Webseiten-Besuchern tun sich die Unternehmen schwer. Während die Fans auf den Karriereseiten fleißig kommentieren und Beiträge posten, schweigen ihre potenziellen Arbeitgeber.

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Sowohl bei den Ingenieuren als auch bei den Wirtschaftswissenschaftlern sind die Bayrischen Motoren Werke der beliebteste Arbeitgeber. Diesen Platz hatte der Autobauer auch schon im vergangenen Jahr inne. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern wählten ihn 14,1 Prozent der Befragten, bei den Ingenieuren 17,0 Prozent.

Bild: dpa

Mehr als die Hälfte der getesteten Unternehmen hat auf die Kommentare und Posts ihrer Seitenbesucher gar nicht reagiert. Die Schreibfaulheit bringt nicht nur Nachteile für das Firmen-Image. Sie führt auch dazu, dass die Botschaften der Unternehmen im Facebook-Informationsstrom versiegen. Bleiben Reaktionen auf Kommentare nämlich aus, werden die Posts des Unternehmens vom Facebook-Algorythmus als weniger wichtig angesehen und erreichen weniger User.

Auch bei der Selbstdarstellung im Web konnten nur wenige Unternehmen überzeugen. Nur knapp 15 Prozent der Getesteten präsentieren zum Beispiel auf der Webseite ihr Facebook-Team persönlich, 42 Prozent der Unternehmen benutzen automatisierte Vorstellungsprogramme.

Überraschend schlecht schnitten Facebook-Karriereseiten ab, die sich speziell an Auszubildende richteten. Diese wissen häufig wenig über die Marke des Unternehmens und sie bekommen auf den Karriereseiten selten die Chance, mehr zu erfahren: Knapp ein Drittel der getesteten Azubi-Karriereseiten stellt das eigene Unternehmen per Image-App vor, etwa 12 Prozent der Webseiten lassen den User das Facebook-Team kennen lernen.

Und auch Stellenanzeigen sind auf Azubi-Karriereseiten am seltensten zu finden. Nur etwa 23 Prozent dieser Seiten verfügten über eine Jobbörsen-App oder Stellenanzeigen auf der Karriereseite. Insgesamt konnten sich bei jeder zweiten Facebook-Recruiting-Seite die Arbeitnehmer über aktuelle Stellenangebote informieren.

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Doch es gibt auch Fortschritte in der Webkommunikation. So passt sich inzwischen die Mehrheit der Unternehmen der gängigen Web-Etikette an - knapp 73 Prozent der Firmen duzen ihre Fans, der Rest bleibt beim förmlichen Sie oder benutzt andere Anreden.

Auch die Häufigkeit, mit der die Unternehmen Beiträge online stellen, ist laut den Machern der Studie mit durchschnittlich 12 Beiträgen im Monat gut gewählt. Empfohlen werden etwa vier Beiträge pro Woche - so läuft das Unternehmen nicht Gefahr, die Web-Gemeinschaft mit Posts zu nerven oder aber in Vergessenheit zu geraten.

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