Karriere: Der Wille zur Macht zahlt sich aus

Karriere: Der Wille zur Macht zahlt sich aus

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Ohne ausgeprägten Machtwillen ist der Weg in die Führungsetage schwieriger, zeigt eine Studie.

In den Medien ist viel davon die Rede, dass der autoritäre, machtbesessene Chef ausgedient hat. In real existierenden Unternehmen scheint er aber noch aktiv zu sein, wie eine Studie zeigt.

Wer es in deutschen Unternehmen bis in die obere Führungsetage schaffen will, kommt offenbar ohne ausgeprägten Machtwillen nicht aus. Die Top-Führungskräfte zeigen deutlich mehr Persönlichkeitsmerkmale von "Machtstrebern" als ihre Kollegen im mittleren Management oder den Einstiegspositionen.

Das zeigt eine Studie der Firma "Metaberatung", die sich auf Persönlichkeitsverfahren und Personaldiagnostik spezialisiert hat. Sie befragte 3895 Führungskräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Davon waren 15,4 Prozent Nachwuchs-Manager, 45,3 Prozent im mittleren Management und 39,3 Prozent im Top-Management beschäftigt. Der Anteil der weiblichen Führungskräfte lag bei 16,2 Prozent.

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Die Top-Manager in den deutschsprachigen Ländern werden auf der Karriereleiter offenbar immer noch sehr traditionell nach ihrer Machtmotivation ausgewählt. Trotz der in den Medien propagierten Schlagworte von Teamwork, Kooperations- und Netzwerk-Strukturen hat sich daran in der Unternehmenspraxis nur wenig geändert.

"In Zukunft wird sich der moderne Führungsstil jedoch noch stärker neuen Trends in der Unternehmenskultur anpassen müssen", prophezeit Rainer Neubauer von Metaberatung. "So stellen wir beispielsweise fest, dass besonders die jüngere Generation einen autoritären Führungsstil zunehmend ablehnt. Die Manager von morgen sind daher gezwungen stärker moderierend tätig zu werden, um Teams zum Erfolg zu bringen."

Lernbereitschaft stärker ausgeprägt

Wichtiges Persönlichkeitsmerkmal ist dabei die Fähigkeit, sich als Führungskraft zurücknehmen zu können - also die Mitarbeiter selbstlos zu unterstützen. Hier zeigen sich je nach Management-Ebene Unterschiede: Während Nachwuchskräfte eine geringere Bereitschaft aufweisen, andere Mitarbeiter selbstlos in ihrer Entwicklung zu unterstützen, ist die altruistische Grundhaltung in den mittleren und obersten Führungsetagen stärker ausgeprägt.

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Der Grund: Das selbstlose Handeln wird beim Karrierestart häufig als hinderlich wahrgenommen, beim späteren Aufstieg in der Managementkarriere jedoch vom Unternehmen eingefordert. Dafür sorgen beispielsweise Zielvereinbarungen zur Kundenorientierung oder die Shareholder-Value-Ausrichtung, die ohne einen Fokus auf Teamarbeit mit anderen Mitarbeitern nicht realisierbar sind.

Wer es bis ganz nach oben schaffen will, sollte außerdem überdurchschnittlich kreativ, schlagfertig und lernwillig sein - wie die Profile der Entscheider zeigen. "Die Bereitschaft zu lernen ist bei den Top-Managern im Vergleich zu den Nachwuchsführungskräften stärker ausgeprägt. Dies beinhaltet auch die zentrale Fähigkeit, aus den eigenen Fehlern zu lernen", sagt Neubauer.

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