Karriere ist nicht alles: Freunde und Familie sind wichtiger als der Job

Karriere ist nicht alles: Freunde und Familie sind wichtiger als der Job

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Karriere geht den Deutschen nicht über Freunde und Familie.

Work-Life-Balance ist zumindest für Angestellte kein bloßes Modewort. Wenn sie sich zwischen Karriere und geliebten Menschen entscheiden müssen, wählen 60 Prozent die Familie. Das sollte Unternehmen zu denken geben.

Die Zeiten, in denen Manager 70 Stunden pro Woche rund um den Globus jagen und ihre Familie nur noch vom Foto her kennen, sind langsam vorbei. Immer mehr Menschen wollen, dass sich der Job gut mit ihrem Privatleben vereinbaren lässt, wie eine Forsa-Umfrage für das Karriereplattform Xing zeigt. Demnach sagen 60 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte, dass sie keinesfalls für die Karriere ihr soziales Umfeld aufgeben würden.

Wie es weltweit um die Work-Life-Balance bestellt ist

  • Spanien

    Bessere Zeugnisse stellen die Spanier ihren Arbeitgebern aus. Dort fühlt sich mehr als die Hälfte (56 Prozent) vom Arbeitgeber unterstützt.

  • Frankreich

    Noch weniger Vertrauen in ihren Arbeitgeber als die Deutschen haben die Franzosen. Dort meinen nur 41 Prozent der Mitarbeiter, dass ihr Unternehmen sie dabei unterstützt, Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang bringen zu können.

  • Deutschland

    Die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland fühlt sich beim Thema Work-Life-Balance von ihrem Arbeitgeber im Stich gelassen, wie eine Umfrage der Unternehmensberatung Hay Group zeigt.

  • USA

    Weltweit ist die Zufriedenheit in Zentral- und Nordamerika am höchsten. So geben 70 Prozent der Zentralamerikaner an, dass ihr Arbeitgeber für eine gute Work-Life-Balance sorgt. In Nordamerika sind es 65 Prozent.

Unternehmen sollten also nicht erwarten, dass Mitarbeiter für jeden Job bereit sind, umzuziehen und ihre Freunde zurückzulassen. Wichtiger als berufliches Fortkommen ist den Befragten auch ihre Partnerschaft. 57 Prozent lehnen eine Fernbeziehung als Preis für die Karriere ab. Ostdeutsche sind hier tendenziell konsequenter: Für den Job eine Fernbeziehung in Kauf zu nehmen, kommt für 64 Prozent keinesfalls in Frage. Zudem sind die Menschen in den neuen Bundesländern heimatverbundener: Jeder Zweite kann sich nicht vorstellen, für den Job in eine andere Stadt zu ziehen.

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Mitarbeiter wollen flexible Arbeitszeiten und Elternzeit

Entsprechend hoch sind die Anforderungen der High Potentials an ihre zukünftigen Arbeitgeber: 87 Problem der Befragten halten flexible Arbeitszeiten für ein sehr wichtiges beziehungsweise wichtiges Angebot des Arbeitgebers. Eine hohe Akzeptanz von Elternzeit für Männer halten 53 Prozent für zentral. Frauen (61 Prozent) sowie die bis 29-Jährigen (67 Prozent) und 30-39-Jährigen (64 Prozent) messen dieser eine noch größere Bedeutung bei. Kinderbetreuung direkt im Unternehmen ist dagegen nur für gut jeden Vierten ein relevantes Angebot.

Welche Arbeitszeitmodelle deutsche Unternehmen Familien anbieten

  • Teilzeit

    Die Teilzeit ist bei deutschen Firmen das beliebteste Arbeitszeitmodell, immerhin 79,2 % aller Unternehmen bieten sie ihren Angestellten an.

  • Individuelle Arbeitszeiten

    Das zweitbeliebteste Arbeitszeitmodell deutscher Unternehmen sind mit 72,8 % Individuelle Arbeitszeiten.

  • Flexible Tages- oder Wochenarbeitszeit

    Die Flexible Tages- oder Wochenarbeitszeit bieten 70,2 % der deutschen Unternehmen an.

  • Keine Arbeitszeitkontrolle

    46,2 % der Firmen führen keine Arbeitszeitkontrolle durch, wenn ihre Angestellten familienbedingt kürzer treten müssen.

  • Flexible Jahres- oder Lebensarbeitszeit

    Nur 28,3 % der deutschen Unternehmen räumen ihren Mitarbeitern eine Flexible Jahres- oder Lebensarbeitszeit ein.

  • Telearbeit

    Gerade einmal 21,9 % der deutschen Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit der Telearbeit an.

  • Jobsharing

    Mit 20,4 % ist das Arbeitszeitmodell des Jobsharings in Deutschland äußerst begrenzt.

  • Sabbaticals

    Ein Sabbatical kommt nur bei 16,1 % der deutschen Unternehmen als Arbeitszeitmodell in Frage.

Für viele Unternehmen sind diese Angebote mittlerweile selbstverständlich. Doch ob ein neuer Arbeitgeber hält, was er in seiner Imagebroschüre oder auf der Homepage verspricht, zeigt sich leider erst in der Praxis. Die Angst davor, dass ein Unternehmen im Nachhinein nicht dem entspricht, wie es sich nach außen präsentiert, ist für 65 Prozent der Befragten mit Abstand der größte Stressfaktor bei der Jobsuche.

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