Karriere: Was man sich vom Chef wünschen darf

24. Dezember 2012, aktualisiert 24. Dezember 2012, 12:45 Uhr
Der Chef als Weihnachtsmann. Quelle: Getty ImagesBild vergrößern
Der Chef als Weihnachtsmann. Quelle: Getty Images
von Martin Dowideit und Martin Dowideit Quelle: Handelsblatt Online

Weihnachten ist die Zeit der Geschenke – und auch Chefs können ihre Mitarbeiter glücklich machen. Nicht mit Präsenten, aber mit angemessener Verhaltungsweise. Worüber sich Arbeitnehmer freuen.

DüsseldorfHandelsblatt-Online-Leser Norbert Kretschmer hat einen einfachen Wunsch an seinen Vorgesetzten. Die Firma solle „alle Sonderzahlungen wie Weihnachts-und Urlaubsgeld“ wieder einführen. Denn seit dem Austritt des Betriebs aus dem Arbeitgeberverband seien diese Privilegien gestrichen worden. Mehr Geld fordern für das kommende Jahr tatsächlich 37 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, so das Ergebnis einer Umfrage des Personaldienstleisters Manpower unter 1000 Beschäftigten.

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Doch ein aufwändiges Geschenk oder mehr Geld sind nicht die besten Präsente, die eine Führungskraft ihren Mitarbeitern machen kann, sagt der renommierte amerikanische Management-Berater Jack Zenger von der Firma Zenger Folkman. An die oberste Stelle der Wunschliste sollten Beschäftigten stattdessen setzen: „Für einen kompetenten Chef arbeiten“. Denn eine Analyse von 45.000 Bewertungsbögen von Führungskräften hätte ergeben, dass die Wahrnehmung des Chefs extrem weit auseinanderfalle. Zwischen Bewunderung und Ablehnung sei alles dabei. Richtig freuen sich Arbeitnehmer über einen Chef, der als Vorbild taugt.

Auch die Manpower-Umfrage schlägt in die Kerbe. Denn der zweit häufigste Wunsch an die eigene Karriere im kommenden Jahr ist mit 17 Prozent die Hoffnung auf mehr Anerkennung am Arbeitsplatz. Und da sind Chefs in der Bringschuld. Und ihnen würde noch nicht einmal allzu viel abverlangt, um den Wunsch zu erfüllen.

Die Analyse von Zenger Folkman kommt zu dem Ergebnis, dass sich selbst die schlechten Chefs verbessern können, wenn sie ein wenig Selbstdisziplin zeigen. „Führung dreht sich ganz zentral darum, wie man die Personen behandelt, die man führt“, sagt Zenger. Es zeige sich: Chefs, die sich darauf konzentrieren, das Verhältnis zu den Untergebenen zu verbessern, hatten damit Erfolg und steigen tatsächlich in der Einschätzung der Untergebenen. Doch wie wird man ein besserer Chef? Zenger hat dazu acht Kerntipps erarbeitet und sie in einem Blogeintrag für das US-Wirtschaftsmagazin Forbes vorgestellt.


Acht Wünsche an einen besseren Chef

1. Teammitglieder zu Hochleistungen motivieren

Die Auswertung der Bewertungsbögen habe gezeigt, dass die größte Diskrepanz zwischen gut und schlecht bewerteten Chefs an diesem Punkt fest gemacht wurde: Nur wer als Chef motivieren kann, wird auch als gut wahrgenommen.

2. Das große Ganze im Blick haben

Von Mitarbeitern wird es geschätzt, wenn der Chef sich trotz Kenntnis des Tagesgeschäfts auch mit übergeordneten Themen befasst. Denn das gebe den Team-Mitgliedern den Eindruck, etwas Bedeutendes zu leisten.

3. Ein Umfeld zu schaffen, in dem man etwas Lernen kann

Gute Chefs halten ein Auge darauf, dass sich die eigenen Mitarbeiter weiter entwickeln und besser werden können. Die Unterstützung von Fortbildungsmaßnahmen gehört zum Beispiel dazu.

4. Sich für die Sorgen der Mitarbeiter interessieren

Verantwortungsvolle Vorgesetzte sorgen dafür, dass die Arbeit nicht überhand nimmt und das Privatleben nicht über die Maße in Anspruch nimmt


Das einhalten, was man verspricht

5. Konflikte lösen und auf Zusammenarbeit bestehen

Wenn sich Mitarbeiter in einer Gruppe nicht verstehen, zieht das die Leistung des gesamten Teams herunter. Gute Chefs drängen auf Zusammenarbeit und lösen Konflikte.

6. Mitarbeiter herausfordern

Auf den ersten Blick könnte es gut ankommen, von Mitarbeitern weniger zu fordern und dadurch beliebter zu werden. Doch dem ist laut Zenger nicht so. Zwar dürfe man die Untergebenen nicht überfordern. Aber wenn man ihnen etwas zutraut und große Ziele vorgibt, hat das einen positiven Effekt. Denn wenn die Vorgaben dann erreicht werden, erfüllt das mit Genugtuung.

7. Kommunizieren

Nur wer auf die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter hört und direkt darauf reagiert, kann zu den besten Chefs gehören.

8. Die eigenen Worte in Taten umsetzen

Wenn man sicher sein kann, dass der Chef den eigenen Ankündigungen auch Taten folgen lässt, wird er als Vorbild wahrgenommen.

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