Karriere: Wie man sich richtig coachen lässt

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Karriere: Wie man sich richtig coachen lässt

Karrierecoaching wird immer beliebter. Doch wie findet man den passenden besten Berater? Wie läuft so ein Treffen ab und was ist dabei entscheidend? Gastautorin Sandra Altmeyer kennt das Coaching von beiden Seiten und berichtet aus eigener Erfahrung.

Wer sich beruflich verbessern möchte, kann in einem Karrierecoach einen passenden Sparringpartner finden. Ein professioneller Helfer kann durchaus etwas für den eigenen Karrieresprung tun. In einem gesichertem Umfeld können reale berufliche Situationen vorbereitet werden. Themenbereiche für Coachings können unter anderem sein: Gehaltsverhandlung, Beförderung, Bewerbung und Neuorientierung oder Gründung eines eigenen Unternehmens. Aber auch das Verhalten bei Konflikten, die Work-Life-Balance oder der eigene Außenauftritt.

Da der Begriff „Karrierecoach“ rechtlich nicht geschützt ist, ist es nicht leicht, wirklich kompetente Berater zu finden. Einen guten Coach zeichnen emotionale Intelligenz und Kommunikationsstärke aus, möglichst auch eine Coaching- oder Karriereberaterausbildung. Erfahrung in Unternehmen, möglichst mit Führungsverantwortung ist von Vorteil, um die inneren Spielregeln der Wirtschaftswelt zu kennen. Die Branche oder Fachrichtung spielt eine geringere Rolle.

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Wichtig ist, einen individuell passenden Partner für sein persönliches Anliegen zu finden. Dafür ist es notwendig, im Vorhinein die Bedürfnisse des Klienten und die Erfahrungen und das Wissen des Karrierecoachs abzustimmen. Einen Eindruck davon erhält man vielleicht schon in der Kurzvita auf der Website und in seinen Fachbeiträgen. Ein persönliches Telefongespräch im Vorhinein ist auf jeden Fall sehr ratsam.

Die Kosten eines Karrierecoachings für Privatpersonen beginnen bei ca. 100 Euro pro Stunde, wobei ein seriöser Coach die Zeit nicht mit der Stoppuhr misst. Ein guter Karrierecoach arbeitet nach klaren ethischen Grundsätzen. Neben Verschwiegenheit ist eine gewisse Vertrauensbasis dabei das Wichtigste. Sie ist Grundlage für das Gelingen und das A und O im Karrierecoaching. Nur so lassen sich später Interventionstechniken und Führung gezielt einsetzen.

Jeder Karrierecoach arbeitet mit verschiedenen Werkzeugen, so genannten „Tools“. Das sind Fragetypen und Methoden. Als Fragetypen kommen z.B. hypothetische Fragen, Ressourcenfragen oder Lösungsfragen vor. Methoden können zum Beispiel das NLP (Neurolinguistisches Programmieren), das Disney-Konzept oder das Innere Führungsteam sein. Coaches gebrauchen für die wichtigsten Schritte oft die englischen Begriffe: Rapport, Pacen, Leaden. Das heißt: Zunächst einen guten Draht zu dem Klienten finden, ihm zuhören und an der jetzigen Station abholen. Danach ihn ein Stück des Weges begleiten, gleiche Signale verbal und nonverbal nutzen, und zum passenden Zeitpunkt ihn in die richtige Richtung führen

Wie läuft so ein Karrierecoaching konkret ab? Meistens treffen sich Klient und Karrierecoach in einem öffentlichen Umfeld, also einem Restaurant oder Bistro. Nach einer kurzen Aufwärmphase, die meist schon recht zielgenau auf den Klienten zugeschnitten ist, geht es um die Klärung der Situation und des Zieles. Stand heute – und was soll nach Abschluss erreicht sein? Dabei stellt sich oft heraus: Es gibt ein Ziel hinter dem Ziel. Kann bedeuten: Mit einer Gehaltserhöhung strebe ich nicht nach mehr Geld, sondern nach mehr Ansehen. Das ist entscheidend, denn nur wer seine wirklichen Wünsche kennt, kann den ersten Schritt auf seinem neuen Weg gehen.

Im weiteren Verlauf wird es konkret: Welcher neue Posten würde passen? Wie bitte ich meinem Chef am klügsten um eine Gehaltserhöhung? Das Spektrum ist groß. Das Anliegen bestimmt natürlich auch die Dauer des Einsatzes. Eine passgenaue Optimierung der Bewerbungsunterlagen ist meist in ein bis zwei Stunden erledigt. Geht es allerdings um die Änderung der inneren Landkarte, sprich Werte und Normen, die jahrelang gelebt wurden, kann dieses sich über einen langen Zeitraum hinziehen. Die Trainingsintervalle bestimmt der Klient in Absprache mit dem Karrierecoach selbst.

 

Wie man einen guten Karrierecoach erkennt

  • Kosten

    Karrierecoachings für Privatleute kosten ab ca. 100 Euro pro Stunde. Sie können steuerlich abgesetzt werden.

  • Suche

    Egal, ob Sie übers Internet, andere Medien oder persönliche Empfehlungen suchen, wichtig ist, dass der Coach mit seinen Kenntnissen und Erfahrungen zu den eigenen individuellen Bedürfnissen passt. Eine Abstimmung im Vorfeld ist notwendig.

  • Arbeitsfelder

    Es gibt verschiedene Arbeitsfelder im Karrierecoaching. Neben Bewerbungstraining und Gehaltsverhandlung zum Beispiel auch Konfliktsituationen zwischen Mitarbeiter und Chef. Auch der Einsatz verschiedener Kommunikationstechniken für die Außenwirkung kann Thema sein.

  • Vertrauen

    Vertrauen ist die Grundlage für das Gelingen eines Coachings. Eine positive Grundstimmung ist notwendig. Die meisten Coaches bieten im Vorfeld ein kurzes kostenloses Telefongespräch an. Das sollte man wahrnehmen.

  • Vorbereitung

    Bereiten Sie sich gewissenhaft auf die Sitzungen vor. Wenn Sie genau wissen, was sie erreichen wollen und Materialien (zum Beispiel Bewerbungen) mitbringen, ist die kostbare Gesprächszeit besser zu nutzen.

  • Bedürfnisse

    Der Coach wird durch viel Zeit, aktives Zuhören und sprachliche Fragetechniken ergründen, welche Wünsche dem Klienten am Herzen liegen. Die Bedürfnisse zu äußern, ist deshalb so wichtig, weil diese die Grundlage für die spätere Zielfindung sind.

  • Methoden

    Kluge Fragetechniken und Methoden sind Werkzeuge des Coaches. Dazu gehören zum Beispiel die hypothetische Frage (Was würden Sie tun, wenn sie Chef wären?) oder die Lösungsfrage (Wie haben Sie frühere Herausforderungen gelöst?). Ein guter Coach hat breites Wissen auf diesem Gebiet und viel Erfahrung im Umgang mit Menschen.

  • Plan

    Das Wichtigste beim Karrierecoaching ist die Festlegung eines Plans mit festen Stationen. Denn nur wenn das Beschlossene in die Praxis umgesetzt wird und weitere Schritte verbindlich abgearbeitet werden, kann am Ende das gewünschte Ziel erreicht werden.

Ein guter Coach gibt Denkanstöße, die helfen innere Blockaden zu lösen und eingefahrene Wege zu verlassen. Er erweitert den Blickwinkel des Klienten und hilft ihm, sich für Veränderungen zu öffnen. Er gibt Orientierung, hilft bei der Zielklärung, informiert, regt Lösungen an und sichert durch verbindliche Festlegung der nächsten Schritte die Umsetzung in der Praxis.

 

 

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