Karriereleiter: Der Neustart in die Selbstständigkeit muss gut durchdacht sein

kolumneKarriereleiter: Der Neustart in die Selbstständigkeit muss gut durchdacht sein

Bild vergrößern

Die Menschen träumen gerne vom Job-Ausstieg. Doch sieht die Realität der Selbstständigkeit wirklich so rosig aus?

Kolumne von Simone Janson

Langweiliger Job, schlechter Chef, nervige Kollegen – warum also nicht alles hinschmeißen und etwas Eigenes machen? Klingt gut, doch sollte man beim beruflichen Umstieg ein paar Dinge beachten.

Menschen träumen gerne. Und ebenso gerne bedienen die Medien dieses Bedürfnis und propagieren immer wieder Beispiele von glücklichen Job-Aussteigern: Nach dem Motto „Früher war ich Investmentbanker, heute bin ich...“ wahlweise Life-Coach, Reiseblogger, Fotograf oder ähnliches, werden gerne Traumjobs vorgestellt, die anscheinend jeder machen kann. Doch die Schattenseiten werden gerne verschwiegen.

Auf der anderen Seite stehen TV-Formate wie "Goodbye Deutschland", bei denen sich das Publikum genüsslich am Scheitern der oftmals etwas blauäugigen Protagonisten weidet. Am Ende kann man sich gemütlich vom heimischen Sofa aus sagen „Siehste, ich habe es gleich gewusst, in der Ferne ist doch nicht alles besser.“

Anzeige

Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte: Aus Bequemlichkeit oder Angst im falschen Job auszuharren, obwohl man die eigene Situation verbessern könnte, ist ebenso wenig zielführend wie ruckartig alles hinzuschmeißen. Denn nicht jede radikale berufliche Veränderung macht automatisch glücklicher, so manche führt auch zu mehr finanzieller Unsicherheit. Und oft kommt man nur in kleinen Schritten weiter – und sei es, dass man sich in eine andere Abteilung versetzen lässt oder Missverständnisse mit dem Chef klärt.

Tatsächlich liegt die Crux darin, zu erkennen, ob eine Veränderung der Lebensumstände überhaupt die Lösung bringt – oder ob man sich selbst ändern muss. Wie etwa der Däne Jesper Voss: Als Neunjähriger zog er aus Kopenhagen mit seiner Mutter nach Luxemburg und arbeitete dort später als Headhunter und Recruiter – unter anderem für das dortige Arbeitsamt. Aus gesundheitlichen Gründen, um mehr Bewegung und frische Luft zu haben, gab der heute Fünfzigjährige 2005 seinen stressigen Job, sein Haus und Luxemburg auf - und gründete stattdessen auf der dänischen Nordseeinsel Fanø sein kleines Tourismus-Unternehmen Fanø Sport & Event.

Auch heute ist er manchmal gestresst von den Kunden, arbeitet wieder zehn Stunden pro Tag und mehr. Aber er ist viel draußen und kann zum Beispiel bei Austernsafaris seiner Leidenschaft für die nordische Küche nachgehen. Damit die Sache ans Laufen kam, musste sich Voss seine Kontakte vor Ort aber erst Schritt für Schritt aufbauen.

Oder die Französin Carinne Solo, die zwölf Jahre lang in einem großen Unternehmen in Quimperlé als Human Resources Director arbeitete, bevor sie in dem bretonischen Städtchen Guingamp mit ihren Eltern ihr eigenes Hotel eröffnete - eine Entscheidung fürs Leben, wie sie sagt: „Für viele mag das passen, aber ich war im Personalwesen nicht am richtigen Platz. Wie soll man einen Job gut machen, auf den man nicht richtig Lust hat?“

Geholfen bei der Entscheidung haben ihr der familiäre Zusammenhalt und auch die starke regionale Verwurzelung: So bekam die Familie beim Ausbau immer wieder Hilfe von den Nachbarn.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%