Karriereleiter: Kein Job? Ab in die Provinz!

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kolumneKarriereleiter: Kein Job? Ab in die Provinz!

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In der Provinz winken interessante Jobs - man muss sie nur finden und kompromissfähig sein.

Kolumne von Simone Janson

Zur Jobsuche gehört heute der Umzug wie selbstverständlich dazu. Doch meist zieht es die Jobnomaden in große Städte und zu bekannten Unternehmen. In der Provinz mag keiner so recht arbeiten. Dabei winken hier interessante Jobs - man muss sie nur finden und kompromissfähig sein.

Zugfahrt irgendwo in Süddeutschland, mir gegenüber sitzt ein dreizehnjähriger Junge mit klaren Vorstellungen von seinem späteren Berufsweg: Ingenieur will er werden und Autos bauen. Bei einem bekannten Stuttgarter Konzern. Alternativ auch bei einem anderen Unternehmen? Eher nicht.

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So ist das mit den Kindern und ihren Berufswünschen: Sie wollen häufig das, was sie schon kennen - sei es durch die Eltern, die Medien oder weil das Unternehmen direkt vor der Haustür liegt. Autos bauen ist da nur einer von vielen Kindheitsträumen. Nicht wenige bleiben denen aber auch als Erwachsene treu und haben nach Studium oder Ausbildung erst einmal die großen Konzerne im Blick.

Oder es zieht sie in die hippen, kreativen Großstädte, allen voran Berlin und Hamburg. Arbeiten im Schwarzwald, in Franken oder im Emsland kann sich hingegen kaum jemand vorstellen. Auch weil man von den dortigen kleinen und mittelständischen Unternehmen häufig nicht einmal den Firmennamen kennt, geschweige denn weiß, was das Unternehmen macht oder als Arbeitgeber zu bieten hat.

Die attraktivsten Regionen für Fachkräfte

  • 44 Prozent

    Laut des aktuellen Fachkräfte-Atlas der Jobbörse Stepstone würden 44 Prozent sofort ihre Koffer packen und nach Bayern ziehen, wenn sie dort eine geeignete Stelle finden.

  • 38 Prozent

    Nord und süd: Jeweils 38 Prozent nannten Baden-Württemberg beziehungsweise den Stadtstaat Hamburg attraktive Regionen für Fachkräfte.

  • 30 Prozent

    Ein Drittel möchte in Nordrhein-Westfalen arbeiten.

  • 28 Prozent

    Berlin mag sexy sein. Als Fachkräfteregion ist die Heuptstadt jedoch nur für 28 Prozent der Befragten attraktiv.

  • 21 Prozent

    Noch weniger, nämlich 21 Prozent, können sich vorstellen, zum Arbeiten nach Hessen zu ziehen.

  • 20 Prozent

    20 Prozent halten Niedersachsen für eine attraktive Fachkräfte-Region.

  • 16 Prozent

    16 Prozent wollen nach Rheinland-Pfalz.

  • 13 Prozent

    13 Prozent zieht es nach Schleswig-Holstein.

  • 11 Prozent

    Nur elf Prozent wollen in Bremen leben und arbeiten.

  • 9 Prozent

    Neun Prozent könnten es sich vorstellen, für einen Job nach Sachsen zu ziehen.

  • 7 Prozent

    Jeweils sieben Prozent nannten Brandenburg beziehungsweise Mecklenburg-Vorpommern eine attraktive Fachkräfte-Region.

  • 6 Prozent

    Sechs Prozent würden nach Thüringen ziehen.

  • 5 Prozent

    Ins Saarland wollen fünf Prozent.

  • 4 Prozent

    Vier Prozent könnten sihc vorstellen, nach Sachsen-Anhalt zu ziehen.

Dabei könnten die für Jobsuchende hochattraktiv sein. Viele Mittelständler sind auf ihrem Gebiet Weltmarktführer und entsprechend auch international tätig. Vielleicht winkt dabei nicht das Traumgehalt und der Firmenwagen eines Großkonzerns. Dafür kann man im Mittelstand oft besser selbst gestalten, schneller Verantwortung übernehmen und aufsteigen, so heißt es. Anders als ein hippes Start-up auf dem Weg zum Exit bieten sie eine gewisse Jobsicherheit und Loyalität gegenüber den Mitarbeitern. Und weil gerade in entlegenen Regionen händeringend Arbeitskräfte gesucht werden, müssten die jeden Jobsuchenden doch mit Kusshand nehmen - oder?

Karriereleiter Gibt es den Fachkräftemangel wirklich?

Der Fachkräftemangel wird heiß diskutiert. Während sich die einen um den Wirtschafts- und Technikstandort Deutschland sorgen, sehen andere lediglich ein Problem einzelner Unternehmen. Was stimmt denn jetzt?

Computermonitore Quelle: dpa

Tatsächlich gibt es auf dem Arbeitsmarkt ein Nicht-Passen (neudeutsch: Mismatching) zwischen Traditionsunternehmen und jungen, ambitionierten Fachkräften. Optimale Arbeitsbedingungen machen kleinere Unternehmen mit Standortnachteil durchaus attraktiver. Doch gerade die traditionsreichen, inhabergeführte Mittelständler tun sich schwer mit den aktuellen Trends am Arbeitsmarkt. Beispiel familienfreundliche Arbeitszeiten: Da wurden häufig die Zeichen der Zeit erkannt, Kindergärten gebaut und flexible Arbeitszeitmodelle mit Gleitzeit und Teilzeitarbeit geschaffen - aber häufig mit Einschränkung.

Mal dürfen Mitarbeiter nur drei Tage in der Woche ins Home Office, mal nur, wenn betriebliche Belange es ermöglichen. In Wahrheit legen gerade Mittelständler noch großen Wert auf die Präsenz der Mitarbeiter, Telearbeit ist eher die Ausnahme. Von völliger Flexibilität, wie sie sich viele Bewerber wünschen und einige Konzerne bereits anbieten, ist man also noch weit entfernt.

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