Karriereleiter: So entkommen Sie der Prokrastinationsfalle

kolumneKarriereleiter: So entkommen Sie der Prokrastinationsfalle

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Prokrastination ist längst nicht nur ein Management-Problem.

Kolumne von Simone Janson

Probleme und schwierige Themen auszusitzen, scheint derzeit in Mode zu sein. Doch es gibt Wege aus der Prokrastinationsfalle. Eine Kolumne.

Ein Blick auf die politische Entwicklung, aber auch in viele Unternehmen könnte den Schluss nahe legen, dass das Aufschieben unliebsamer Dinge ein gesellschaftlicher Normalzustand ist. Allzu oft werden wichtige Entscheidungen ausgesessen, begleitet von der schalen Hoffnung, das schwierige Problem werde sich in Luft auflösen, wenn man nur lange genug wartet. Ein Irrtum.

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Das dicke Ende kommt, und dann meist noch dicker als befürchtet – auch das kann man bei Politikern ebenso gut beobachten wie beim VW-Skandal. Die Unternehmensberaterin Roswitha A. van der Markt sagt: "Made in Germany - einerseits durch VW gewaltig in ethischer Schieflage, andererseits mit Kopf und Geist unter der Decke."

Gemeint ist damit die digitale Entwicklung: Eine Umfrage von Accenture zeigte 2015, dass 70 Prozent der deutschen Manager lieber keine Vorreiterrolle in der digitalen Transformation übernehmen, sondern bereits ausgereifte digitale Modelle lieber später übernehmen wollen. Dazu passt, dass Porsche-Chef Matthias Müller selbstfahrende Autos kürzlich als vorübergehenden Hype abtun wollte.

Mehr als ein Management-Problem

Doch Aufschieberitis ist längst nicht nur ein Management-Problem, sondern scheint weite Teile der arbeitenden Bevölkerung ergriffen zu haben: "Steuererklärung – ja nächste Woche..". "Die wichtige Entscheidung? Kann warten..." Und alle Prokrastinierer teilen ein Problem: Indem sie lieber vermeiden als zu handeln und Versprechungen nicht einhalten, verspielen sie bei bei Chefs, Kollegen und Mitarbeitern kostbares Vertrauen. Auch für den Betroffenen selbst ist das unter Umständen schlecht. Er büßt Selbstvertrauen ein, weil er bald nicht mehr schafft, was er sich vorgenommen hat.

Natürlich kann es manchmal Vorteile haben, Dinge nicht immer sofort zu erledigen: Manchmal schafft man es auf diese Weise, unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen, weil sich diese von selbst erledigen. In einigen Fällen ist es besser, noch mehr Informationen zu sammeln, bevor man handelt. Und gelegentlich ist es sogar besser, bestimmte Entscheidungen nicht zu treffen, weil sich im Nachhinein herausstellt, dass sie falsch gewesen wären.

Karriereleiter Wie Sie der E-Mail-Falle entkommen

Wer im Job erfolgreich sein will, muss per E-Mail am besten immer erreichbar sein. Manch einer kommt sich dabei schnell vor wie ein Arbeitssklave. Doch es gibt Rezepte, um dem digitalen Sklaventreiber zu entfliehen.

Wider die dauerhafte Erreichbarkeit. Quelle: dpa

Doch nicht immer ist der Hang zur "Aufschieberitis" nur eine kurzzeitige Unlust, die vergeht. Manchmal steckt mehr dahinter. Dabei lassen sich die Prokrastinierer in mehrere Gruppen einteilen:

Bei Gruppe eins ist häufig das Management schuld: Sie empfinder ihre Arbeit als stupide und langweilig, Erfolge scheinen in weiter Ferne oder sie sehen gar keinen Sinn hinter einer Aufgabe, weil ihnen wichtige Information fehlen. Im Ergebnis sind sie dann unmotiviert und erledigen ihre Arbeit nicht.

Gruppe zwei kann sich nicht gut organisieren: Sie schafft es nicht, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und lässt sich durch jede Kleinigkeit von ihrer Arbeit abhalten. Oder sie setzt sich ihre Deadline immer viel zu knapp, weil sie meint, es schon irgendwie zu schaffen.

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