Karriereleiter: Vergessen Sie Perfektionismus

kolumneKarriereleiter: Vergessen Sie Perfektionismus

Kolumne von Simone Janson

Viele empfinden den Job als Hamsterrad, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Doch Sie können sich helfen – wenn Sie gegenüber kleinen Fehlern und Versäumnissen toleranter werden.

E-Mails, Aktenberge, endlose Besprechungen. Man weiß weder, wo man anfangen soll - noch wo die Arbeit endet.

Für viele Menschen sieht so der Joballtag aus. Wer ihnen sagt, dass sie an der Misere selbst etwas ändern können, der erntet häufig ein höhnisches Lachen. Denn der Chef gibt die Arbeit vor.

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Doch ebenso schlimm ist eine Kultur des Perfektionismus, die in vielen Unternehmen herrscht: Beim kleinsten Vergehen drohen Sanktionen. Als Ergebnis wird unnötig viel Zeit und Energie darauf verschwendet, Fehler zu vermeiden - mit schlimmen Folgen für die Produktivität und Innovationsfreude.

Cholerische Chefs, nervige Kollegen und hohe Belastung vermiesen schnell den Arbeitsalltag. Wie Sie lernen, mit Frust kreativ umzugehen und weitere hilfreiche Strategien zum Überleben in der Bürohölle.

Dabei kennt doch jeder lockere Sprüche wie "Nobody's perfect", "Irren ist Menschlich" oder "Nur aus Fehlern lernt man". Irrtümer und Fehleinschätzungen sind völlig normal. Psychologen schätzen, dass jeder Mensch pro Stunde zwei bis fünf Fehler macht.

Daraus folgt eine anscheinend triviale Erkenntnis: Auch wenn man all seine Zeit perfektionistisch darauf verwendet, jeden denkbaren Fehler ausschließen zu wollen – ganz gelingen wird das nie. Vielmehr wird es immer mal wieder vorkommen, dass man in seinen E-Mails Tippfehler übersieht, dass man wichtige Daten versehentlich löscht oder einen ganzes Projekt vermasselt. Das ist zwar manchmal auch schlimm, gehört aber dazu. Eigentlich.

Uneigentlich gelten Fehler als peinlich. Mehr noch: Viele sind fest davon überzeugt, dass jeder kleine Fehltritt Ansehen und Status kosten kann. Missgünstige Kollegen scheinen nur darauf zu warten, uns für unsere Verfehlungen anzuprangern. Der Chef droht vielleicht mit einer Abmahnung. Und bei der nächsten Entlassungswelle könnte man ja auch auf der Abschussliste stehen.

Das sind die Top-Karriereziele der Deutschen für 2016

  • 36 Prozent

    Mehr als ein Drittel der Deutschen haben sich zum Ziel gesetzt, nach Feierabend besser abzuschalten, um sich ihrem Privatleben widmen zu können. Das ist das Ergebnis der Studie „Karriereziele 2016“ des Personaldienstleisters ManpowerGroup Deutschland.

  • 32 Prozent

    Mehr Gelassenheit im Job nehmen sich 32 Prozent vor. Sie wollen ihre Arbeit künftig lockerer nehmen.

  • 17 Prozent

    17 Prozent wollen 2016 effizienter arbeiten.

  • 15 Prozent

    15 Prozent wollen weniger arbeiten, um mehr Freizeit zu haben. Ebenfalls 15 Prozent gaben an, im kommenden Jahr den Arbeitgeber wechseln zu wollen.

  • 12 Prozent

    Jeweils zwölf Prozent gaben an, die Zusammenarbeit mit den Kollegen verbessern zu wollen und ihre eigenen Kompetenzen selbstbewusster präsentieren zu wollen.

  • 11 Prozent

    Elf Prozent wollen sich 2016 im Job stärker engagieren.

  • 10 Prozent

    Jeweils zehn Prozent gaben an, im kommenden Jahr mehr Zeit in ihre Karriere investieren zu wollen beziehungsweise ein Studium oder eine Ausbildung beginnen/fortzuführen zu wollen.

  • 9 Prozent

    Jeweils neun Prozent wollen mehr netzwerken beziehungsweise sich neben dem Job weiterbilden.

  • 7 Prozent

    Sieben Prozent wollen sich um eine Beförderung bemühen.

  • 5 Prozent

    Jeweils fünf Prozent wollen im kommenden Jahr innerhalb ihres Unternehmens die Position wechseln beziehungsweise eine berufliche Auszeit nehmen.

Also versuchen viele Menschen, das Unmögliche möglich zu machen: Perfekt zu sein und Fehler unbedingt zu vermeiden. Koste es, was es wolle. Tritt das Desaster dennoch ein, wird es vertuscht oder ein Sündenbock gesucht. Denn wer sich am wenigsten zuschulden kommen lässt, wird garantiert befördert. Wer hingegen zugibt, etwas falsch gemacht zu haben, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Fatal! Denn wo nicht offen über Fehler geredet wird, kann auch niemand lernen, was man in Zukunft besser machen sollte.

Dazu kommt, dass das Streben nach Perfektion höchste gesellschaftliche Achtung genießt: Wer nur das Beste im Sinn hat, gilt als strebsam, ehrgeizig, fleißig. Und wer stets bereit ist, bis an seine Leistungsgrenze zu gehen, gilt als besonders produktiv. Kein Wunder also, dass so viele Menschen daran festhalten wie an einem liebgewordenen Kleidungsstück. Doch diese Einstellung rächt sich - für das Unternehmen wie für seine Mitarbeiter.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Natürlich ist es wichtig, dass wir uns anstrengen, unsere Aufgaben so gut wie möglich zu erledigen. Versagen, das zu wirtschaftlichen Pleiten oder menschlichen Schäden führt, ist tragisch. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen dem Bestreben, seine Aufgaben so gut wie möglich zu erledigen - und perfektionistischer Fehlervermeidung.

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