Karriereleiter: Wie wir selbstmotiviert weiterlernen

Karriereleiter: Wie eLearning die betriebliche Weiterbildung verändert

Wie wir selbstmotiviert weiterlernen

Dass man Mitarbeiter aber nun einfach vor den Computer setzt und sagt: "So, bring dir mal selbst bei, was du wissen musst", wird leider ebenso wenig funktionieren. Zunächst muss der Mensch motiviert werden, überhaupt etwas lernen und verbessern zu wollen. In unserem Gehirn prüft das limbische System bei allem, was wir tun sollen, ob das verlangte Verhalten eine Belohnung verspricht oder zumindest hilft, Unlust zu vermeiden. Das geschieht auf Grundlagen vergangener Erfolgserlebnisse oder Misserfolge.

Digitalisierung Wer lernt, gewinnt!

Die Digitalisierung sorgt für Weiterbildungsbedarf in den Unternehmen. Damit Mitarbeiter mit den neuen Entwicklungen Schritt halten können, heißt es lernen, lernen, lernen - auch um die eigene Karriere zu fördern.

Hier lernen Studenten der TU Darmstadt am Notebook. Quelle: gms

Sprich: Wer sich weiterbilden soll, dem muss das aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen attraktiv erscheinen. Er muss einen Anreiz, einen positiven, leichten Stress verspüren. Nur dann sind wir bereit, überhaupt loszulegen. Daher darf Lernen nicht zu einfach sein! Denn im Gehirn steuert das neuromodulatorische System die Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter wie Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Acetylcholin und damit unsere Aufnahmebereitschaft, Motivation und unser Interesse. Das geschieht nur, wenn wir beim Lernen ein Ziel vor Augen haben, das uns als Belohnung erscheint. Mit der Zeit lernen wir auf diese Weise immer mehr, uns selbst zu belohnen - zum Beispiel indem wir uns selbst immer neue Anreize setzen, die zu neuen Belohnungen führen. Auf diese Weise lernen wir selbstmotiviert weiter.

Zu starker Druck und Stress führen hingegen zu einem Gefühl der Bedrohung und Versagensangst und hemmen so den Lernerfolg. Denn wir haben dann das Gefühl, dass sich trotz aller Anstrengung keine Belohnung einstellt. Und alle Eindrücke, die wir mit Angst verbinden, werden im sogenannten Mandelkern abgespeichert, dessen Aufgabe es ist, bei Abruf der gespeicherten negativen Eindrücke auf Kampf oder Flucht vorzubereiten. In dieser Situation ist es dann gar nicht mehr möglich, kreativ mit Wissen umzugehen. Im Gegenteil, in Zukunft werden wir alles tun, um ähnlich stressige Situationen zu vermeiden.

Warum Arbeitgeber betriebliche Weiterbildung anbieten

  • Zur Umfrage

    Prozentsatz: Anteil der weiterbildungsaktiven Unternehmen, die das Motiv nennen, Mehrfachantworten

    Die Antworten sind aufgeteilt in "personalpolitisch motiviert" und "auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet".

    Quelle: IW-Weiterbildungserhebung 2014

  • 30,8 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Wir müssen unsere gesetzliche Pflicht zur Weiterbildung erfüllen".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 48,6 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildung ist ausdrücklicher Wunsch unserer Mitarbeiter".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 54,3 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildungsangebote erhöhen die Attraktivität unseres Unternehmens für neue Mitarbeiter und erleichtern die Rekrutierung".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 71,1 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildung trägt zur Mitarbeiterbindung bei".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 79,4 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Betriebliche Weiterbildung erhöht die Motivation und Arbeitszufriedenheit unserer Mitarbeiter".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 88,5 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Mit betrieblicher Weiterbildung können wir die Kompetenzen unserer Mitarbeiter ausbauen".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 65,6 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Durch die Einführung neuer Technologien und/oder die Reorganisation von Arbeitsprozessen entsteht Anpassungsbedarf bei den Qualifikationen unserer Mitarbeiter".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

  • 74,8 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildung fördert die Innovationsfähigkeit unseres Unternehmens".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

  • 83,2 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Betriebliche Weiterbildung steigert die Leistungsfähigkeit und Produktivität unserer Mitarbeiter".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

  • 84,4 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Die Resultate betrieblicher Weiterbildung tragen zur betrieblichen Wertschöpfung und zum Geschäftserfolg bei".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

Wenn also Unternehmen ihre Mitarbeiter zur Weiterbildung motivieren wollen, müssen sie ihnen einerseits die Möglichkeit geben, am praktischen Modell an bereits bekanntes Wissen anzuknüpfen. Das funktioniert am besten, wenn der Mitarbeiter on-the-Job lernt - oder zumindest an einem Modell, das der Realität so nah wie möglich ist.

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Gleichzeitig brauchen die Mitarbeiter aber auch Motivation: Etwa durch den Vorgesetzten, der ihnen als Erfolg der Weiterbildung einen interessanteren Aufgabenbereich, eine Beförderung oder ein höheres Gehalt in Aussicht stellt. Oder durch einen Trainer, der einem Teilnehmer im Einzelcoaching am Arbeitsplatz erklärt, dass die Verwendung dieses Computerprogramms die Arbeitsabläufe wesentlich vereinfacht - und zwar aufbauend auf dem speziellen Kenntnisstand des Mitarbeiters.

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