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Kathrin Menges: „Mit dem Laptop auf der Parkbank - davon träumt nicht jeder“

von Katrin Terpitz Quelle: Handelsblatt Online

Die Generation der „Digital Natives“ geht mit höheren Ansprüchen an die Jobsuche als die ihrer Eltern. Was ältere Firmenchefs oft verstört sieht Henkel-Personalerin Kathrin Menges als Chance für die Unternehmen.

Kathrin Menges ist Personalvorstand von Henkel. Quelle: Pressebild
Kathrin Menges ist Personalvorstand von Henkel. Quelle: Pressebild

Handelsblatt: Über Digital Natives gibt es viele Mythen. Ist die Generation Y wirklich so anders?
Kathrin Menges: Keine Generation lässt sich in eine Schublade stecken. Längst nicht alle aus der Generation Y sind so digital, mobil und vernetzt, wie viele Arbeitgeber vermuten. Mit dem Laptop auf der Parkbank arbeiten - davon träumt nicht jeder Digital Native. Ich erlebe sehr unterschiedliche Typen und Lebensentwürfe.

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Erkennen Sie dennoch typische Merkmale von Digital Natives?

Sie wissen genau, was sie können und was sie wollen. Sie sind sehr anspruchsvoll gegenüber Arbeitgebern, verlangen interessante Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten.

Woher kommt diese Anspruchshaltung? Aus dem Wissen, begehrte Mangelware zu sein?

Nicht allein. Die Generation Y wurde zu Selbstbewusstsein erzogen. Viele haben schon als Schüler im Ausland gelebt, Praktika gemacht. Sie haben meist einen viel breiteren Erfahrungshorizont als ihre Eltern früher. Das stärkt das Selbstwertgefühl. Junge Leute haben keinerlei Scheu, gestandenen Managern kritische Fragen zu stellen. Das ist gut so, aber für ältere Generationen zum Teil gewöhnungsbedürftig.

Wie müssen Firmen reagieren?

Arbeitgeber müssen noch viel individueller auf den Einzelnen und seine Interessen eingehen. Sonst verlieren sie die besten Leute.

„Hierarchien spielen keine große Rolle mehr“

Welche Erfahrungen hat Ihr Unternehmen mit Digital Natives gemacht?

Die Generation Y will Dinge mitgestalten, früh Verantwortung bekommen und nicht nur Zuarbeiter sein. Das war schon immer unser Prinzip bei Henkel.

Konzernhierarchien aber machen das Mitgestalten schwierig. Was muss sich ändern?

Ganz ohne Hierarchien kommen Unternehmen nicht aus. Aber sie werden immer flacher, Projektarbeit nimmt stark zu. In einem bunt gemischten Team, das vernetzt über mehrere Standorte weltweit arbeitet, spielen Hierarchien keine große Rolle mehr.

Hat der klassische vielstufige Karriereweg im Unternehmen damit ausgedient?

Der jungen Generation geht es nicht mehr vorrangig darum: Welche Hierarchiestufe kann ich wann erreichen? Sie wollen Arbeit, die Freude macht, und Anerkennung für ihre Leistung. Firmen werden Karrierepfade noch viel abwechslungsreicher gestalten müssen - mit reizvollen Projekten, Weiterbildung und internationalen Einsätzen.

Schön und gut, aber künftig gibt es mehr „Doppelkarriere-Paare“. Wie lassen sich zwei ambitionierte Karrierewege koordinieren?

Sicher werden Pendelbeziehungen üblicher - zumindest phasenweise. Denkbar sind auch abwechselnde Karriereschritte. Der Partner kann sich im Ausland weiterbilden, zum Beispiel durch ein Masterstudium, falls er dort keine geeignete Stelle findet. Denn eines ist absolut selbstverständlich für die Generation Y: lebenslanges Lernen.

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