Kinder und Karriere: Väter verdienen mehr, Mütter weniger

Kinder und Karriere: Väter verdienen mehr, Mütter weniger

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Frauen verzichten bei Kindern auf viel: auch auf Gehalt. Nach einem Kind sinkt ihr Einkommen um vier Prozent.

Bekommen US-Familien Kinder, verdienen die Väter sechs Prozent mehr - und Mütter vier Prozent weniger. Wie kommt diese Ungerechtigkeit zustande?

Kinder kosten viel Geld: Die Ausgaben für Essen, Kleider oder Bildung stapeln sich bis zum 18. Lebensjahr auf 126.00 Euro, wie das Statistische Bundesamt Ende August veröffentlicht hat. In den USA schwanken die Kosten dem US-Arbeitsministerium zufolge je nach Einkommensklasse zwischen 169.080 und 389.670 US-Dollar.

Ein Trostpflaster neben dem Elternglück: Das Einkommen des Mannes in den USA steigt nach der Geburt eines Kindes um sechs Prozent. Diesen Gewinn frisst der Verlust bei den Müttern jedoch teils wieder auf: Frauen verdienen in den USA durchschnittlich vier Prozent weniger, nachdem sie ein Kind zur Welt gebracht haben.

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Diese Ungleichheit hat die Soziologin Michelle Budig von der Universität Massachusetts im neuenglischen Amherst berechnet. Dafür hat sie Daten einer US-Langzeitstudie analysiert. Darin untersuchte das US-Statistikamt die Daten von Amerikanern - und zwar von 1979 bis 2006.

Budig kommt außerdem zum Ergebnis, dass die Unterschiede nur bis zu einem gewissen Ausmaß rechnerisch nachvollziehbar sind. So fahren Frauen nach einem Kind ihre Arbeitszeit zurück oder nehmen sich eine längere Auszeit. Das erklärt aber nur ein Drittel des Gehaltsverlusts. Für das restliche Minus hat Budig keine plausible Erklärung gefunden. Denkbar wäre es demnach, dass der Unterschied durch antiquierte Vorteile zustandekommt.

Darauf deutet zumindest die Gehaltsentwicklung der Männer hin. Sie arbeiten zwar tendenziell mehr, nachdem sie Väter werden - vermutlich, um die Kosten wieder reinzuholen. Diese Anstrengungen erklären jedoch gerade mal 16 Prozent ihres Aufschlags. Ihr Plus ist außerdem größer, je mehr die Männer verdienen und desto höher ihr Bildungsabschluss ist. Das gilt jedoch nur für weiße Männer, bei Männern mit dunkler Hautfarbe steigt der Bonus nicht mit Bildung oder Karrierestufe.

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So wie manche Männer mehr Vorteile aus der Vaterschaft ziehen als andere, sind auch unter den Frauen manche Gruppen mehr benachteiligt. Besonders bitter: Frauen, die ohnehin schon wenig verdienen, müssen nach einem Kind einen um so größeren Verlust hinnehmen.

Am oberen Ende der Einkommenspyramide bekommen Mütter sogar einen kleinen Aufschlag. Da Frauen in der Regel ohnehin weniger verdienen, können sie damit gerade mal zu ihren männlichen Kollegen aufschließen. Unterm Strich zeigt die Studie: Frauen werden fürs Kinderbekommen finanziell bestraft.

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