Körpersprache: Mit Gestik zum Erfolg

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Körpersprache: Mit Gestik zum Erfolg

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Um bei Gesprächen im Job eine gute Figur zu machen, ist eine ausdrucksstarke und selbstbewusste Körpersprache nicht weniger wichtig wie das gesprochene Wort

von Lin Freitag

Manche Gesten sagen mehr als tausend Worte, besonders bei schwierigen Gesprächen im Job. Warum nicht nur der Ton die Musik macht, sondern auch die Körpersprache zählt.

Im Berufsleben gibt es immer wieder Situationen, die besondere Vorbereitung und Fingerspitzengefühl benötigen, zum Beispiel: Einem Mitarbeiter kündigen, Gehaltsverhandlungen führen oder dem Chef mitteilen, dass ein Kunde abgesprungen ist. Um in solchen Gesprächen zu bestehen, braucht man mehr als nur die richtigen Worte, sagt der Kommunikations- und Körpersprachenexperte Michael Rossié.

Ganz wichtig ist es authentisch zu bleiben. „Körpersprache hat man, die kann man nicht antrainieren“, sagt und widerspricht damit der von Samy Molchow begründeten Theorie, das Gestik und Gang eine bestimmte Form annehmen sollten, damit man entsprechend kommuniziert. Dennoch sei es wichtig, so Rossié, die Wirkung von Körpersprache zu kennen, nicht zuletzt im Beruf.

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Gestik und Mimik

  • Finger an die Nase legen

    signalisiert laut den Bewerbungsexperten von Hesse/Schrader Konzentration oder Nachdenken

  • Mit den Fingern trommeln

    bedeutet Ungeduld oder Nervosität, vielleicht sogar Provokation

  • Gefaltete Hände

    zeigen die eigene Überlegenheit

  • Hand vor den Mund halten

    Gesagtes wird zurückgenommen, weil Unsicherheit in der Sache besteht

  • Händereiben

    demonstriert Selbstzufriedenheit, wirkt aber nicht immer sympathisch

  • Hände über den Kopf legen

    zeigt bei Zurücklehnen grenzenlose Souveränität

  • Herumspielen mit Fingern

    lässt auf Desinteresse, Unkonzentriertheit oder Nervosität schließen

  • Kopf auf die Hände stützen

    steht für Nachdenklichkeit, Erschöpfung oder Langeweile

  • Am Kopf kratzen

    zeigt Ratlosigkeit oder Unsicherheit

  • Reiben des Kinns

    steht für Nachdenklichkeit und Zufriedenheit

  • Verschränkte Arme

    zeigen bei Frauen: Unsicherheit oder Angst, bei Männern: Ablehnung und Verschlossenheit

  • Zum Spitzdach geformte Hände

    signalisieren Überheblichkeit, gleichzeitig Abwehr gegen Einwände

Die Kündigung

Eine Kündigung sollte gut überlegt sein. Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, zeigt das meist auch durch seine Körpersprache: Nervöse Gesten, zum Beispiel der häufige Griff ins Haar, sind ein Anzeichen dafür, dass sich jemand seiner Entscheidung nicht vollkommen sicher ist. Michael Rossié rät Vorgesetzten deswegen, schon vor dem entscheidenden Gespräch mit anderen Kollegen aus der Führungsetage darüber zu sprechen, denn so steht der Entschluss fest: Es gibt kein Zurück mehr.

Die Bewerbungsexperten Hesse/Schrader warnen davor, den Blick dauerhaft zu Boden zu senken, die Augen wandern zu lassen oder demonstrativ vom Gegenüber wegzusehen. Das seien "Zeichen für Unsicherheit, Ignoranz oder sogar Provokation". Hilfreich ist es, im Kündigungsgespräch eine aktive Körperhaltung einzunehmen, sagt Experte Rossié. Ein aufrechter, offener Sitz ist wichtig, um sein Anliegen mit dem nötigen Selbstbewusstsein vorzutragen. Auch für die Sitzordnung hat der Coach einen Tipp: Am besten setzt man sich über Eck und nicht frontal gegenüber, so verlaufen die Gespräche harmonischer.

Wichtig ist es, schnell auf den Punkt zu kommen. Eine Kündigung auszusprechen ist unangenehm, das wird auch nicht besser, wenn zuvor lange um den heißen Brei herumgeredet wird. So sollte der unangenehme Teil ganz am Anfang erfolgen, danach ist immer noch Zeit, Lob auszusprechen und persönliche Gedanken mitzuteilen. „Wenn es dem Chef Leid tut, den Mitarbeiter zu kündigen und er deswegen drei Nächte nicht schlafen konnte, sollte er dies auch sagen“, sagt der Experte Rossié.

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