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Kommunikation: Ohoven fordert E-Mail-Verbot an Weihnachten

30. November 2012
Mario Ohoven mit seiner Frau Ute.Bild vergrößern
Mario Ohoven mit seiner Frau Ute.

Unterm Weihnachtsbaum soll man sein Handy abschalten, fordert Mario Ohoven. Der Chef des Mittelstandsverbandes hat in der "Bild"-Zeitung sein Herz für geplagte Angestellte entdeckt.

Der Kommunikationsflut in Deutschland wirft sich ein neuer Gegner entgegen. Mario Ohoven, Chef des Mittelstandverbands, fordert in der "Bild"-Zeitung einen Handy-Stillstand für die Weihnachtszeit: „Kluge Arbeitgeber gönnen ihren Mitarbeitern im Sinne des Wortes weihnachtliche Stille. Zwischen Weihnachten und Neujahr gehören Handys, außer in Notfällen, abgeschaltet.“

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Die Nachrichtenflut durch die neuen Medien, insbesondere die uneingeschränkt erreichbaren Mobiltelefone wird immer häufiger problematisiert. Für Aufsehen sorgt derzeit vor allem der Hirnforscher Manfred Spitzer mit seinem Buch "Digitale Demenz". Er mahnt darin nicht nur die negativen Folgen der neuen Medien für die Lernfähigkeit von Schülern an. Auch bei jeder geistigen Arbeit mindere die dauernde Unterbrechung durch E-Mails die Leistungsfähigkeit. "Der Versuch, mehrere Texte zugleich zu bearbeiten, also das Multitasking, schadet der Produktivität und führt langfristig zusätzlich nachweislich zu Aufmerksamkeitsstörungen", sagt Spitzer im Interview mit dem Handelsblatt.

Auch Henkel-Vorstandschef Kasper Rorsted plädiert laut für weniger E-Mails. Was Ohoven für Angestellte fordert, nimmt Rorsted für sich selbst in Anspruch: Zwischen Weihnachten und Neujahr dürfen ihm selbst seine Vorstandskollegen keine E-Mails schreiben.

Beim Daimler-Konzern rennt Ohoven offene Türen ein. Ab 2013 haben Daimler-Manager die Möglichkeit, eingehende E-Mails in ihrer Abwesenheit automatisch löschen zu lassen. Dadurch sollen die Mitarbeiter in Ruhepausen auch wirklich abschalten können. Bei Volkswagen ist der Blackberry-Mailserver ab 18.15 Uhr abgeschaltet.
Dass ausgerechnet Ohoven sich nun zu diesem aktuellen Thema äußert passt ins Bild des umtriebigen Verbandschefs. Er hat bereits einige Vorschläge ähnlicher Art gemacht. So sprach er sich für ein totales Rauchverbot am Arbeitsplatz und ein Ende der Raucherpause aus. Auch für zwei Karenztage ohne Lohnzahlung im Krankheitsfall plädierte er. Während der Finanzkrise rief er die Beschäftigten dazu auf, auf einen Urlaubstag zu verzichten.

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