Konflikte mit Vorgesetzten: So haben Sie trotz Chef Spaß an der Arbeit

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Konflikte mit Vorgesetzten: So haben Sie trotz Chef Spaß an der Arbeit

von Kerstin Dämon

Von wegen oh du Fröhliche: Die Deutschen sind unzufrieden mit ihrem Job. Schuld ist oft der Vorgesetzte. Da hilft nur kündigen - oder den Chef tapfer ertragen. Alles muss man sich aber trotzdem nicht gefallen lassen.

Viele Bundesbürger stellen ihrem Chef ein Armutszeugnis aus. „Die Deutschen verlieren das Vertrauen in ihren Arbeitgeber“, sagt Volker Jacobs, Managing Director des Research- und Technologieunternehmens CEB. „Stolz auf das Unternehmen, Energie und Optimismus schwinden, zurück bleiben unmotivierte Arbeiter”. Das zeigt der „CEB Global Talent Monitor“.

Das Unternehmen hat weltweit 18.000 Menschen in 20 Ländern zu ihrer Zufriedenheit mit ihrem Arbeitgeber und ihrer Wechselwilligkeit befragt. Eines der Ergebnisse: Nur noch 15 Prozent der Deutschen sind bereit, an der Arbeit mehr zu leisten, als vertraglich vereinbart. Im internationalen Vergleich ist das ein geringer Wert. In den USA liegt die Bereitschaft, sich beruflich stärker zu engagieren, als unbedingt nötig, immerhin bei 24 Prozent. In der Schweiz sind 19 Prozent der Meinung, dass das Pony auch mal höher springen kann, als es muss.

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Die Deutschen haben keine Lust mehr, sich reinzuknien. Sie sind mit ihrem Arbeitgeber unzufrieden, zum Teil sogar frustriert, zeigt die Studie. Auch seien die Erwartungen an zukünftige Gehaltserhöhungen bei den Deutschen im Vergleich am geringsten. Mit mehr als einem Inflationsausgleich rechnet demnach niemand. Doch trotz aller Unzufriedenheit: Auf die Idee, zu kündigen, kommen die wenigsten. Wahlweise, weil sie schlechte Aussichten auf eine neue Anstellung hätten, weil sie Gehaltseinbußen befürchten oder ein Jobwechsel mit einem Umzug verbunden wäre. Entsprechend gaben 45 Prozent an, in den sauren Apfel zu beißen und bei dem ungeliebten Arbeitgeber eben nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen. Doch auch das stresst, wie die Studie „Arbeitsmarkt – Perspektive der Arbeitnehmer“ des Personaldienstleisters Orizon zeigt. Und bei rund 46 Prozent ist der Chef der größte Auslöser für Stress und Frust.

Was bei der Arbeit stresst

  • Stress im Job

    Die berufstätigen Deutschen sind stark gestresst, wie die Orizon Arbeitsmarktstudie 2015 zeigt. Demnach klagt knapp die Hälfte der Arbeitnehmer über körperliche Belastungen am Arbeitsplatz. Zudem sehen sich 66 Prozent 'hohen' oder 'sehr hohen' psychischen Belastungen ausgesetzt.

  • Arbeitsbelastung

    Die Gründe für den Stress sind schnell identifiziert: 72,5 Prozent leiden unter einem hohen Arbeitspensum.

  • Konflikte mit Vorgesetzten

    45,8 Prozent macht der Chef das Arbeitsleben zur Hölle.

  • Streit mit Kollegen

    Bei 43,5 Prozent sind es die Kollegen, die das Stresslevel in die Höhe steigen lassen.

Timo Müller vom Institut für Konfliktmanagement und Führungskommunikation (IKuF) nannte den Vorgesetzten einmal den zentralen Gesundheitsfaktor in einem Unternehmen. Denn mit dem Vorgesetzten steht und fällt die Stimmung im Betrieb. An seinem Vorbild orientieren sich die Mitarbeiter, brüllt der Chef rum, ist auch der Umgangston unter Kollegen rauer. Kurz: ein schlechter Chef kann seinem gesamten Team das Leben zur Hölle machen.

Nun gibt es in der Psychotherapie wie auch im Coaching den Grundsatz: Eine Situation lässt sich ändern, verlassen oder ertragen. Doch wie erträgt man einen unerträglichen Vorgesetzten, wenn man wegen der äußeren Umstände nicht kündigen kann? Zum Thema „Umgang mit verrückten Chefs“ gibt es zahlreiche Ratgeber.

Erst kürzlich erschien das Buch „Spaß an der Arbeit trotz Chef“ von Rainer Sachse und Annelen Collatz. „Je nach Ausprägung des Persönlichkeitsstils ist jemand charmant, umgänglich, interessant oder aber eher schwierig, in der Interaktion problematisch und schwer zu handhaben“, so die Psychologin Collatz. Sowohl die beiden Autoren als auch alle anderen Experten, die sich mit dem Thema befassen, empfehlen: Seien Sie ehrlich. Sagen Sie Ihrem Chef also, was Sie stört (und verletzt), und vor allem – versetzen Sie sich in seine Lage.

Mit wem wir uns im Beruf am häufigsten streiten

  • Die lieben Kollegen

    Je mehr ein Mensch mit einem anderen zu tun hat, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie aneinander geraten. Entsprechend gaben 37 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage "Streit - erfolgreich oder folgenreich" der IHK Frankfurt an, sich häufig mit Kollegen beziehungsweise Mitarbeitern zu streiten.

  • Der nervige Chef

    Mehr als ein Drittel gab an, sich häufig mit Führungskräften zu streiten.

  • Die "da oben"

    Ein Viertel sagte, dass sie häufig mit der Geschäftsleitung aneinander geraten.

  • König Kunde

    23 Prozent streiten sich häufig mit Kunden.

  • Zulieferer

    Bei 14 Prozent sind Zulieferer ein häufiger Streitgrund und -partner.

  • Diese Behörden...

    Elf Prozent streiten sich häufig mit Behörden, mit denen sie beruflich zu tun haben.

  • Partner

    Jeweils sieben Prozent gaben an, sich mit Gesellschaftern beziehungsweise Kooperationspartnern in die Haare zu kriegen.

  • Typisch Bank

    Nur drei Prozent geraten häufig mit Kapitalgebern und Banken aneinander.

Und: Der Ton macht die Musik. Gerade wenn man sehr aufgebracht ist, sollte man ruhig bleiben, bevor man sich in selbigem vergreift. Denn egal, wie wütend man wegen des Verhaltens des Vorgesetzten ist, Kritik sollte immer noch so formuliert sein, dass man sie auch selbst annehmen könnte, ohne verletzt oder sauer zu sein. Brüllen, weinen oder fluchen bringen es nicht. Dann doch lieber kündigen – oder zumindest die Abteilung wechseln.

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