Bild: FotoliaZu hoher Selbstanspruch
Immer volle Pulle hält kaum ein Mensch durch. Es sei denn Sie sind Napoleon, der konnte gleichzeitig einen Brief schreiben, einen lesen und einen diktieren. Und ein Nickerchen im Stuhl reichte ihm zur Erholung. Für normale Menschen gilt: Wer immer auf Hochtouren läuft, der macht seinen eigenen Anspruch zur Zitronenpresse - und sich selbst zur Zitrone.
Bild: FotoliaAusbeuterischer Arbeitgeber
Es gibt Firmen, in denen jede Krankheit außer einem gebrochenen Bein als eine inakzeptable Schwäche gewertet wird. Wer zum Mittagessen den Schreibtisch verlässt, wird schon scheel angesehen. In einem solchen Umfeld ist es besonders schwer, sich gegen Überforderung abzugrenzen. Wer sich einem solchen System unterwirft, kommt dem Burn-Out mit großen Schritten näher.
Bild: FotoliaKonkurrenzkultur
Konkurrenz kann krank machen. Wenn keiner als Erster gehen zu dürfen glaubt, wenn keiner sich traut, zusätzliche Arbeit abzulehnen, um den anderen zu übertrumpfen. Als Sieger fühlen sich diejenigen, die den Stress am längsten aushalten und sehen, wie ihre "schwächeren" Kollegen zusammenbrechen. Dabei übersehen sie, dass sie die Nächsten sind. Solche Konkurrenzexzesse sollten Sie nicht zulassen. Sprechen Sie mit den Kollegen. Solidarisieren Sie sich.
Bild: FotoliaSoziale Vereinsamung
Wer auf ein Burn-out zusteuert, wird einsam. Es scheint nur noch die Arbeit zu geben. Angehörige und Freunde können so manchen Burn-out verhindern, indem sie dem Kandidaten bewusst machen, wie er sich verändert hat. Rückhalt und Liebe sind ein Heilmittel gegen Stress.
Bild: dpaZu wenig Freizeitaktivität
Wer für einen Marathon trainiert, Romane liest oder angelt, wird nicht so schnell ausbrennen. Hobbies und persönliche Interessen sind ein Schutz vor Stress. Wer dagegen seine langjährigen Hobbys immer mehr verkümmern lässt, wer auch in seiner Freizeit mit Arbeit befasst ist, der öffnet dem Burn-out die Tür.
Bild: dpaGrenzenlose Arbeit
Gerade weil die Neuen Medien eine Allgegenwärtigkeit der Arbeit zulassen, ist es wichtig, sie nur dosiert zu nutzen - und sich arbeitsfreie Räume zu schaffen. Wer immer und überall erreichbar und arbeitsbereit ist, kann auch außerhalb des Büros nie richtig entspannen. Ziehen Sie eindeutige Grenzen, der Gesundheit zuliebe.
Bild: FotoliaAntreibender Chef
Ein übler Chef erhöht das Burn-out-Risiko. Wer seine Mitarbeiter immer antreiben und unter Druck setzen zu müssen glaubt, macht seine Mitarbeiter auf Dauer krank. Machen Sie Ihrem Chef klar, was zu leisten Sie in der Lage sind. Und sagen Sie ihm, wenn Sie Unterstützung oder mehr Zeit brauchen.
Bild: FotoliaZu voller Kalender
Wenn jeder Arbeitstag nur noch aus Terminen besteht, läuft was falsch. Denn Termindruck belastet uns. Spätestens wenn Sie von versäumten Terminen träumen, sollten Sie handeln: Weisen Sie Termine zurück, die überhaupt nicht oder nur unter unzumutbarem Einsatz zu halten sind.
Bild: FotoliaDenkblockade
Auf gutem Weg zum Burn-Out sind Sie wahrscheinlich, wenn Sie keinen anderen Gedanken mehr fassen können als den an die Arbeit und die Probleme dort. Wenn Sie schon vor dem Urlaub daran denken, was nach der Rückkehr zu tun ist. Man kann seine Gedanken aber durchaus aktiv auf andere Themen lenken. Und dabei können Freunde und Angehörige helfen.
Bild: FotoliaArbeitsberge
Wer oft das Gefühl hat, mit seinen Aufgaben nicht fertig geworden zu sein, ist oft frustanfällig. Das schlechte Gewissen begleitet ihn nach Hause. Wichtig ist es daher, sich selbst darüber klar zu sein, was an einem Tag zu schaffen ist, und was nicht. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.
Zu hoher Selbstanspruch
Immer volle Pulle hält kaum ein Mensch durch. Es sei denn Sie sind Napoleon, der konnte gleichzeitig einen Brief schreiben, einen lesen und einen diktieren. Und ein Nickerchen im Stuhl reichte ihm zur Erholung. Für normale Menschen gilt: Wer immer auf Hochtouren läuft, der macht seinen eigenen Anspruch zur Zitronenpresse - und sich selbst zur Zitrone.
Rund jeder zehnte Arbeitnehmer in Europa ist schon einmal aufgrund von Depressionen seinem Arbeitsplatz ferngeblieben. Durchschnittlich 36 Arbeitstage ist ein Depressionskranker in einer so genannten Episode, also einer Phase verstärkter Symptome, nicht am Arbeitsplatz. Das geht aus einer neuen Umfrage der European Depression Association hervor, die im kommenden Jahr veröffentlicht werden wird.
In der IDEA-Umfrage (Impact of Depression in the Workplace in Europe Audit) wurden über 7000 Menschen in Europa, einschließlich der Türkei, befragt. Das Ergebnis war, dass 20 Prozent der befragten Personen irgendwann mit Depression diagnostiziert worden waren. Die höchste Rate verzeichnete Großbritannien (26 Prozent), die niedrigste Italien (12 Prozent). Arbeitnehmer in Deutschland (61 Prozent), Dänemark (60 Prozent) und Großbritannien (58 Prozent) blieben am ehesten aufgrund ihrer Depression dem Arbeitsplatz fern, während nur 25 Prozent der Arbeitnehmer in der Türkei berichteten, sich von der Arbeit freigenommen zu haben.
Depression ist die vorherrschende psychiatrische Störung bei Menschen im erwerbsfähigen Alter. Experten gehen davon aus, dass mehr als 30 Millionen europäische Bürger zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben an Depression leiden. Trotz des Ausmaßes dieses Problems berichtet aber beinahe jede dritte Führungskraft, über keine offizielle Unterstützung oder Hilfsmittel für den Umgang mit depressionskranken Mitarbeitern zu verfügen. 43 Prozent von ihnen forderten verbesserte Richtlinien und Gesetze zum Schutz der Mitarbeiter.
Die EU-Kommission soll handeln
Vincenzo Costigliola, Präsident der European Depression Association (EDA)fordert angesichts der Ergebnisse "Entscheidungsträger auf, die Auswirkungen von Depression am Arbeitsplatz zu prüfen". Die EDA fordert daher, eine verbindliche Gesetzgebung einzuleiten, die sich mit Depression und der Sicherheit des Arbeitsplatzes und der Mitarbeiter beschäftigt. Stephen Hughes, Abgeordneter im Europäischen Parlament, fordert angesichts dieser Ergebnisse die Europäische Kommission zum Handeln auf. "Depression am Arbeitsplatz ist ein arbeitspolitisches und gesellschaftliches Problem, das schweren Schaden anrichtet und Aufmerksamkeit sowie Maßnahmen von der Europäischen Union erfordert. Die Einbeziehung der Depression am Arbeitsplatz in die neue Strategie der Europäischen Kommission für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, in den kommenden Jahren durch gesetzgeberische Maßnahmen gestützt, würde einen herausragenden Fortschritt darstellen, um Arbeitnehmer in Europa wirksamer zu schützen und letztendlich zu wirtschaftlichem und sozialem Wohlstand beizutragen."
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