Management: Was man von Sozialunternehmern lernen kann

GastbeitragManagement: Was man von Sozialunternehmern lernen kann

Sozialunternehmen streben nicht nach Profit, sondern wollen gesellschaftliche Probleme lindern. Dennoch können auch normale Firmen von ihnen viel lernen.

In seiner alljährlichen Liste der 30 under 30 Social Entrepreneurs feiert Forbes die erstaunlichen Erfolge, die diese jungen Menschen mit ihrer gemeinnützigen Arbeit rund um den Globus erzielen. Allerdings: der Begriff "Sozialunternehmertum" scheint unter Ökonomen in letzter Zeit an Bedeutung eingebüßt zu haben. Sie behaupten: jeder Unternehmer versucht, unbefriedigte Bedürfnisse zu bedienen und gründet sein Unternehmen, um eben diese Lücke zu schließen. Daher sei die Unterscheidung zwischen Sozialunternehmern und anderen Unternehmern überflüssig.

Obschon es richtig ist, dass klassisches, gewinnorientiertes Unternehmertum (eine zentrale Säule unserer Wirtschaft!) viele bedeutende Beiträge zum Wohlergehen unserer Gesellschaft leistet, unterscheidet es sich dennoch vom Sozialunternehmertum. Social Entrepreneurs haben völlig andere Ziele und Motivationen. Und diese Tatsache wiederum hat fundamentale Auswirkungen auf ihre Start-ups. Das Gute dabei ist: beide Seiten können voneinander lernen.

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Zum Autor

  • Antonino Vaccaro

    ist Professor für Business Ethics an der  internationalen IESE Business School (München/Barcelona) und leitet dort das Centre for Business in Society. Er forscht insbesondere zu den Themen Bekämpfung von Korruption und Wirtschaftskriminalität sowie zu sozialer Innovation und Sozialunternehmertum

Was sich klassische Unternehmer von Sozialunternehmern abschauen können:

  • Hochgesteckte Ziele und hohe Motivation: Sozialunternehmer sind zunächst einmal daran interessiert, große Kernfragen unserer Gesellschaft besser anzugehen - etwa Armut, Gesundheit, Bildung, Gleichstellung. Dies spornt sie an, sich hohe Ziele zu setzen. Das Bewusstsein, für eine wichtige Sache zu arbeiten, motiviert sie zusätzlich und damit auch ihr Team.
  • Märkte sind das Mittel, nicht das Ziel: Social Entrepreneurs sehen zunächst das Problem und nutzen dann die Märkte, um es zu lösen. Nicht umgekehrt.
  • Der Mensch steht im Fokus: Dies ist wohl die wichtigste Erkenntnis, die jeder Unternehmer und jeder Manager in seiner Firma umsetzen sollte. Wer in einem Sozialunternehmen arbeitet, erkennt sehr schnell, dass Menschen und ihre Bedürfnisse Dreh- und Angelpunkt des Unternehmens sind. Dies bedeutet auch, dass sowohl firmeninterne als auch geschäftliche Maßnahmen immer zum Ziel haben, das Leben von Menschen zu verbessern: nicht allein das Leben der Kunden, sondern auch das der Angestellten oder Stakeholder.  Wenngleich diese Sichtweise nicht neu ist - sie ist die unabdingbare Voraussetzung, um den Erfolg von Unternehmen langfristig zu sichern.  
  • Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Gewinne sind für Sozialunternehmer wichtig - allerdings nur als Indikator für finanzielle Nachhaltigkeit. Denn nur Gewinne garantieren letztlich den Erfolg der sozialen Zielsetzung. Jede Firma sollte nachhaltig wirtschaften, doch Gewinnstreben sollte nie vom gesellschaftlichen Auftrag eines Unternehmens ablenken.

Beide, klassische, gewinnorientierte Unternehmer und Sozialunternehmer würden von diesem wechselseitigen Lernprozess profitieren. Es gibt auch Foren in denen diese beiden Unternehmertypen aufeinandertreffen und ihre Erfahrungen austauschen können (ein gutes Beispiel dafür ist die alljährliche Doing Good and Doing Well Konferenz der internationalen IESE Business School). Solche Konferenzen und Initiativen bringen Experten aus unterschiedlichen Sektoren zusammen. Die Teilnehmer können dort In "Best Practice" Sessions erfahren, welche Ansätze im Bemühen um Nachhaltigkeit bislang besonders erfolgreich waren. 

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Unsere Gesellschaft leidet darunter, dass Unternehmer und Manager häufig finanzielle Interessen statt gesellschaftlicher Interessen in den Mittelpunkt ihres unternehmerischen Handelns stellen. Alle Menschen haben ein Anrecht darauf, in Würde zu leben und sich bestmöglich zu entfalten. Es wird deshalb Zeit, dass sich etwas ändert. Es wird Zeit, uns von jenen Unternehmern bereichern zu lassen, die sowohl den einzelnen Menschen als auch die Gesellschaft stets im Blick halten.

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