Meeting und Präsentation: Wie Sie die geliebten Füllwörter loswerden

Meeting und Präsentation: Wie Sie die geliebten Füllwörter loswerden

Jede gute Rede fängt mit einem Satz an, der das Publikum überrascht. Bei der Mehrheit beginnt sie jedoch mit einem "Äh". Weiter geht's mit "obschon", "ja", "doch" und ganz viel "eigentlich". Schluss mit Füllwörtern.

Wer smalltalkt braucht sie ständig, in guten Reden, Wortbeiträgen in Meetings oder bei Präsentationen haben sie allerdings nichts verloren. Füllworte und Phrasen: Obschon so manches Füllwort eigentlich ja einen durchaus netten Klang besitzt, hält es den geneigten Zuhörer nur davon ab, die volle und unverblümte Wahrheit aus dem Mund des vermutlich verunsicherten Redners zu erfahren. Dass dieser sich offenbar seiner Worte nicht ganz sicher ist, verrät die Fülle an scheinbar endlosen Füllwörtern. Wer weiß, was er sagen möchte, kann sich die "Ähs" "öhs" und "nämlichs" nämlich schenken.

Zehn Tipps für die perfekte Rede

  • Wesentliches Fokussieren

    Wenn Sie vollkommen auf die Situation und den Inhalt Ihrer Rede fokussiert sind, können Sie Ihr Gegenüber am besten fesseln. Sind Sie nicht bei der Sache, bemerkt das Ihr Publikum zumindest unbewusste und schweift ebenfalls ab.

  • Stichwörter aufschreiben

    Am besten ist es natürlich frei zu sprechen. Wenn das nicht geht, schreiben Sie sich Stichwörter auf. Ein ausformulierter Text ist unübersichtlich und verführt zu monotonem Ablesen.

  • Präsenz schaffen

    Schon beim Betreten des Raumes oder auf dem Weg zum Rednerpult müssen Sie voll konzentriert sein und Ihre Sprechhaltung einnehmen. Die Zuhörer nehmen Sie schon wahr, bevor Sie die Bühne betreten.

  • Zuhörer ansprechen

    Damit die Distanz zwischen Ihnen und Ihren Zuhörern nicht zu groß wird, sprechen Sie sie direkt an und beziehen Sie sie so in den Vortrag mit ein.

  • Satzzeichen sprechen

    Bei einem Fragezeichen muss die Stimme oben bleiben. Bei einem Punkt muss die Stimme gesenkt werden. Pausen am Satzende oder zur Abgrenzung zweier Gedanken im gleichen Satz sind meist sinnvoll.

  • Sprechtempo drosseln

    Wer zu schnell spricht, hängt seine Zuhörer ab. Deshalb sinnvolle Pausen setzen, deutlich betonen und nicht durch den Text hasten.

  • Gesten nutzen

    Ihre Gesten müssen das Gesagte unterstreichen und gezielt eingesetzt werden. Zu viel Bewegung kann vom Inhalt ablenken und wirkt hektisch. Symmetrische Gesten und eine geschlossene Körperhaltung, zum Beispiel verschränkte Arme, kommen beim Zuhörer nicht gut an.

  • Floskeln vermeiden

    „Meiner Meinung nach“, „äh“ oder „übrigens“ sind Floskeln, die Sie nicht brauchen und den Zuhörer nerven. Überlegen Sie, was Sie stattdessen sagen können, damit Sie diese Lückenfüller nicht brauchen.

  • Wahrheit formulieren

    Wählen Sie Ihre Formulierungen so, dass Sie den Inhalt glaubwürdig vertreten können. Neutrale Ausdrücke können dabei helfen, wenn eigenes Empfinden und Firmenpolitik auseinander fallen.

  • Nervosität hinnehmen

    Sich über Nervosität zu ärgern oder sie verdrängen zu wollen, macht es meist noch schlimmer. Nehmen Sie ihre Nervosität hin. Häufig erhöht sie sogar die Konzentration.

Ohne Fleiß, bleiben die Füllwörter. Um sowohl die gestammelten Satzübergänge als auch die nervigen Phrasen loszuwerden, braucht es viel Vorbereitung. Nicht nur, dass Redner beim Sprechen darauf achten müssen, nicht in den vertrauten "Äh"-Ton zurückzufallen, auch die Rede muss perfekt vorbereitet sein, damit man gar nicht das Bedürfnis bekommt, herumzudrucksen.

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Was Meeting-Floskeln wirklich bedeuten

  • "Sie haben da wirklich gute Arbeit geleistet!"

    Klingt nett und ist es auch – aber nur dann, wenn das Lob vom Chef kommt und ehrlich gemeint ist. Kommt es jedoch vom Kollegen, ist Vorsicht geboten. Wer lobt, stellt sich über den Gelobten, er besitzt offenbar Beurteilungshoheit. Womöglich will sich der Huldiger also nur profilieren.

  • "Fakt ist: (doch)…"

    Wer so beginnt, impliziert, dass sich das Folgende auf harte, nachprüfbare Tatsachen stützt. Damit sagt derjenige auch: Der Käse davor war allenfalls eine Vermutung, ein Eindruck, eine Fabel. Also nicht der Rede wert.

  • "Was ist eigentlich mit XY? Krause, können Sie dazu etwas beitragen?"

    Ein Klassiker. Der Fragende offenbart einen wunden Punkt, aber statt die Lösung mitzuliefern, gibt er den schwarzen Peter direkt an Krause weiter. Der kann dabei nur verlieren: Weiß er nichts, ist er blamiert. Glänzt er durch eine gute Idee, war es der andere, der ihm das Wort erteilt hat. Welch Weitblick! Richtig gemein wird die Taktik, wenn so jemand schon vorher weiß, dass Krause davon keine Ahnung hat oder seinen üblichen Vorschlag machen wird, der – wie ebenfalls bekannt – völlig unreif ist.

  • "Was Krause versucht zu sagen, ist…"

    Bravo! Hier geriert sich einer nicht nur als empathischer, hilfsbereiter Kollege, sondern auch noch als begnadeter Zuhörer. Obendrein bereichert er die Runde mit den klaren Worten, um die der simple Herr Krause leider verlegen war. Ziemlich link.

  • "Die Details interessieren mich weniger. Was ist der Kern der Sache?"

    Wer so fragt, degradiert den anderen zum technikverliebten Kleingeist. Nur er hat den Überblick über das große Ganze – oder ist zumindest daran interessiert. Eine noble Geste, die den Kollegen ziemlich winzig aussehen lässt.

  • "Vermutlich haben Sie Recht."

    Eine fiese Attacke. Natürlich glaubt so jemand nicht eine Sekunde daran, dass der andere Recht hat. Aber er signalisiert Toleranz und Offenheit, während er gleichzeitig die Glaubwürdigkeit und Reputation des anderen subtil untergräbt.

  • "Anfangs habe ich es auch so gesehen…"

    Der erste Satzteil klingt nur verständnisvoll. Tatsächlich geht es darum, den anderen alt und ewiggestrig aussehen zu lassen. Denn die unausgesprochene Fortsetzung lautet: „...aber intellektuell habe ich mich längst weiterentwickelt."

Wer natürlich "mal eben so, aus dem Stehgreif" etwas vortragen soll, hat die Vorbereitungszeit nicht. Da hilft nur: Sammeln, tief durchatmen und nur das erzählen, was man sicher weiß. Wer vor sich hinfabuliert, kommt eher in die Situation, dass er nicht mehr weiß, was er als nächstes sagen wollte. Und diese Pausen sind das natürliche Habitat von Füllwörtern. Wer sich tatsächlich vergallopiert hat, sollte stattdessen lieber einräumen, den Faden verloren zu haben und nochmal von vorne beginnen.

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