Ministeriumsstudie: Minijob ist ein Risiko im Lebenslauf

Ministeriumsstudie: Minijob ist ein Risiko im Lebenslauf

Als Brücke in die Vollzeitbeschäftigung scheint der Mini-Job wenig geeignet zu sein. Zumal nicht für Frauen, wie eine Studie des Familienministeriums zeigt.

Geringfügige, von Steuern und Abgaben befreite Beschäftigung sollte eigentlich ein Instrument sein, um den Einsatz von Arbeitskräften flexibel machen, Schwarzarbeit zu verhindern und Arbeitslosen den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern. Diesem Anspruch, eine Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu sein, werden die „Minijobs“ aber kaum gerecht, wie eine Studie des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zeigt.

Vor allem bei Frauen verfehlt der Mini-Job diesen Zweck. Die meisten Frauen, die nur einen oder mehrere Minijobs haben, kommen aus dieser Erwerbsform nicht mehr heraus. In der Studie ist von "ausgeprägten Klebeeffekten" die Rede: Vor allem Frauen im Minijob werden, wenn sie länger einen Mini-Job machen, nicht mehr als qualifizierte Fachkraft angesehen – auch mit einer qualifizierten Berufsausbildung. "Einmal Minijob pur – lange Minijob: So lautet das Fazit", heißt es in der Studie.

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Ein Grund dafür ist auch das Steuersystem, wie die Bertelsmann-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) schon in einer 2010 veröffentlichten Studie zeigte. Demnach lohnt ich der Aufstieg aus einem Minijob in eine Vollzeitstelle für viele Menschen nicht.

Der Ministeriumsstudie zufolge sind Frauen, bei denen ihr Minijob keine zusätzliche Nebenbeschäftigung ist, im Durchschnitt bereits sechs Jahre und sieben Monate geringfügig beschäftigt. Bei Verheirateten sind es sogar sieben Jahre und einen Monat.

Nur 14 Prozent der Frauen, die früher einen Minijob als Hauptbeschäftigung ausübten, hätten heute eine Vollzeitstelle, 26 Prozent eine Teilzeitstelle mit mindestens 20 Stunden pro Woche. Mehr als die Hälfte der früheren Minijobber sei nicht mehr am Arbeitsmarkt tätig, so das Ergebnis der Ministeriums-Studie. Dies belege, dass Minijobs - anders als von den rot-grünen Arbeitsmarktreformern gewollt - „nicht als Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wirken“.

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Die Studie beruhe auf einer Befragung von mehr als 2000 Frauen. Etwa die Hälfte von ihnen hat einen Minijob, die andere Hälfte übte früher einen aus.

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