Mittagspause: Junge Angestellte verzichten auf Pausen

Mittagspause: Junge Angestellte verzichten auf Pausen

Wenn Sie gleich in die Mittagspause gehen, nehmen Sie Ihre jungen Kollegen mit. Denn die Kollegen unter 25 lassen häufig ihre Pausen ausfallen. Das ist nicht nur nicht gut, es ist auch verboten.

"Mittagspause? Keine Zeit!" Laut einem Faktenblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) machen gerade junge Arbeitnehmer keine Pausen. Die BAuA hat 3200 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren zu ihren Arbeitsbedingungen, Arbeitsanforderungen und Belastungen befragt. Das Ergebnis: Etwa ein Fünftel der jungen Leute verzichtet auf die arbeitsrechtlich vorgeschriebenen Pausen, weil sie sonst mit ihrer Arbeit nicht fertig werden. Besonders häufig komme das in der Dienstleistungsbranche vor. Außerdem neigen Frauen offenbar eher dazu, sich für den Job aufzuopfern, als Männer. 54 Prozent derer, die wegen der Arbeitsmenge auf eine Pause verzichten zu müssen, sind junge Frauen.

So macht die Welt Pause

  • "Ich esse während der Arbeit." oder "Ich mache keine Pause."

    30 Prozent der Arbeitnehmer wählten diese Antwort. In Großbritannien ist diese Haltung mit 45 Prozent am verbreitetsten.

  • "Ich mache 15 Minuten Pause."

    18 Prozent der mehr als 10.000 Befragten gaben diese Antwort.

  • "Ich mache richtig Pause für mindestens 30 bis 45 Minuten."

    Insgesamt entschieden sich 34 Prozent für diese Antwort. Vor allem in Schweden und Mexiko sind Pausen zwischen 30 und 45 Minuten beliebt. Hier machen fast die Hälfte der Arbeitnehmer eine solche Pause. 

  • "Ich mache eine volle Stunde Pause."

    So viel Muse haben weltweit nur 18 Prozent der Befragten. In Deutschland lassen sich 28 Prozent viel Zeit zum Essen. In Frankreich sind es sogar 32 Prozent.

Darüber hinaus erklärt ein Drittel aller Befragten, dass sich Pausen nicht in ihren Arbeitsablauf integrieren lassen. Das ist im Übrigen nicht nur bei den Berufseinsteigern so, denen man gewisse Ambitionen unterstellen kann. Auch in der Gruppe der 15- bis 17-Jährigen - also Azubis und Praktikanten - verzichten 20 Prozent häufig auf Pausen, weil sie sonst ihr Pensum nicht erfüllen können. Und auch die alten Hasen im Job lassen die Pause häufig sein, um früher Feierabend machen zu können oder ihre Arbeit überhaupt zu überwältigen.

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Arbeitsrechtlich ist die Sache klar: Jeder, der mehr als sechs Stunden täglich arbeitet, hat einen Anspruch auf 30 Minuten Pause, bei mehr als neun Stunden Arbeit steht noch einmal eine Viertelstunde mehr zur Verfügung, heißt es in Paragraph 4 des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG). Tatsächlich nimmt sich der Durchschnittsangestellte aber nur 20 Minuten Zeit, um Kraft zu tanken, 29 Prozent essen direkt am Schreibtisch, um Zeit zu sparen, wie die Statistik zeigt.

Das ist allerdings nicht nur zu wenig Pause und damit verboten. es ist auch nicht sonderlich gesund: Pausen und Ruhezeiten sind für die Erholung der Beschäftigten wichtig.


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