Modist statt Hutmacher: Neue Namen sollen alte Berufe attraktiv machen

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Modist statt Hutmacher: Neue Namen sollen alte Berufe attraktiv machen

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Hutmacher ist eines der Handwerke, die nur noch von wenigen ausgeübt werden.

Wenn kommende Woche das Ausbildungsjahr startet, gibt es lange Gesichter: Während sich einige vor Bewerben kaum retten können, ringen andere verzweifelt um Azubis. Um Nachwuchs zu locken, werden sogar Berufe umbenannt.

Vanessa Kleemann macht eine Ausbildung zur Modistin. Den gleichen Beruf hatte auch ihre Großmutter. Als diese das Handwerk lernte, hieß der Beruf allerdings noch Hutmacher. Die Arbeit ist jedoch die gleiche. Um mehr Bewerber anzuziehen, werden Ausbildungsberufe immer wieder umbenannt. So kann es passieren, dass ein Beruf verschwindet - scheinbar, denn eigentlich heißt er nur anders. So wurde der Drucker zum Medientechnologen, der technische Zeichner zum technischen Produktdesigner und was früher ein Teilezurichter machte, übernimmt heute die Fachkraft für Metalltechnik, wie eine Sprecherin der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Stuttgart sagt.

Diese Ausbildungsberufe haben die höchsten Abbrecherquoten

  • 51,0

    Am häufigsten werfen junge Menschen die Lehre hin, die Kellner oder Kellnerin werden wollten.

  • 50,9

    50,9 Prozent derjenigen, die eine Ausbildung zum Umzugshelfer begonnen haben, halten nicht durch.

  • 49,5

    Auch den Beruf des Wachmanns haben sich 49,5 Prozent der Auszubildenden offenbar anders vorgestellt, als er letztlich ist.

  • 49,4

    Dichtauf folgen die Köche: Am Herd brechen 49,4 Prozent ihre Ausbildung ab.

  • 45,0

    45 Prozent der Kosmetiker-Azubis halten die Lehre nicht durch.

  • 44,3

    Auch bei den Gebäudereinigern ist die Abbrecherquote mit 44,3 Prozent sehr hoch.

  • 44,2

    Bei den Friseuren werfen 44,2 Prozent der Lehrlinge vorzeitig das Handtuch.

  • 43,7

    Und bei den Lkw-Fahrern brechen 43,7 Prozent vorzeitig ab.

Hutmacher ist eines der Handwerke, die nur noch von wenigen ausgeübt werden - wie auch Hufschmied, Buchbinder oder Bogenmacher. Die Gründe dafür sind dem Handwerkskammertag zufolge verschieden: Die Nachfrage ist gering, das ursprüngliche Berufsbild ist in einem anderen aufgegangen - oder der Nachwuchs fehlt. Und was den Nachwuchs angeht, könnte die Lage auf dem Arbeitsmarkt kurz vorm Start des neuen Ausbildungsjahres kommende Woche nicht unterschiedlicher sein. „Es gibt hoch spezialisierte Berufe, bei denen man die Nachfrage gar nicht decken kann“, sagt Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsausbildung (BIBB). So wurden 2012 nur drei Frauen zur Modistin ausgebildet. „In anderen Berufen dagegen ist die Zeit der besten Auslese vorbei.“ Besonders im Lebensmittelhandwerk wie in Bäckereien und Metzgereien fehlen Auszubildende - auch im Bau ist es schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden.

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2013 hatten schmale Jahrgänge und die verstärkte Studienneigung der Schulabgänger insgesamt zu Negativrekorden bei neuen Lehrverträgen und der Gesamtzahl der Auszubildenden geführt. Nur noch 525 300 junge Menschen wählten 2013 den Weg über Betrieb und Berufsschule in den Beruf, weit über 100.000 weniger als im gesamtdeutschen Rekordjahr 1999. „Die Arbeitswelten verändern sich“, sagt Pieper. Ausbildungsordnungen müssten modernisiert werden, damit die Azubis den wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Anforderungen der Zukunft gewachsen sind. Für das neue Ausbildungsjahr modernisierte das BIBB 9 der 328 Ausbildungsberufe. Nun kann man auch Süßwarentechnologe oder Fachkraft für Speiseeis werden - aber nicht mehr Fachkraft für Süßwarentechnik oder Speiseeishersteller.

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