Nachwuchskräfte: So tickt die Jugend von heute

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von Daniel Rettig

Was erwarten Nachwuchskräfte von einem Arbeitgeber? Antworten gibt eine internationale Studie mit mehr als 20.000 Befragten.

Einig sind sich die Experten jedenfalls nicht. Mal bezeichnen Wissenschaftler die Nachwuchsgeneration als egoistisch, faul und illoyal, mal loben sie ihren Gründergeist, ihre Neugier und ihre Weltläufigkeit. Aber wie ticken die 20- bis 35-Jährigen in Bezug auf das Berufsleben wirklich? Was erwarten sie von einem Arbeitsplatz? Welche Entwicklungsmöglichkeiten streben sie an? Und warum bleiben sie einem Arbeitgeber treu?

Antworten auf diese Fragen fand eine umfangreiche Studie im Auftrag des Personaldienstleisters Manpower. Das Beratungsunternehmen Reputation Leaders befragte dafür 19.000 berufstätige Millennials sowie 1.500 Personalverantwortliche in 25 Ländern. Die fünf wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

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Nummer 1: Der Nachwuchs ist optimistisch

Beginnen wir mit der guten Nachricht: Die viel zitierte Generation Y ist optimistisch, wenn es um die beruflichen Aussichten geht. Zwei Drittel sehen ihre aktuellen Perspektiven positiv. 62 Prozent sind sich sicher, dass sie innerhalb von drei Monaten eine ähnlich gute oder bessere Stelle finden könnten, wenn sie ihren Arbeitsplatz morgen verlieren sollten. Die Deutschen sind nach Angaben der Studie gar nicht so miesepetrig wie gedacht. Im Gegenteil: Sie gehören zu den optimistischsten weltweit. Den größten Pessimismus zeigen junge Japaner, Griechen und Italiener. Wenig überraschend angesichts der schlechten wirtschaftlichen Situation in diesen Ländern.

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Mode als Opium fürs (junge) Volk. Quelle: Fotolia

Nummer 2: Der Nachwuchs ist realistisch

Die Rente mit 60 war einmal. Die meisten Nachwuchskräfte sind sich bewusst, dass sie länger arbeiten werden als ihre Eltern und Großeltern. Weltweit geht mehr als jeder Zweite fest davon aus, auch über das 65. Lebensjahr hinaus zu arbeiten – in Deutschland sogar 77 Prozent. Und beinahe jeder Fünfte glaubt, auch nach dem 70. Lebensjahr noch zu arbeiten.

Nummer 3: Der Nachwuchs ist fleißig

Von wegen faule Jugend: Die Generation Y arbeitet genauso hart wie andere Generationen – oder sagen wir besser: genauso lange. 72 Prozent der deutschen Befragten arbeiten mehr als 40 Stunden pro Woche. Weltweit sagte fast jeder Vierte, sogar mehr als 50 Stunden pro Woche zu arbeiten.

Nummer 4: Der Nachwuchs nimmt Auszeiten

Die Karriereleiter ist ein Konzept von gestern, stattdessen angesagt ist die Karrierewelle. Heißt konkret: Die Generation Y will sich Auszeiten nehmen. 84 Prozent (in Deutschland: 88 Prozent) erwarten im Laufe ihres Berufslebens signifikante Unterbrechungen – aber nicht, um faul am Strand zu fläzen. Die meisten planen längere Auszeiten, um Kinder großzuziehen, ältere Verwandte zu pflegen, den Partner zu unterstützen oder ehrenamtlich zu arbeiten.



Nummer 5: Der Nachwuchs achtet aufs Geld

Geld alleine macht nicht glücklich, aber von ehrenamtlicher Arbeit allein wird auch niemand satt und zufrieden. Die Studienautoren wollten von den Befragten wissen, welche Prioritäten sie bei der Arbeitgebersuche setzen. 92 Prozent achten vor allem auf das Geld. Doch bereits an zweiter Stelle folgt mit 87 Prozent der Stimmen Sicherheit. Allerdings definieren Millennials sie anders.

Zwar wünschen sich die meisten die Sicherheit einer Vollzeitbeschäftigung, um ihren Lebensstil halten zu können – sich von Projekt zu Projekt zu hangeln, ist den meisten zu heikel. Doch gleichzeitig erwarten sie von ihrem Arbeitgeber keinesfalls lebenslange Treue – sondern dass ihr Arbeitgeber berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Anders formuliert: Es geht nicht um Sicherheit mit Blick auf den aktuellen Arbeitsplatz – sondern mit Blick auf die berufliche Laufbahn. Für Unternehmen sei es an der Zeit, ihre Personalstrategien gründlich zu überdenken, sagt Manpower-Vorstand Mara Swan. Die Welt der Millennials entwickele sich immer schneller, entsprechend erwarteten sie eine vielseitige berufliche Entwicklung mit deutlich höherem Tempo: „Arbeitgeber müssen auf sie hören“, sagt Swan, „wir können es uns nicht leisten, für die nächste Generation nicht attraktiv zu sein.“ Sobald Millennials verstünden, wie sie langfristig profitieren können, seien sie mindestens so motiviert und produktiv wie die älteren Generationen vor ihnen. Und was für Millennials gilt, gilt auch für alle anderen Berufstätigen. „Loyalität“, sagt Swan, „ist heutzutage keine Einbahnstraße mehr.“

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