Orientierungsangebote : Kurse für ein Leben nach dem Abitur

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Orientierungsangebote : Kurse für ein Leben nach dem Abitur

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Den starren Schulstrukturen entwachsen, tut sich für viele Jugendliche nach dem Abitur erst einmal ein großes schwarzes Loch auf. Sie fragen sich: "Wer bin ich und was will ich machen?"

von Julia Gurol

Sie sind jung, sie sind motiviert – und haben trotzdem keine Ahnung, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. „Abi – und was kommt danach"? Unterschiedliche Angebote sollen Orientierung geben.

Endlich das Abi in der Tasche, die Schule ist vorbei, das Leben kann losgehen. Aber wo und wie? Viele Jugendliche stehen nach dem Schulabschluss erst einmal planlos da. Sie wollen studieren, eine Ausbildung machen, sich weiterbilden, klar. Doch vielen fällt es schwer, Entscheidungen zu treffen oder eine Vorstellung zu entwickeln, was sie mit den nächsten Jahren ihres Lebens eigentlich genau anfangen wollen. Der organisierten Schulstruktur entwachsen, stehen sie auf einmal auf eigenen Beinen und müssen ihre eigenen Entscheidungen treffen.

Das war zwar schon immer so, aber die junge Generation steht noch vor ganze anderen Herausforderungen: Durch die Umstellung auf die verkürzte Abiturzeit G8 fehlt ihnen ein ganzes Jahr, um sich darüber klar zu werden, was sie eigentlich wollen. Sie sind jünger als ihre Vorgänger, der Unterschied beträgt bis zu drei Jahre. Hinzu kommt der abgeschaffte Wehrdienst, frühe Einschulungen, der ein oder andere überspringt eine Klasse. Und auf einmal ist das Abi da und mit ihm die große Frage: „Abi, und dann?“

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G8-Abitur Wie die Schulen für gute Noten sorgen

Die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre soll den Leistungsstand der Abiturienten nicht beeinträchtigen. In der Realität sieht das ganz anders aus.

Inflation des Abiturs 2 Quelle: dpa

Die Lösung für viele lautet „Gap Year“. Sie kommt aus England und ist an sich nichts weiter als ein Jahr Pause zwischen Abitur und was immer danach kommt. Ein Lücke, die Entscheidungshilfe sein kann, Selbstfindungskurs oder Abenteuerreise. Scheitern, das gilt hier nicht, Ausprobieren und Erfahrungen sammeln sind erwünscht. Daran müssen sich viele Jugendliche aber erst einmal gewöhnen, sie haben Angst, etwas falsch zu machen und stellen harte Anforderungen an sich selbst.

Turbo-Abi, schön und gut, aber sollte die Schulzeit nicht auch der Selbstfindung dienen? Bei acht Jahren Schulzeit bleibt die Frage: „Wer bin ich und was will ich?“ schlichtweg auf der Strecke. Gerhard Teufel, Direktor des „Salem Kolleg“ meint: „ Früher konnten Schulabgänger eine Reifephase durchlaufen. Aber mit der Verkürzung auf das achtjährige Gymnasium und dem Wegfall des Wehrdienstes gibt es diese Möglichkeit nicht mehr.“ So kann es passieren, dass 30 Prozent der Studienanfänger ihr Studium nach kurzer Zeit wieder abbrechen oder den Studiengang mehrfach wechseln.

Studien- und Berufsberatung schaffen kaum Abhilfe und das stundenlange Wälzen von Studienführen verwirrt wegen der Masse an Studiengängen mehr, als es nützt. So geben viele Schüler nach dem Abi an, erst einmal Zeit zu brauchen. Zeit für sich selbst, Zeit für Entscheidungen.

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