Personalberater: "Banker ist kein Traumjob mehr"

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InterviewPersonalberater: "Banker ist kein Traumjob mehr"

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Die Skyline von Frankfurt: "Heute werden nur gestandene Banker und Manager gesucht"

von Miguel Zamorano

Marcus Michel hat sich als Personalberater auf den Finanzmarkt spezialisiert. Im Interview mit WirtschaftsWoche Online erklärt er, welche Baustellen künftige Banker bewältigen müssen.

WirtschaftsWoche Online: Gilt der Beruf des Bankers trotz der verschärften Bankenaufsicht, der Kritik an Bonuszahlungen und zahlreicher Bankenskandale immer noch als Traumjob?

Marcus Michel: Für viele nicht mehr. In Arbeitgeberrankings haben die großen Banken an Beliebtheit eingebüßt. Heutige Ausbildungs- und Absolventenjahrgänge bevorzugen die Industrie oder den Dienstleistungssektor. Dabei erhält man als Banker kaufmännisch gesehen nach wie vor eine der besten Ausbildungen.

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Personalberater Marcus Michel erklärt, wieso Banker momentan eher nicht als Trauma-Job gilt. Quelle: Presse

Personalberater Marcus Michel erklärt, wieso Banker momentan eher nicht als Trauma-Job gilt.

Bild: Presse

Seit wann ist das so?

Ganz klar seit 2008, als Lehman Brothers pleite ging. Seitdem wird der Beruf sehr oft mit Krise, Gier und Steuerhinterziehung assoziiert - und nicht mehr mit Solidität, Vertrauen, Werte- und Vermögensaufbau.

Wer will eigentlich noch in der Branche arbeiten?

Die Frage ist vielmehr: Welches Profil wird gesucht? Die Regulierungsdichte hat extrem zugenommen und die Banken haben unter dem Druck zurückgehender Profitabilität Personal abgebaut. Für viele Mitarbeiter geht es jetzt vor allem darum, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren und in der Branche zu bleiben. Davon abgesehen wollen nach wie vor BWLer in diesen Beruf sowie Mathematiker und Naturwissenschaftler, da weiterhin gute Einkommensmöglichkeiten und interessante Aufgabengebiete locken.

Das sind die größten Banken Deutschlands

  • Platz 12

    2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

    Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

  • Platz 11

    Die Postbank gehört zur Deutschen Post und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

    Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

  • Platz 10

    Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

    Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

  • Platz 9

    Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

    Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

  • Platz 8

    Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

    Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

  • Platz 7

    Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

    Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

  • Platz 6

    Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

    Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

  • Platz 5

    Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

    Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

  • Platz 4

    Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

    Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

  • Platz 3

    Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

    Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

  • Platz 2

    Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

    Bilanzsumme (2011): 661,80 Milliarden Euro

  • Platz 1

    Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

    Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Was müssen diese Leute können?

Künftige Mitarbeiter werden vor allem in den Bereichen Compliance, Aufsichtsrecht und Risikomanagement gesucht. Finanzmathematisches, regulatorisches als auch bilanzielles Know-how sind da von Nöten. Nach einigen Jahren mit überdurchschnittlichen Kostenoptimierungsprogrammen, wird nun aber auch wieder die Ertragsseite, sprich der Vertrieb, fokussiert. Allerdings sind dort die Hürden sehr hoch. Früher meinten meinen Kunden zu mir: Such mir ein junges Talent, das hungrig ist, und dass wir aufbauen können. Heute werden insbesondere im Private Banking allen voran gestandene Banker und Manager gesucht, die ein Kundenportfolio mitbringen – und  damit auch die Möglichkeit, von vornherein Umsatz zu machen. Nur solche Mitarbeiter sind gewünscht.

Was ist mit dem Investmentbanking?

Das ist bezüglich Personalaufbau so gut wie tot. Ok, vielleicht können Mitarbeiter auf interne Stellen wechseln, doch auf dem offenen Arbeitsmarkt haben Interessenten in diesem Bereich praktisch keine Chance – außer sie entscheiden sich für kleinere Investmentboutiquen, die Selbstständigkeit oder Beratungsjobs.

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