Personalberater: Headhunter müssen in immer kürzerer Zeit Kandidaten finden

Personalberater: Headhunter müssen in immer kürzerer Zeit Kandidaten finden

, aktualisiert 07. Mai 2015, 12:34 Uhr
von Claudia Tödtmann

Der Markt der Personalberater wächst. Aber der Job der Headhunter wird komplexer. Das Hauptproblem: Sie müssen immer schneller Experten finden, haben dafür aber weniger Kandidaten zur Auswahl.

Wer einen Headhunter beauftragt, will schnell Top-Leute präsentiert bekommen. Doch das wird immer schwieriger. "Es ist viel aufwändiger geworden, gute Talente für die suchenden Unternehmen zu gewinnen", sagt Wolfram Tröger, Personalberatungsexperte beim Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU). Insgesamt ist der Markt für die Personalberater trotzdem weiter gewachsen. Der Branchenumsatz ist im vergangenen Jahr um knapp sechs Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gestiegen (Vorjahresvergleich: 1,6 Milliarden Euro). Für 2015 erwartet die Zunft ein Umsatzplus von 6,2 Prozent.

Gründe sind die gute Konjunktur und der Arbeitsmarkt, so die BDU-Vizepräsidentin Regina Ruppert. Vor allem aber ist die Nachfrage der Unternehmen nach Kandidaten gestiegen, die sich auskennen mit moderner, aktueller IT-Technik. Die Tendenz steigend, weil der digitale Wandel weiter voranschreitet. Doch die Wechselwilligkeit ist oft nicht so hoch, wie sie die Unternehmen auf Kandidatensuche gerne hätten. Deshalb ist es für Personalberater heute wichtig, Überzeugungskraft zu haben. Weniger relevant werden dagegen die Fähigkeiten bei der Suche und der Auswahl.

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Die Headhunter besetzten im vergangenen Jahr in Deutschland 53.500 Stellen mit Fach- und Führungskräften. Die größte Nachfrage kam aus der Konsumgüterbranche gefolgt vom Maschinenbau. Insgesamt sind 6200 Personalberater in 2000 Beratungsunternehmen tätig und beschäftigen 11.900 Mitarbeiter. Der Großteil der vermittelten Kandidaten verdient zwischen 75.000 und 250.000 Euro im Jahr. Von den vermittelten Kandidaten waren nur 22 Prozent weiblich - und lag damit auch nicht höher als in den Jahren 2012 und 2013. Die Frauenoffensive ist also erstmal ausgeblieben - wie auch die Gleichstellung der Frauen im Management.

Die Jobsuchmaschinen, Expertenplattformen und Social-Media-Kanäle, wie Xing oder LinkedIn, haben sich laut BDU übrigens nicht als Bedrohung für die Personalberater erwiesen. Diese Kanäle scheinen Beratern lediglich immer mehr Eilaufträge zu bescheren: „Wo Unternehmen erst mal in Eigenregie ohne Erfolg gesucht haben, fällt die zur Verfügung stehende Zeit für den Personalberater im Such- und Auswahlprozess deutlich knapper aus“, so BDU-Experte Tröger.

Noch schwieriger wird die Suche für die Personalberater, wenn sich die Personalabteilung und die Fachabteilung nicht einig sind, wie ihr Ideal-Kandidat aussehen soll, so Tröger.

Das durchschnittliche Honorar je Beratung ist laut BDU-Studie leicht gesunken: um zwei Prozentpunkte auf durchschnittlich 25,5 Prozent des Zieleinkommens des vermittelten Kandidaten (2013: 27 Prozent). Der Grund sind die Kunden, die ihre Kosten drücken und bei ihren Dienstleistern die Honorare runterhandeln. Hinzukommt: Auch die Einkäufer in den Unternehmen haben immer öfter bei Auftragsvergaben an die Dienstleister mitzureden und entpuppen sich durchaus öfter als versierte Preisdrücker.

Immer bedeutender Kandidatensuche auch außerhalb von Deutschlands Grenzen, so die BDU-Studie. Damit wird auch ein Beratungs-Feld, das insbesondere für ausländische Kandidaten wichtiger ist, ist das Onboarding. Dabei begleiten und coachen die Berater die Neuankömmlinge im Unternehmen insbesondere in der Einarbeitungszeit, damit kulturelle und sprachliche Kluften weniger zum Tragen kommen oder gar das Andocken des Kandidaten unmöglich machen.

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