Perspektiven für Banker: Unbeeindruckt von der Krise

Perspektiven für Banker: Unbeeindruckt von der Krise

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Geschasste Banker verlassen das Lehman-Brothers-Gebäude mit ihren Habseligkeiten. Lange schien es, als hätten Studenten mit dem Berufswunsch "Manager" schlechte Chancen

Die Banken stellen wieder ein und streiten sich um die besten Köpfe: Doch der Weg der Neueinsteiger wird steiniger sein als zuvor. Wir zeigen, wie Absolventen trotzdem mit Erfolg bei Banken und Versicherungen starten.

Die Fotos erwischen ihn in Schweden, als er die Zeitung aufschlägt. Darauf: ratlose Banker, unter dem Arm einen Pappkarton, vollgestopft mit den wichtigsten Habseligkeiten aus ihrem Büro. Es sind die geschassten Mitarbeiter des US-amerikanischen Bankhauses Lehman Brothers; ihre Bilder werden 2008 weltweit zum Symbol für die fragile Bankenlandschaft.

Als Eike-Christian Frerichs sie sieht, ist er 25 Jahre alt und studiert an der School of Economics and Management im schwedischen Lund. Sein Berufsziel: Banker. Beunruhigten ihn die Fotos? "Nein, ich habe damals ja noch mitten im Studium gesteckt und war mir sicher: Bis ich eine Stelle suche, ist das vorbei", erinnert sich der 28-Jährige. Frerichs wartet ab - und behält Recht: Sein Einstieg als International Trainee bei Unicredit gelingt 2010 mühelos im Anschluss an seinen Master. Und jetzt, ab November, wird er auf seine Wunschposition im Corporate Finance Advisory übernommen.

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Junge Talente gesucht

Traumkarrieren wie diese sind in den Geldinstituten auch in Krisenzeiten möglich. Rechnen dürfen Bewerber damit aber nicht mehr. Zu widersprüchlich ist das Bild, das die Finanzbranche ihnen bietet. Auf der einen Seite die schlechten wirtschaftlichen Nachrichten: Die Kreditinstitute leiden an der Schuldenkrise, ihre Aktienkurse sacken ab, auch renommierte Häuser produzieren Negativschlagzeilen über verzockte Milliarden und Entlassungen im großen Stil. Auf der anderen Seite aber suchen gerade die deutschen Banken wieder junge Talente - und das massiv. "Im Moment bietet die Branche hervorragende Aussichten für Hochschulabsolventen und Young Professionals", sagt etwa Georg Albes, Direktor der auf Banken spezialisierten Personalberatung Robert Half. "Die Banken kämpfen regelrecht um die jungen Stars."

Höchststand beim Stellenindex

Das belegt auch der Stellenindex FRAX, den das Handelsblatt exklusiv mit der Frankfurt School of Finance and Management für die Finanzbranche erstellt. Er kletterte im Sommer auf einen neuen Höchststand: Seit 2008 verzeichnete der Markt nicht mehr so viele offene Stellen wie jetzt - die Personaler der Geldinstitute suchen dringend Nachwuchs. Der Grund: Noch in den Jahren 2008 und 2009 hatten die Banken ihr Recruiting aufgrund der Lehman-Pleite deutlich heruntergefahren, einige sogar ganz eingefroren. Aus heutiger Sicht war das ein Fehler: "Als die Wirtschaft wieder anzog, brauchten die Banken frisches Personal", so Karin Reuschenbach-Coutinho, Leiterin des Career Centre der Frankfurt School of Finance. "Doch der Nachwuchs musste erst per Direkteinstieg gewonnen oder durch Trainee-Programme geschleust werden."


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