Peter Fankhauser: "Die Jungen haben schon immer die Alten kritisiert"

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InterviewPeter Fankhauser: "Die Jungen haben schon immer die Alten kritisiert"

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Peter Fankhauser von der Thomas Cook AG.

von Kristin Schmidt

Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser über die größten Herausforderungen der nächsten Managergeneration und wie er als Berufseinsteiger die Geschäftswelt verändern wollte.

WirtschaftsWoche Online: Herr Fankhauser, eine neue Generation von Führungskräften steht in den Startlöchern, bereit zu übernehmen, wenn Ihre Generation in den Ruhestand geht. Was unterscheidet die Jungen und die Alten am meisten?
Herr Peter Fankhauser: Die junge Generation ist viel internationaler und global besser vernetzt als alle vorhergehenden. Studium in anderen Ländern und Mehrsprachigkeit sind inzwischen selbstverständlich. Gleichzeitig ist sie mit digitalen Medien und dem Internet aufgewachsen, nutzt die technologischen Möglichkeiten ganz natürlich. Dadurch bieten sich ihnen viel mehr Möglichkeiten, ein globales Netzwerk zu pflegen und Kontakte in aller Welt zu halten.

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Vita

  • Peter Fankhauser

    Peter Fankhauser, 54, ist Chef des Touristikkonzerns Thomas Cook und stellt sich beim St. Gallen Symposium den Fragen der jungen Elite.

Eine Studie passend zum St. Gallen Symposium, bei dem sich junge Talente mit der aktuellen Wirtschaftselite treffen, ergab, dass die junge Generation sich selbst als tolerant und unabhängig einschätzt. Ihre Generation aber eher als Verfechter harter Arbeit, Gehorsam und Sparsamkeit. Was halten Sie von diesen Einschätzungen?
Wie immer im Leben geht es nicht um das Entweder-oder, sondern um das Sowohl-als-auch. Ich glaube, dass es ohne harte Arbeit nun einmal nicht geht. Doch von dem Thema Gehorsam sind wir in den Unternehmen mittlerweile weit weg. Es geht um Teamarbeit, auch wenn am Ende einer entscheiden muss. Und Kostenbewusstsein wird in der Wirtschaft immer ein wichtiges Thema sein, vor allem in Industrien mit niedrigen Margen. Die Globalisierung der Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren hat beim gesamten Management zu größerer interkultureller Toleranz geführt. Sie können heutzutage ein internationales Unternehmen nur führen, wenn Sie Rücksicht auf kulturelle Identitäten nehmen.

St. Gallen Symposium So tickt die Wirtschaftselite von morgen

In einer aktuellen Studie wurden mehr als 1000 Top-Talente von den renommiertesten Universitäten der Welt zu ihren Karrierezielen und Zukunftsplänen befragt. Mit verblüffenden Ergebnissen.

Work-Life-BalanceDas Gleiche gilt für die flexiblen Arbeitszeiten: Auch hier sprechen nur 43 Prozent der Jungen von einem wichtigen Kriterium. Dagegen sagen 60 Prozent der älteren Umfrageteilnehmer, dass ihnen die Work-Life-Balance besonders wichtig ist. So viel also zum Bild der jungen Generation, der ihre flexible Zeiteinteilung wichtiger ist, als die Karriere. Allerdings: Insgesamt steigt die Bedeutung der individuellen Zeitgestaltung über alle Altersgruppen hinweg an: Waren sie 2013 noch 49 Prozent der Deutschen wichtig, achten jetzt 56 Prozent auf flexible Arbeitszeiten bei ihrem Arbeitgeber. Quelle: Fotolia

Hat sich das Verhältnis zwischen den  Generationen geändert?
Nein. Die Jungen haben schon immer die „Alten“ kritisiert und wollten alles anders machen. Das ist auch gut so, denn nur so bleibt der Schwung erhalten und kommen neue Ideen in die Gesellschaft und Unternehmen. Ich wünsche es der jungen Generation von ganzem Herzen, dass sie ihre Wünsche verwirklichen kann und eine aus ihrer Sicht noch bessere Welt kreiert. Das haben wir „Alten“ ja auch gewollt. Manches hat geklappt, anderes nicht, wie immer im Leben.

Was wollten Sie in der Arbeitswelt verändern, bevor Sie in die Führungsetage aufgestiegen sind?
Ich persönlich hatte mir damals vorgenommen, dass ich nicht in Anzug und Schlips zur Arbeit gehe. Das habe ich nicht ganz durchgehalten, doch heute kann ich mir die Freiheit nehmen, ohne Krawatte zur Arbeit zu gehen, wenn ich will.

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Was wird aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für die nachfolgende Managergeneration werden?
Grundsätzlich müssen wir alle immer bereit sein, uns an neue Entwicklungen anzupassen. Die Innovations-Zyklen spielen sich heute nicht mehr in Dekaden, sondern in Jahren oder Monaten ab. Dieses Tempo bestimmt auch künftig die Veränderungsgeschwindigkeit der Wirtschaft. Die Technologie bietet außerdem neue Möglichkeiten der Kommunikation, die das Miteinander im Unternehmen und die Arbeitsprozesse nachhaltig verändern werden. Das zu managen, wird wahrscheinlich die größte Herausforderung für die neue Generation der Manager.

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