Praktikantenspiegel: Hamburg hat die teuersten Praktikanten

Praktikantenspiegel: Hamburg hat die teuersten Praktikanten

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Praktika im Gesundheitswesen werden im Praktikantenspiegel am schlechtesten bewertet. Dabei ist der Fachkräftemangel gerade in Pflegberufen, wie zum Beispiel in Altenheimen, besonders groß.

von Timo Stukenberg

Die "Generation Praktikum" gibt es laut einer Studie nicht mehr. Die meisten Praktikanten werden bezahlt, haben ansprechende Aufgaben und sind zufrieden. Doch das schwankt - je nach Branche, Bundesland und Geschlecht.

Das Bild von der ausgebeuteten Generation Praktikum ist offenbar überholt. Laut dem Praktikantenspiegel wurden rund 94 Prozent der Praktikanten in Deutschland bezahlt, im Durchschnitt mit 736 Euro. Damit habe sich die Situation der Praktikanten verbessert, so die Studie. "Das Klischee von der Generation Praktikum zählt nicht mehr", sagt Christoph Jost, Geschäftsführer von Absolventa. Die Online-Jobbörse hat für die Untersuchung mit der Personalberatung Clevis mehr als 7500 Praktikanten befragt.

Geht es ausschließlich nach der Bezahlung, ist eine Hamburger Beratungsfirma der ideale Ort für ein Praktikum. In der Hansestadt verdienen Praktikanten mit durchschnittlich 833 Euro monatlich im Bundesvergleich am meisten. Beratungen, Vermittlungen und Marktforschungsinstituten zählen mit einem durchschnittlichen Monatsgehalt von bis zu 1014 Euro zu den Arbeitgebern, die ihre Praktikanten am besten bezahlen.

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Pharma top, Gesundheit flop

Am beliebtesten sind Praktikumsstellen in der Pharma-Branche, gefolgt von der IT- und Telekommunikationsindustrie. Schlusslicht in der Bewertung ist das Gesundheitswesen. Hier waren nur 66 Prozent der Praktikanten mit ihrer Arbeitsstelle zufrieden.

Zur idealen Praktikumskombination gehört allerdings auch das männliche Geschlecht des Praktikanten. Denn Praktikantinnen verdienen zum Beispiel bei Beratungen immer noch bis zu 150 Euro weniger im Monat. In anderen, schlechter bezahlten Berufsfeldern wie öffentlicher Verwaltung oder Forschung liegen hingegen Frauen bei der Vergütung vorne.

Trotz dieser Unterschiede geht Christoph Jost davon aus, dass Praktikanten in Deutschland heute besser gestellt sind als noch vor zwei Jahren. Damals kochte die Debatte um die "Generation Praktikum" hoch. "Die Situation hat sich im Mittel gebessert", sagt Jost. Wegen des Fachkräftemangels könnten es sich Unternehmen nicht mehr leisten, Praktikanten schlechte Arbeitsbedingungen zu bieten.

Unternehmensstandort entscheidet über Vergütung

Die Unterschiede zwischen Branchen und Bundesländern sind teilweise drastisch. In Thüringen verdienen Praktikanten im Mittel rund 330 Euro weniger als in Hamburg. In den Bereichen Medien und Marketing fällt die Vergütung um rund 50 Prozent geringer aus.

Insgesamt sind nur rund 43 Prozent der Praktikanten mit ihrem Gehalt zufrieden. Auslandsstellen sind unter deutschen Praktikanten zwar selten. Im europäischen Vergleich liegt das Praktikantengehalt allerdings mit 944 Euro wesentlich höher als in Deutschland - und damit auch die Zufriedenheit der Auslandspraktikanten.

Geld bedeutet nicht automatisch Zufriedenheit

Der Praktikantenspiegel zeigt, dass die Bezahlung nur teilweise ausschlaggebend für die Zufriedenheit ist. Für Praktikanten sind stattdessen Teambuilding, Mentoring und Anschlusspraktika wichtiger. Keine Auswirkung hat hingegen ein Wohnortwechsel für das Praktikum. Mehr als drei Viertel der Praktikanten in Deutschland studieren noch.

Koalitionsverhandlungen Mindestlohn auch für Praktikanten geplant

Schluss mit unbezahlten Praktika: Die zukünftige Große Koalition will die finanzielle Situation für Schüler und Studenten verbessern, die oft monatelang ohne Vergütung in Unternehmen arbeiten.

Beim Mindestlohn für Praktikanten sind sie sich einig: amtierende Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen (CDU, rechts) und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Quelle: dpa

Die Studie soll ein realistischeres Bild von der Situation der Praktikanten in Deutschland zeigen. "Die meisten Arbeitgeberrankings zeigen in die falsche Richtung", sagt Jost. Nicht mehr die Popularität der Marke, sondern die tatsächliche Qualität der Arbeitsstelle solle für die Bewertung ausschlaggebend sein.

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