Pro: Natürlich muss der Job Spaß machen

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KommentarPro: Natürlich muss der Job Spaß machen

von Meike Lorenzen

Das Leben ist kein Ponyhof und die Arbeit erst recht nicht. Doch wer viele Stunden im Büro verbringt, muss Freude an seiner Arbeit haben. Sonst frisst sie viel zu viel Lebensenergie.

Haben Sie sich schon mal acht Stunden am Stück gelangweilt? Es gibt nichts schlimmeres als Zeit, die dahin schleicht! Ohne Spaß bei der Arbeit wird der Alltag zäh. Wenigstens ein bisschen Spaß muss sein. Allzu schnell fühlt man sonst wie der französische Schauspieler Kad Merad, wie er mit hängenden Schultern hinter seinem Schreibtisch sitzt und alle paar Minuten zur Wanduhr schaut. Die Minuten kriechen dahin, als er in der Rolle des Postfilialen-Leiters Phillipe in dem Kinohit „Willkommen bei den Sch’tis“ seinen Dienst im Nord-Pas-de-Calais antritt. In seinem gequälten Blick liegt der ganze Horror vor der Arbeit im Norden, in den man ihn zwangsversetzt hat.

Jeder kennt das Gefühl, wenn der Alltag so langweilig, so öde, so uninspirierend ist, dass die Zeit einfach nicht vergehen will. Sie zieht sich lang, wie das Kaugummi am Finger eines Teenagers, der sich durch eine Chemiestunde quält, obwohl Geschichte doch viel mehr Freude gemacht hätte.

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Wer in so einem Job gefangen ist, lebt für die kurzen Wochenenden und die Urlaubstage, die nur beim Angeln, Lesen und Feiern dahinfliegen. Im Vergleich wollen die langen Arbeitstage im klimatisierten Großraumbüro zwischen schlechtem Automatenkaffee und kilometerlangen ToDo-Listen kein Ende nehmen.

Grund für dieses merkwürdige Zeitgefühl ist kein einzelnes Organ im menschlichen Körper. Psychologen zufolge ist es vielmehr ein individuelles Konstrukt aus der emotionalen Bewertung dessen, was gerade passiert. Damit die Bürozeit schnell vergeht, muss Arbeit also Spaß machen. Daran führt kein Weg vorbei.

Dabei ist der Begriff „Spaß“ allerdings so eine Sache. Was Freude macht, ist ganz sicher individuell. Verknappt lassen sich aber zwei Varianten ausmachen:

Die eigentliche Aufgabe muss Spaß machen: Wer heute berufstätig ist wünscht sich eine Aufgabe, die Sinn macht, bei der Verantwortung übernommen wird. Eine Tätigkeit, die Freiraum für Gestaltung und Kreativität lässt. Ein Job, der die Gehirnzellen herausfordert – ohne zu großen Druck oder cholerische Anfälle vom Chef. Unter diesen Voraussetzungen kann Arbeit auch trotz Überstunden Spaß machen!

Generation Y im Interview "Der Job muss Sinn machen"

Philipp Riederle ist 18 Jahre alt und berät Unternehmen wie Microsoft oder die Deutsche Bank. Gehalt und Status zählen für seine Generation wenig, sagt er und erklärt, was Unternehmen immer noch falsch machen.

Philipp Riederle Quelle: Presse

Die Atmosphäre am Arbeitsplatz muss stimmen: Anderen Arbeitnehmer ist die eigentliche Aufgabe weniger wichtig, Hauptsache die Stimmung stimmt. Acht Stunden am Tag Schrauben ineinander drehen, kann große Freude bereiten, so lange Spaßvogel Müller auf der anderen Seite des Fließbandes einen flotten Spruch auf den Lippen hat. Am Ende ist der Job dann nur ein Job, der Arbeiter ein Rädchen in einer großen Maschinerie, entfremdet von dem was er tut. Da ist die Sinnhaftigkeit der Arbeit weniger wichtig und die Atmosphäre am Arbeitsplatz entscheidender. Wer so einen Job hat, wird sich kaum mit seiner eigentlichen Tätigkeit identifizieren und nach Feierabend problemlos abschalten können. Das hat definitiv seine Vorteile.

Wer hat es schon immer lustig?

Zusammengefasst ist also mit seinem Job zufrieden, wer entweder die perfekte Aufgabe hat oder wer sich gut von der Arbeit abgrenzen kann. Aber: Wer hat beziehungsweise kann das schon?

Vor allem die Abgrenzung wird immer schwieriger. Heutzutage lassen sich Arbeit und Freizeit nur schwer voneinander trennen. Automatisierung, Robotertechnik, Industrie 4.0 – der technologische Fortschritt hat ebenso wie die Globalisierung das Industrie- und Arbeiterland Deutschland zu einer Dienstleistungsnation gemacht. Heute stellt VW Autos her, die an die Wünsche des Kunden angepasst sind. Ganz ähnlich sieht es in anderen Branchen aus. Planbare Massenproduktionen mit regelmäßigen Logistikketten werden immer schwieriger.

Wer am Markt bestehen will, muss schnell und flexibel auf Kundenwünsche reagieren. Die Arbeit muss gemacht werden, wenn sie anfällt. Ein 9-5-Job sowie eine klar planbare Freizeit sind unter diesen Umständen kaum noch möglich!

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