Rentenalter: Immer mehr arbeiten bis 65

Rentenalter: Immer mehr arbeiten bis 65

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Bundesarbeitsministerium Ursula von der Leyen (CDU) stellte im Bundesarbeitsministerium in Berlin, zusammen mit Handwerkspräsident Otto Kentzler (r) und DGB-Chef Michael Sommer Daten und Trends zum Thema "Arbeiten bis 67 vor.

Die Rente mit 67 bleibt umstritten - auch wenn die Beschäftigung Älterer zunimmt. Ministerin von der Leyen will künftig halbjährlich über den Arbeitsmarkt für Ältere berichten.

Immer mehr Ältere arbeiten bis kurz vor Erreichen des Renteneintrittsalters. Von den 60- bis 64-Jährigen waren dies 2010 noch 40,8 Prozent - zehn Jahre zuvor erst 19,9 Prozent. Damit belegt Deutschland in Europa einen Spitzenplatz. Dies geht aus einem Bericht über Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt für Ältere hervor, den Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zusammen mit DGB-Chef Michael Sommer und Handwerks-Präsident Otto Kentzler vorlegte.

Rente mit 67

  • Rentenbeginn

    Die Altersgrenze steigt ab diesem Jahr für die Jahrgänge 1947 bis 1964 schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Wer 1947 geboren wurde, kann mit 65 Jahren und einem Monat in Rente gehen, der Jahrgang 1959 mit 66 Jahren und zwei Monaten. Ab dem Jahrgang 1964 gibt es die Rente ohne Abzüge in der Regel erst mit 67 Jahren.

  • Nach 45 Jahren

    Arbeitnehmer, die 45 Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung gezahlt hat, können auch weiter mit 65 Jahren ohne jegliche Abzüge in Rente gehen. Dazu zählen beispielsweise auch Zeiten der Kindererziehung bis zu deren zehnten Lebensjahr. Zeiten der Arbeitslosigkeit zählen nicht dazu.

  • Gesundheitliche Beeinträchtigung

    Wer nicht mehr in der Lage ist, einer geregelten Arbeit nachzugehen, kann eine sogenannte Erwerbsminderungsrente beziehen. Abhängig vom Rentenbeginn steigt das Rentenalter ohne Abzüge ab 2012 von 63 auf 65 Jahre. Wer früher auf diese Rente angewiesen ist, muss Abzüge in Kauf nehmen – höchstens jedoch 10,8 Prozent. Ausnahmen gibt es für Versicherte mit 35 (ab 2024 mit 40) Beitragsjahren. Für sie gilt weiterhin die Altersgrenze 63.

  • Vorgezogene Rente

    Wer früher in Rente geht und damit also auch länger Rente bekommt, muss lebenslange Abzüge in Kauf nehmen. Für jeden Monat vor dem regulären Rentenalter werden 0,3 Prozent abgezogen. Wer zum Beispiel nach 35 Versicherungsjahren mit 63 statt mit 67 in Rente gehen will, muss Abzüge von 14,4 Prozent (48 Monate x 0,3 Prozent) hinnehmen.

    Quelle: Deutsche Rentenversicherung

  • Vorzeitige Rente

    Wer mindestens 35 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, kann unter gewissen Umständen auch eher in den Ruhestand gehen. Das gilt ebenfalls für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr richtig arbeiten können, für schwerbehinderte Menschen und für einen Teil der Beschäftigten im Bergbau. Ausnahmen gibt es auch bei bestimmten Altersteilzeitvereinbarungen.


  • Statistik

    Waren im Jahr 2000 nur noch 19,9 Prozent der 60- bis 65-Jährigen erwerbstätig, so waren dies 2010 bereits 40,8 Prozent. Nur in Großbritannien und in Schweden ist diese Erwerbstätigenquote noch höher.

In der Erwerbstätigenquote von 40,8 Prozent sind nach Angaben von Sommer allerdings auch rund 800 000 Mini-Jobber enthalten - mit steigender Tendenz. Auch die Selbstständigen werden bei der allgemeinen Erwerbstätigenquote eingerechnet. Schaut man nur auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, so ergibt sich ein deutlich anderes Bild: Danach sind nur 27,5 Prozent der 60- bis 64-Jährigen noch in Arbeit - während dies von den 15- bis 65-Jährigen insgesamt 52,1 Prozent sind. Allerdings ist auch hier die Quote der älteren Beschäftigten leicht gestiegen.

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Wichtiges Signal

Mit Blick auf die Rente mit 67 bezeichnete von der Leyen die Zunahme der Älteren mit Arbeit als „wichtiges Signal“. Die Ministerin sagte: „Wir leben länger, die Beschäftigungschancen steigen - unser Ziel ist, dass Arbeit auch für Menschen über 60 der Normalfall wird.“

Im europäischen Vergleich liege Deutschland mittlerweile auf einem Spitzenplatz. Von der Leyen: „Das kann aber nur eine Zwischenetappe sein auf dem langen Weg zur vollen Rente mit 67.“ Die von der großen Koalition 2006 beschlossene Rente mit 67 wird stufenweise eingeführt und soll ab 2029 für alle ausscheidenden Arbeitnehmern verbindlich werden.

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