Serie: Zukunft der Arbeit: Wie viel ist zu viel?

Serie: Zukunft der Arbeit: Die 7 goldenen Regeln des Selbstmarketings

Wie viel ist zu viel?

6) Wie schrill darf ich auftreten?

Das variiere sehr stark mit Job und Auftraggeber, berichtet Hahn. In traditionellen Branchen wie der Automobilindustrie oder Versicherern rate sie eher zum seriösen, gedeckten Auftritt. Für freischaffende Fotografen oder Designer hingegen, sei lautes Trommeln geradezu „zwingend notwendig“, um aufzufallen. Auf keinen Fall dürfe man mehr versprechen als man halten kann. Das werde im Netz sofort kommentiert und ziehe Kreise. „Eine negative Bewertung kann zehn positive zerschießen.“

Send zieht einen anderen Vergleich. Die digitale Aura werde wahrgenommen wie Tattoos. In manchen Jobs könnten sie nicht genug sein, in anderen seien sie ein No-Go, zumindest an der falschen Stelle platziert. Und der Kommunikations-Professor warnt vor Geschwätzigkeit: „Relevanz erzeugt nur, wer seiner Zielgruppe interessante Inhalte auf hohem Niveau anzubieten hat.“ Soll heißen: Qualität kommt von Quantität. Niemanden beeindruckten mehr vierstellige Freundeszahlen und gekaufte Likes. „Das Zeitalter ist vorbei.“

7) Wie erstelle ich ein überzeugendes Webprofil?

Business-Trainerin Hahn nennt dafür klare Kriterien. Die Corporate Identity müsse anziehend sein: Farben, Layout, Logos, die verwendeten Kanäle, ganz besonders jedoch das Foto. Erscheine es unsympathisch, sei der Besucher mit dem nächsten Klick schon wieder weg. Weil das Internet immer mehr mobil genutzt würde, müssten die Seiten Smartphone-geeignet sein. Es dem Besucher einfach machen, fordert sie. Dazu gehört, dass er die Telefonnummer auf der Seite nur anklicken muss, um eine Verbindung herzustellen.

Weil niemand mehr Zeit hat, sollte alles Wichtige ganz oben stehen und mit einem Blick zu erfassen sein. Das gelte ganz besonders etwa für das Xing-Profil. „Da schauen Leute, die mich nicht kennen. Da muss ich meine drei Kernkompetenzen definieren – die müssen passen.“ Dort einfach nur nichtssagende Schlagworte hinzuschreiben, vertreibe Interessenten von der Seite.

Privates sollte man eher weglassen, rät Hahn. „Ob ich Tabledance mag und was ich gerne zu Abend esse, interessiert niemanden.“ Inzwischen tendiere sie gar dazu, auch Angaben zu Schullaufbahn, Familienstand, Alter und Kinderzahl wegzulassen. „Niemand liest mehr, das Visuelle ist entscheidend.“

Wer bin ich, was macht mich aus – das bleibe beim Besucher haften und könne Geschäft und Aufträge auslösen.

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Alle Teile der Serie Zukunft der Arbeit finden Sie unter: wiwo.de/Zukunft

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