Siezen und Duzen im Job: Wie sich die Deutschen im Büro anreden

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Siezen und Duzen im Job: Wie sich die Deutschen im Büro anreden

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In vielen Büros herrscht ein lockerer Umgangston.

Fragen Sie morgen Ihre Kollegin: "Na, wie war dein Wochenende?" oder sagen Sie: "Guten Morgen Frau Schneider."? Und wie halten Sie es mit Ihrem Chef? Duzen oder Siezen? Viele machen da Unterschiede.

Von wegen distanzierte Deutsche: Das Duzen am Arbeitsplatz ist längst Normalität. Anfang März hatte der Chef des Versandhändlers, Hans Otto Schrader, seinen 53.000 Mitarbeitern das Du angeboten. Führungs- und Personalexperten waren davon nicht ganz so begeistert: Ohne die richtige Kultur gehe das nicht so einfach und man könne den Leuten nicht einfach so etwas überstülpen, was sie vielleicht gar nicht wollen. Eine Befragung der Jobseite Indeed unter mehr als 1000 Arbeitnehmern zeigt allerdings, dass vielen ihren Chef oder ihre Chefin im Alltag duzen. 52,3 Prozent gaben an, dass sie bei der Anrede nicht nach Hierarchiestufen unterscheiden.

Ob so mancher allerdings zwischen dem direkten Vorgesetzten und dem CEO unterscheidet, wurde nicht explizit gefragt. Insgesamt gaben 70,4 Prozent der Befragten an, ihre Kollegen zu duzen. Rund 13 Prozent unterscheiden dagegen, mit welchem Kollegen sie reden.

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Umgangsformen: Wer bietet wem das Du an?

  • Männer und Frauen

    Natürlich machen Knigge & Co. auch vor der Anrede nicht halt. So gibt es auch beim Siezen und Duzen klare Regeln, wer wem das du anbietet. Die Dame sagt zum Herren: „Wollen wir nicht Du sagen?“

  • Alter

    Der Senior bietet dem Junior das Du an und nicht umgekehrt

  • Hierarchie

    Der Ranghöhere bestimmt die Anredeform. Also: Der Chef bietet dem Azubi das Du an.

Die Lieblingskollegin wird geduzt, der Brummel aus der anderen Abteilung, den man sowieso kaum kennt, gesiezt. Nur gut vier Prozent siezen jeden - unabhängig von Sympathien, Dienstalter und Hierarchie. Grundsätzlich ist das Siezen und Duzen eine organische Entwicklung: Wenn Fremde zu Freunden - oder Kollegen - werden, kommt irgendwann das Du. Wer das nicht möchte, darf natürlich darauf bestehen, weiterhin gesiezt zu werden. Das sollten auch Vorgesetzte so handhaben.

"Du oder Sie ist ein Ausdruck der gelebten Unternehmenskultur. Unternehmen tun gut daran, das nicht zu überregulieren", sagt Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed Deutschland. Die Umfrage zeigt aber, dass ein Duz- oder Siez-Gebot auch gar nicht nötig ist. Mehr als 90 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit der Handhabe in ihrem Unternehmen zufrieden seien.

Eines sollten Führungskräfte, die auf das Sie bestehen, allerdings niemals tun: mit zweierlei Maß messen. Entweder müssen alle siezen oder keiner. Und: "Wer bei der Dienstreise in die USA für die eigenen Mitarbeiter aufgrund der dortigen Umgangsformen im Gespräch mit Amerikanern der Frank ist, kann nicht nach der Rückkehr nach Deutschland wieder auf das formelle "Herr Hensgens" bestehen."

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