Sprengers Spitzen: Was wirklich erfolgreich macht

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Gibt es eine Karriereformel?

Kolumne

Vergessen Sie Karriereratgeber, wichtig ist vor allem eine Frage: Wird Ihre Erstklassigkeit wertgeschätzt?

Wollen Sie die ultimative Karriereformel wissen? Das wollen viele – und fast genauso viele behaupten auch, sie zu kennen. Eine ganze Industrie verkauft Ihnen Karrieretipps. Im Regelfall fokussieren die Experten sich auf Ihre sogenannten Stärken und Schwächen, also auf Eigenschaften Ihrer Person, und murmeln was von sozialer Intelligenz, Teamfähigkeit oder Durchsetzungsvermögen. Andere verhandeln die richtige Balance zwischen Anpassung und Durchsetzung, Schaulaufen beim Chef und selbstgenügsamem Vorsichhinarbeiten: Wie schaffen Sie als Angestellter den schmalen Grat zwischen Bescheidenheit und Selbstmarketing?

Einerseits soll der Chef ja Ihre Großtaten mitbekommen, andererseits wollen Sie ihm nicht auf die Nerven gehen. Gefragt ist da der Rat der Psychologen, die flüssig (und manchmal überflüssig) über allerhand Mitarbeitertypologien, Motivationstheorien und Persönlichkeitsmodelle reden. Da gibt es rote, grüne und blaue Typen, große Eltern-Ichs und kleine Kinder-Ichs. Das ist der eigenschaftstheoretische Ansatz. Er wurde erdacht von pädagogikaffinen, aber wirtschaftsfernen Theoretikern. Und er plausibilisiert den Einsatz kurioser Assessment-Center, die an Expertentum glauben und an eine Objektivität, die sich aus addierter Subjektivität ergibt. Die Botschaft: Nun strengen Sie sich mal an! Sie müssen Ihr Leben ändern, mindestens aber Ihren „blinden Fleck“ erkennen und an sich arbeiten.

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Dieser Ansatz ist im Unwesentlichen richtig, im Wesentlichen falsch. Weil er kontextblind ist. Er blendet die Situation, die Organisation und konkrete Menschen aus. Und die Tatsache, dass es Deutungshoheiten gibt. Integrieren wir diese, dann lautet die erkenntnisleitende Frage für Ihr berufliches Lebensglück: Bekommen Sie für das, was Sie am besten können, auch ein Lächeln? Wird in Ihrer Firma Ihre Hauptbegabung auch wirklich nachgefragt – oder wird das immer nur behauptet?

Die ultimative Erfolgsformel

  • 1. Erstklassigkeit

    Tun Sie das, was Sie absolut erstklassig können.

  • 2. Zweitklassigkeit

    Wenn Sie das nicht wissen, lassen Sie von allem die Finger, was Sie nur zweitklassig können

  • 3. Nische finden

    Gehen Sie damit möglichst in eine Nische; von Me-too-Anbietern haben wir überall genug.

  • 4. Spielfeld finden

    Wählen Sie das richtige Spielfeld – also jenes, auf dem Ihre Erstklassigkeit wahrgenommen und wertgeschätzt wird

  • 5. Spielfeld wechseln

    Wenn Sie sich da verwählt haben, lohnen Blut, Schweiß und Tränen nicht. Dann müssen Sie das Spielfeld wechseln.

Die Antwort hat viel mit dem Beobachter zu tun, mit dessen Wahrnehmen und Bewerten. Es ist ja ein Mythos, dass Leistung befördert wird. Befördert wird soziale Ähnlichkeit. Je ähnlicher diese Muster, desto positiver erlebt man sich gegenseitig. Umgangssprachlich heißt das: „Die Chemie stimmt.“ Denn wann ist ein guter Mitarbeiter ein guter Mitarbeiter? Wenn der Chef sagt: „Das ist ein guter Mitarbeiter!“ Das System will es so. Entweder haben Sie den richtigen Manager-Cw-Wert, oder Sie haben ihn nicht. Für das individuelle Vorwärtskommen ist also die Wahl des richtigen Spielfeldes viel wichtiger als Ihr Persönlichkeitsprofil. Deshalb lautet die ultimative Erfolgsformel: 1. Tun Sie das, was Sie absolut erstklassig können. 2. Wenn Sie das nicht wissen, lassen Sie von allem die Finger, was Sie nur zweitklassig können. 3. Gehen Sie damit möglichst in eine Nische; von Me-too-Anbietern haben wir überall genug. Und wählen Sie 4. das richtige Spielfeld – also jenes, auf dem Ihre Erstklassigkeit wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Wenn Sie sich da verwählt haben, lohnen Blut, Schweiß und Tränen nicht. Dann müssen Sie das Spielfeld wechseln.

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