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Steuerentlastung: Überraschendes Geldgeschenk

von Kerstin Dämon

2012 sinken die Beiträge in der Rentenversicherung. Diese und andere Gesetzesänderungen bescheren den Arbeitnehmern mehr Geld. Sogar mehr, als die versprochene Steuerentlastung.

Das Formular einer vereinfachten Einkommenssteuererklärung vor einem gelben Sparschwein Quelle: dapd
Die Steuersenkung bringen dem Durchschnittsverdiener weniger Geld als Änderungen an den Steuergesetzen Quelle: dapd

Und täglich grüßt die Steuersenkung. Was die FDP vor ihrer Wahl zur Regierungspartei fest versprochen hat, ist seither Dauerthema in der Politik. 2013 soll es endlich so weit sein, die Steuern sollen runter. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt jetzt schon und nicht ganz zu unrecht vor diesem Schritt. Man könne nicht bei steigender Schuldenlast auch noch Geld verschenken. Die "schwarz-gelbe Koalition sollte die geplante Steuerentlastung besser unterlassen", sagte DIW-Chef Gert Wagner.

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Gehaltsklasse 24.000 bis 66.000 Euro jährlich

20 bis 25 Euro soll ein Durchschnittsverdiener ab Januar 2013 mehr im Portemonnaie haben. Der steuerliche Grundfreibetrag soll in zwei Schritten um rund 350 Euro erhöht werden: 2013 um 126 Euro und 2014 um 224 Euro. Die Änderungen sollen der "kalten Progression" entgegenwirken. Heißt, die Steuersenkung soll dafür sorgen, dass ein höherer Lohn nicht von der Steuer gefressen wird, weil zwar die Löhne, nicht aber die Steuersätze an die Inflation angepasst werden. Das klingt gut, ist aber lange nicht so wirkungsvoll wie die automatische Lohnerhöhung, die den Arbeitnehmern 2012 beschert wird. Dank vieler kleiner Gesetzesänderungen haben Angestellte im Jahr 2012 160 Euro mehr in der Tasche. Das berechnete der Ökonom Frank Hechtner für die Süddeutsche Zeitung.

Als Durchschnittsverdiener klassifiziert Hechtner Menschen mit einem Jahreseinkommen zwischen 24.000 und 66.000 Euro. Wer in diese Gehaltsklasse fällt, dem kommt unter anderem zu Gute, dass der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung von 19,9 auf 19,6 Prozent sinkt. Das bringt schon einmal rund 60 Euro im Jahr mehr. Außerdem steigt der Arbeitnehmerpauschbetrag von 920 auf 1000 Euro, was in der Gehaltsabrechnung berücksichtigt wird. Auch hier kommt also wieder mehr Geld beim Arbeitnehmer an. Des Weiteren können Angestellte einen größeren Teil ihrer Altersvorsorge von der Steuer absetzen und die Kosten für Kinderbetreuung können von der Steuer abgesetzt werden - ohne dass Eltern nachweisen müssen, ob die Betreuung nötig war.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.01.2012, 10:04 UhrAnonymer Benutzer: Aasgeier

    Eine Lachnummer, 12 Euro weniger abzocken bei Gutverdiener u. dann von einem Geschenk reden, unverschämt unsere 4etablierten Abzockerparteien.

  • 02.01.2012, 23:24 UhrAnonymer Benutzer: AndiDD

    "Kein guter Zeitpunkt also, um sinnlos Geld zu verschenken."

    Hoffentlich ist es erlaubt, zu fragen, ob Frau Dämon beim Verfassen dieser Zeilen vielleicht besoffen war oder sonst wie unter Drogen stand.

    Ist es etwa ein "Geschenk", wenn ein Straßenräuber dem Beraubten einen Teil der Beute lässt?
    In solchen Bahnen kann nur jemand denken, der die Ansicht verinnerlicht hat, im Grunde stünde "dem Staat" alles und jedes zu und jede nicht erhobene Steuer sei ein "Geschenk".
    Vielleicht sollte Frau Dämon ja über eine Einbürgerung in Nordkorea nachdenken. Sie würde sich dort unter vielen Gleichgesinnten sicher wohl fühlen.

  • 02.01.2012, 23:10 UhrAnonymer Benutzer: HuHa

    "verschenken"? Das bringt mich in Rage. Wenn man jemandem nicht soviel wegnimmt, dann ist das kein Geschenk!

    Unsere Politiker werden JEDES Geld, das sie in die Finger bekommen, verbraten. Sie finden schon einen Weg. Weniger wird's nie, immer nur mehr.

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