Stress im Job muss nicht sein: Gute Chefs, gutes Klima

Stress im Job muss nicht sein: Gute Chefs, gutes Klima

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Chefs spielen eine wichtige Rolle für die Arbeitsatmosphäre.

Die Deutschen sind gestresst und genervt von ihrer Arbeit. Ein Großteil macht nur noch Dienst nach Vorschrift. Gute Chefs können das ändern. Wie steht es um Ihre Führungsqualitäten?

Arbeit nervt und macht krank. Dieses Bild drängt sich zumindest auf, wenn man sich die aktuellen Umfragen zur Arbeitnehmerzufriedenheit anschaut. So stellte Gallup vor ein paar Wochen fest, dass rund 23 Millionen Deutsche nur Dienst nach Vorschrift machen, weil sie überzeugt sind, dass ihre Bemühungen vom Chef ohnehin nicht gesehen oder honoriert werden.

Die Marktforscher von der GfK haben herausgefunden, dass 41 Prozent der Deutschen dauerhaft unter Termin- und Zeitdruck stehen und sich durch ihren Job häufig gestresst fühlen. Mehr noch: 36 Prozent glauben nicht, dass sie es bis zur Rente in ihrem Beruf durchhalten. Autsch.

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Eine Befragung des Projekts Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) von der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) zeigt jedoch, dass Führungskräfte dem entgegensteuern können. Natürlich macht kein Vorarbeiter der Welt die Arbeit eines Bauarbeiters leichter oder gelenkschonender. Und auch Nachtschichten im Krankenhaus bleiben belastend für Körper und Geist - egal, wie nett der Stationsarzt ist.

Aber der Vorgesetzte ist ein wichtiger Faktor für die Motivation und das Arbeitsklima. Brüllt der Chef seine Leute an und ist unfair, wird selbst schönste Job zur Hölle. Und Dauerstress kann auf Dauer krank machen, wie zahlreiche Studien zeigen.

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Entgegensteuern können Unternehmen laut den Befragten unter anderem mit strukturierten Mitarbeitergesprächen und wirksamen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung.

Entscheidend ist aber auch die Führungskultur, denn Vorgesetzte leben die Unternehmenswerte vor und prägen durch ihr Verhalten die Arbeitsumgebung der Beschäftigten. Die "Vermeidung psychischer Fehlbelastungen ist Führungsaufgabe", heißt es ganz klar in einem Bericht der INQA.

Was Unternehmen tun können, um ihre Mitarbeiter zu motivieren

  • Gutscheine

    Um den Mitarbeitern am Ende des Monats mehr Geld in der Tasche zu bescheren, müssen nicht gleich Millionenbeträge über die Theke wandern. Stattdessen freuen sich Mitarbeiter auch über Gutscheine, mit denen sie laufende Kosten wie Benzin oder Essen

    Finanzieren können. Tankstellen- oder Einkaufsgutscheine mit bis zu 44 Euro im Monat kann der Arbeitgeber zudem steuerlich absetzen. Auch Essensgutscheine bis zu 1.342 Euro im Jahr sind für die Chefetage abgabenfrei und kommen bei den Mitarbeitern ohne

    Abzüge von Steuern und Sozialabgaben an.

  • Personalrabatte

    Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern auch Personalrabatte gewähren. Bis zu 1.080 Euro im Jahr sind hier ohne Probleme möglich. Unabhängig davon, dass der Mitarbeiter geringere Ausgaben hat, fährt der Arbeitgeber ja dadurch dennoch Umsätze ein: Eine Win‐win-Situation auf der ganzen Linie also.

  • Darlehen

    Auch zinslose oder zinsgünstige Darlehen erfreuen sich bei den Arbeitnehmern zunehmender Beliebtheit. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Tower Watson sind Arbeitgeberdarlehen auf Platz zwei der beliebtesten betrieblichen Zusatzleistungen. Diese können mit bis zu 2.600 Euro Zinsvorteil an die Mitarbeiter herausgegeben werden.

  • Urlaubsbeihilfe

    Der Urlaub ist für jeden Mitarbeiter essentiell. Hier wird neue Kraft getankt, um anschließend wieder frisch und motiviert ans Werk gehen zu können. Wie schön ist es dann also, wenn der Arbeitgeber hier auch noch aktiv unter die Arme greift? Je nach Familienstand können sich Arbeitgeber mit bis zu 364 Euro im Jahr an den Urlaubskosten ihrer Mitarbeiter beteiligen. Über den ein oder anderen Cocktail extra braucht man sich dann schon mal keine Gedanken mehr zu machen.

  • Direktversicherungen und Pensionskassen

    Auch Porsche sieht den Wert der Altersvorsorge: 700 Euro pro Mitarbeiter fließen von der Prämienzahlung direkt in die persönliche Altersvorsorge. Aber kleinere Unternehmen können ihren Mitarbeitern ebenso helfen, für das Alter vorzusorgen, indem sie Direktversicherungen, eine betriebliche Altersvorsorge oder Pensionskassen und –fonds für sie anlegen. Dies macht sich nicht so unmittelbar im Geldbeutel bemerkbar wie Gutscheine oder ein Darlehen. Allerdings gibt es den Mitarbeitern Sicherheit und zeigt, dass der Arbeitgeber daran interessiert ist seine Mitarbeiter auch nach ihrer aktiven Zeit im Unternehmen gut zu versorgen.

  • Familienfreundlichkeit und Zuschüsse

    Familienfreundliche Arbeitgeber sind schwer im Kommen! Eine Umfrage des Anbieters für betriebliche Sozialleistungen und Incentives Sodexo ergab, dass 80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer die Work-Life-Balance wichtig finden und 77 Prozent ergeht es ebenso bei der Familienfreundlichkeit des Arbeitgebers. Den Arbeitnehmern wird also zunehmend wichtiger, dass auch der Arbeitgeber ihre persönlichen Werte teilt. Familienfreundliche Arbeitszeiten oder ein Kindergartenzuschuss sind da schon ein sehr guter

    Anfang.

  • Diensthandy für private Nutzung

    Ohne Smartphone und Laptop geht es heute in den meisten Berufen kaum noch. Wenn die Mitarbeiter also ohnehin dieses Equipment, in der Regel mit einer Flatrate, zu Verfügung gestellt bekommen, warum dann nicht die Nutzung gleich ausweiten? Wenn die Mitarbeiter ganz offiziell ihre Arbeitsgeräte für den privaten Alltag verwenden können, verringern sich ihre eigenen Mobilfunkkosten und der Arbeitgeber zahlt auch nicht mehr als für die geschäftliche Nutzung.

Wer möchte, dass die eigenen Leute auch von sich aus mal etwas höher springen, als im Arbeitsvertrag vereinbart, sollte laut INAQ bei der folgenden Checkliste mehr als einmal sein Kreuzchen machen können.

Checkliste: Wie sieht es mit Ihrem Führungsverhalten aus?

  • ☐ Sie zeigen Anerkennung, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter gute Arbeit leistet oder eine gute Idee hat.
  • ☐ Sie geben Ihren Mitarbeitenden Aufgaben, die zu ihren Fähigkeiten und Qualifikationen passen. Sie berücksichtigen dabei auch persönliche Entwicklungs- und Berufsziele.
  • ☐ Freundlichkeit und Respekt gehören für Sie zum normalen Umgangston.
  • ☐ Sie können zuhören.
  • ☐ Wenn Fehler auftreten, geht es Ihnen vor allem darum, dass das gesamte Team daraus lernen kann, nicht um das „Abstrafen“ von „Schuldigen“.
  • ☐ Sie sind ansprechbar und gut erreichbar. Sie suchen auch selbst aktiv den Austausch – und nicht nur, wenn etwas schief läuft.
  • ☐ Sie vergeben nicht nur Aufgaben und Ziele, sondern besprechen mit den Mitarbeitenden auch, wie sie diese Ziele realistisch erreichen können. Einer Ihrer Standardsätze ist: „Was kann ich dazu beitragen, dass Sie Ihren Job gut machen können?“
  • ☐ Sie vertrauen Ihren Mitarbeitenden und verzichten auf übermäßige Kontrolle.
  • ☐ Das Wohlergehen Ihrer Mitarbeitenden interessiert Sie ehrlich und Sie bekommen mit, wie es Ihren Beschäftigten geht, was sie gerade besonders beschäftigt, freut oder anstrengt.
  • ☐ Wenn sich Veränderungen im Unternehmen ankündigen, informieren Sie Ihre Beschäftigten sofort und ausführlich und stehen für Fragen zur Verfügung.
  • ☐ In Ihren Mitarbeitergesprächen sorgen Sie dafür, dass auch die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter Ihnen ein Feedback zu Ihrem Führungsverhalten gibt.

Zusammengefasst: Wenn Vorgesetzte ihre Angestellte mit Respekt behandeln, sie fördern und fordern, ohne zu überfordern und sie offen und transparent kommunizieren, dann haben alle weniger Stress, sind weniger genervt und arbeiten motivierter. Ein Führungsstil, der auf Autorität, Zwang und Kontrolle beruht, ist laut INQA dagegen weniger empfehlenswert.

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