Studie: Diskriminierung schadet der Motivation

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Studie: Diskriminierung schadet der Motivation

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Diskriminierung am Arbeitsplatz erhöht die Anfälligkeit für Stress.

von Felix Ehrenfried

Wissenschaftler haben herausgefunden: Je älter ein Arbeitnehmer, desto mehr lässt er sich von Diskriminierung demotivieren und verliert die emotionale Bindung zu seinem Unternehmen.

Mit steigendem Alter verursacht Diskriminierung am Arbeitsplatz mehr Stress und führt dazu, dass die Arbeitnehmer sich immer weiter innerlich von ihrem Arbeitgeber verabschieden, die Bindung verlieren. Diese These konnten Wissenschaftler der Universitäten Bayreuth und Wisconsin-Madison jetzt in einer Studie mit 1255 Arbeitnehmern von sechs großen, namentlich nicht erwähnten Arbeitgebern in Deutschland bestätigen. Die Ökonomen um Tanja Rabl erklären diesen Zusammenhang mithilfe der sogenannte Theorie der Ressourcenerhaltung, im Fachjargon COR-Theorie genannt.

Die Theorie des amerikanischen Ökonomen Stevan Hobfoll besagt, dass jeder Menschen danach strebt, seine eigenen Ressourcen, sowohl psychische wie physische, zu erhalten und weiter auszubauen. Entsteht ein negatives Verhältnis, hat ein Arbeitnehmer beispielsweise das Gefühl, mehr zu arbeiten als er im Gegenzug zurückbekommt, entsteht Stress. Dieser führt dazu, dass sich die betroffene Person zurück zieht, um die verbleibenden Kräfte nicht auch noch aufzubrauchen ohne eine entsprechende Gegenleistung, wie beispielsweise Anerkennung, zu erhalten.

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Ein Dachdecker arbeitet am Giebel eines Reetdachs. Quelle: dpa

Im Falle von Altersdiskriminierung nahmen die Forscher in ihrer Studie an, dass sie negativ mit dem Arbeitsaufwand oder der Identifikation eines Arbeitnehmers mit seinem Unternehmen zusammenhängt. Steigt die Diskriminierung, sinkt der Arbeitsaufwand.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen die Vermutung der Forscher. Sie zeigen, dass eine höhere Diskriminierung mit einem stärkeren Rückzug des Arbeitnehmers einhergeht. Der Zusammenhang zeigt sich stärker bei älteren Arbeitnehmern gegenüber jüngeren Kollegen.

Die Studie, die im "International Journal of Human Resource Management" erschienen ist, erklärt außerdem, wieso ältere Arbeitnehmer oftmals anfälliger für Diskriminierung gegenüber jüngeren Kollegen sind. Dadurch, dass mit steigendem Alter auch zunehmend Gesundheitsprobleme auftreten, die kognitive Leistungsfähigkeit abnimmt und öfters enge Vertraute sterben, erfahren ältere Personen stärkere Verluste ihrer Ressourcen und sind dadurch nicht so widerstandsfähig gegenüber anderen Belastungen, wie beispielsweise Diskriminierung. Sie verringern ihre emotionale Bindung zum Unternehmen, um so die im Job auftretenden Belastungen besser ausgleichen zu können.

Und was bedeutet das für den Arbeitgeber? Der sollte sich bewusst sein, dass aufgrund des demographischen Wandels ältere Mitarbeiter zunehmend an Bedeutung gewinnen. Daher sollten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zu Fortbildungen, unabhängig von Alter, bieten. Weiterhin sollten sich Aufstiegschancen weniger am Alter als an den persönlichen Fähigkeiten orientieren. Auch sei es wichtig, mit Vorurteilen gegenüber besonders jungen und alten Mitarbeitern aufzuräumen, um so einer Altersdiskriminierung vorzubeugen, so die Wissenschaftler.

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