Studie: Surfen während der Arbeitszeit macht produktiv

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Studie: Surfen während der Arbeitszeit macht produktiv

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Ein Mann schaut auf seinem Büro-Computer Ebay-Auktionen an. Das private Internetsurfen im Büro ist oft ein Streitpunkt.

von Jana Reiblein

Kurz was im Online-Shop bestellen oder private E-Mails checken - in vielen Betrieben gibt das Ärger. Doch Arbeitgeber können sich entspannen: Eine Studie zeigt, dass privates Surfen nützlich ist.

Viele Betriebe verbieten die private Internetnutzung aus Sorge, dass die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit nutzlos vertändeln. Während "Offline"-Unterbrechungen der Arbeit wie Kaffee- und Zigaretten-Pause akzeptiert sind, ist das private Internetsurfen im Büro hingegen verpönt. Und das zu Unrecht, wie eine Studie um den Forscher Sung Doo Kim am Carl H. Lindner College of Business in Cincinnati zeigt. Der Doktorand und sein Team fanden heraus, dass eine Surf-Pause im Büro die Arbeiter entspannen und sogar ihre Produktivität steigern kann.

Für die Studie befragte Kim 33 Arbeiter aus verschiedenen Bereichen wie Banken, Gesundheitswesen oder Medien. Dabei wurde unter anderem abgeklopft, wodurch die Surf-Pausen ausgelöst werden. Es zeigte sich, dass die Arbeiter sich besonders dann dazu neigten, sich online abzulenken, wenn sie sich körperlich und geistig ausgelaugt von einer besonders stressigen Arbeitsperiode fühlten. Auch Monotonie und Langeweile oder emotionale Tiefschläge bei der Arbeit, die Ärger oder Frustration auslösten, führten zum Herumsurfen.

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Die Deutschen im Internet

  • DSL

    2013: 41,3 Prozent

    2012: 42,2 Prozent

    Quelle: Initiative D21

  • Kabelanschluss

    2013: 9,6 Prozent

    2012: 8,5 Prozent

  • ISDN

    2013: 7,1 Prozent

    2012: 7,5 Prozent

  • Mobilfunkzugang

    2013: 6,2 Prozent

    2012: 5,1 Prozent

  • Modem (analog)

    2013: 3,7 Prozent

    2012: 3,2 Prozent

  • Sonstiges

    2013: 1,5 Prozent

    2012: 1,5 Prozent

  • Anderer breitbandiger Zugang

    2013: 1,2 Prozent

    2012: 1,2 Prozent

  • Kein Internet zu Hause

    2013: 0,8 Prozent

    2012: 1,0 Prozent

Dabei zeigte sich, dass Menschen, die durch ihren Job ohnehin viel am Rechner sitzen, nicht dazu neigen während der Arbeitszeit auch noch privat zu surfen. Im Gegensatz dazu sehnen sich Menschen, die harte körperliche Arbeit leisten oder viel Kundenkontakt haben, eher nach einer "einsamen Auszeit" im Internet.

Und diese Auszeit ist in dreierlei Hinsicht ein Gewinn. Die Studie zeigt, dass sich die Arbeiter durch die Online-Pausen erholten, mitunter auch etwas lernten und sich insgesamt erfüllt fühlten. Unter den Probanden seien etwa Menschen gewesen, die die Online-Pausen nutzten, um kurz mit ihren Kindern zu chatten. "Nachdem sie sich vergewissert hatten, dass mit den Kindern alles in Ordnung ist, konnten sie sich auch wieder besser auf ihre Arbeit konzentrieren", berichtet Kim. Probanden, die die Surf-Pausen nutzten um zum Beispiel Nachrichten oder Forschungsberichte zu lesen, empfanden dies als nützlich für ihren Job.

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Wer Online-Pausen machen durfte, zeigte sich zudem zufriedener mit seiner Arbeit - vielleicht, weil die Freiheit zum privaten Surfen so einen Beitrag zur viel beschriebenen Work-Life-Balance leistet, resümieren die Forscher. Daraus dürfe natürlich kein exzessives Surfen entstehen, dass zu großen Zeit- und Produktivitätsverlusten führt, warnt Kim.

Managern empfiehlt der Wissenschaftler, in ihren Arbeitsplatz-Regeln auch das positive Potential von surfend verbrachten Arbeitspausen zu berücksichtigen. Die Mitarbeiter sollten zu einem verantwortungsvollen Umgang angehalten werden. Zudem böten sich Seminare zur produktiven Nutzung des Internets an. Auch klare Regeln, etwa wie lange gesurft werden darf, sind wichtig.

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