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Studie: Überqualifizierte Akademiker

von Kristin Schmidt

Fast jeder fünfte Beschäftigte arbeitet unterhalb seines Ausbildungsniveaus - in Zeiten des Fachkräftemangels ein enormes Problem. Eine Studie zeigt, was Unternehmen und Politik dagegen tun können.

Ära moderater Lohnabschlüsse vorbei

Mit dem Pilotabschluss in Baden-Württemberg haben die Metaller die höchste Einkommensverbesserung seit rund 20 Jahren durchgeboxt. Arbeitgeber und IG Metall haben sich am Samstag in Sindelfingen auf einen Tarifvertrag geeinigt. Die Entgelte für die 800.000 Metaller werden rückwirkend zum 1. Mai um 4,3 Prozent erhöht. Der jüngste Tarifabschluss für die baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie soll bundesweit übernommen werden. Für die Volkswirte der Commerzbank steht nach dem Metall-Tarifabschluss fest: „Die Entgelte in der deutschen Wirtschaft werden dieses Jahr deutlich stärker zulegen als 2011.“ Die Ära moderater Lohnabschlüsse sei nun erstmal vorbei, meint Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Bild: dpa

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Etwa 19 Prozent der Akademiker sind für ihren Job überqualifiziert. In den 1980er Jahren waren es gerademal  elf Prozent. Diesen Anstieg belegt eine Studie der Universität Hohenheim im Auftrag der IG Metall Baden-Württemberg. Ralf Rukwid, der Autor der Studie, sieht die ungenutzten Reserven als Problem für die gesamte Volkswirtschaft.

Vor allem Bachelor-Absolventen scheinen unter der Überqualifizierung zu leiden. Ein Ergebnis zu dem auch die HIS-Absolventenbefragung kommt. Nur 36% der Bachelor-Absolventen an Universitäten halten ihren Job für ihrer Ausbildung entsprechend. Bei Diplom- und Magisterabsolventen sind es immerhin 70 Prozent. Vor allem Geistes- und Sozialwissenschaftler finden häufig nicht den passenden Job.

Doch auch Absolventen der MINT-Studiengänge, die oftmals als Mangelware bezeichnet werden, sind unzufrieden mit ihrer Beschäftigung. Nur 45 Prozent der Bachelor fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz adäquat untergebracht, fast 20 Prozent unterfordert.

Nach den dümmsten denglischen Bürosprüchen - hier nun eine Aufstellung der schönsten Floskeln, mit denen sich klare Aussagen so wunderbar verschleiern lassen:

Nice-to have

Der Betrieb muss sparen und der Chef streicht deshalb unnötige Kosten zusammen. Dazu gehören beispielsweise der luxuriöse Dienstwagen, das Reisebudget oder das Zeitungsabonnement. Statt "Wir müssen sparen", heißt es auf Denglisch: "Wir gehen nochmal an die Nice-to-have-Kosten ran."

Bild: REUTERS

„Diese Untersuchung weist auf beträchtliche ungenutzte und damit gefährdete Qualifikationsreserven hin“, sagt Jörg Hofmann, IG-Metall Bezirksleiter Baden-Württemberg. In Zeiten des Fachkräftemangels sei die Situation noch brisanter. Auch Rolf Schumacher, Ministerialdirektor im baden-württembergischen Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, fordert Beschäftigte nach ihren Qualifikationen einzusetzen. „Das ist gerade für die Sicherung des Fachkräfteangebots wichtig, denn Fachkräftesicherung heißt,  alle Potenziale voll auszuschöpfen“, sagt er.   

Beschäftigte mit einer abgeschlossen Berufsausbildung sind ebenfalls oftmals überqualifiziert für ihre Tätigkeit. Das trifft vor allem auf diejenigen zu, die befristete Arbeitsverträge haben oder in Teilzeit beschäftigt sind. Mehr als jeder Vierte in einem befristeten Beschäftigungsverhältnis fühlt sich unterfordert.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.07.2012, 10:44 Uhrmathias

    Dieser Artikel zeigt eindeutig, Ihr Ausbildungsniveau reicht
    gerade mal für die "Toilettenfrau"

    WAs Frau Schmidt als überqualifiziert bezeichnet, erfüllt in der
    Wirtscchaft gerademal das unterste Anforderungsniveau.

    Was kann heute die Generation "Antiautoritär" als Ausbider der
    heutigen Jugend an Wissen vermitteln??? Gelernt haben Sie NICHTS

  • 25.07.2012, 09:40 UhrKapturak

    Der Fachkräftemangel ist ein Dauermärchen. Mich würde mal interessieren, welche Institutionen dieses Märchen ständig verbreiten. Ich vermute:
    - Arbeitgeberverbände, die möglichst viele Leiharbeiter aus Billigländern nach Deutschland holen wollen
    - die Bundesregierung, die so von der Arbeitslosigkeit - aber auch von sinkenden Reallöhnen - ablenken will
    - linke Parteien, die mehr Ausländer nach Deutschland holen wollen

  • 24.07.2012, 18:10 UhrNichtDumm

    Dann machen wir es halt wie in USA und jeder wird Manager.

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