Süßigkeiten am Arbeitsplatz : Wenn der kleine Hunger kommt

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Süßigkeiten am Arbeitsplatz : Wenn der kleine Hunger kommt

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Wir essen zu viel Süßigkeiten am Arbeitsplatz.

von Lisa Oenning

Jeder Zehnte nascht während der Arbeit Schokolade. Dabei hilft die süße Kalorienbombe nur kurzfristig gegen Stress. Wie Sie das Verlangen nach Süßem austricksen und dem Gruppen-Naschzwang widerstehen.

Deutschland nascht: Der Stresspegel steigt und prompt meldet sich der kleine Hunger: "Schokolade! Jetzt! Sofort!" Widerspruch zwecklos. Also: Süßigkeiten-Schublade auf – und Schokoriegel raus. Schon ist der Körper wieder voller Energie – und die Arbeit kann weitergehen. Zumindest für die nächsten 20 bis 30 Minuten. Dann ertönt die Stimme des kleinen Hungers erneut. Erst leise, dann fordernder. "Schokolade! Jetzt! Sofort!" Widerspruch zwecklos.

Diesen Kampf mit dem inneren Schweinehund führt laut einer Befragung der Techniker-Krankenkasse jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland regelmäßig – und verliert. Besonders beliebt: Schokolade und andere Schokoprodukte sowie Snacks. Vor allem junge Angestellte können den Kalorienbomben nur schwer widerstehen. Unter den 18- bis 25-Jährigen sind es laut Umfrage doppelt so viele, die regelmäßig während der Arbeitszeit Schokoladenriegel futtern.

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Schnell geht der Kalorienüberblick verloren

Für das undisziplinierte und unkontrollierte Essverhalten am Arbeitsplatz gibt es laut Experten verschiedene Gründe: Viele Angestellte sind so gestresst, dass sie einfach keine Zeit haben, eine Mittagspause einzulegen, sie essen nebenbei am Schreibtisch. Dabei verlieren sie schnell den Überblick darüber, was sie alles in sich hineinstopfen: ein Brötchen hier, ein Plätzchen da, noch ein Stückchen Schokolade und ein Tässchen Cappuccino.

Wieviel Zucker steckt in...

  • ...einem Duplo?

    In dem Schokoriegel (18 Gramm) stecken rund sechs Gramm Zucker.

  • ...einem Mars-Riegel?

    In einem Riegel (58 Gramm) stecken rund 39 Gramm Zucker.

  • ...zwei Teelöffeln Nuss-Nougat-Creme?

    20 Gramm der Schokocreme enthalten rund 12 Gramm Zucker.

  • ...einem Glas Apfelsaft?

    200 Milliliter Apfelsaft enthalten 20 Gramm Zucker.

  • ...einem Glas Cola?

    200 Milliliter Cola enthalten etwa 18 Gramm Zucker.

  • ...einem Glas Milch?

    200 Milliliter Milch enthalten 10 Gramm Zucker.

  • ...einem Fruchtzwerg?

    Eine Portion (50 Gramm) dieses Kinderprodukts enthält 7,6 Gramm Zucker.

  • ...eine Portion Fertig-Zwiebelsuppe?

    Zwiebelsuppe aus der Tüte von Maggi enthält laut Hersteller 24 Gramm Zucker auf 100 Gramm der trockenen Zubereitung. Fertig gekocht entspricht das bei einer Portion von 250 Millilitern 3,3 Gramm Zucker.

Zu den kalorienreichen Kleinigkeiten für Zwischendurch kommt hinzu, dass viele Arbeitnehmer in der Mittagspause auf fettiges Essen zurückgreifen. Dr. Wolz, ein Hersteller von Ernährungspräparaten, hat kürzlich 220 Manager nach den Essgewohnheiten ihrer Mitarbeiter gefragt und kommt zu dem Ergebnis: In sieben von zehn Unternehmen essen die Angestellten regelmäßig in ihrer Mittagspause kalorienreiches Fast Food, 60 Prozent essen am Arbeitsplatz.

Die Hitliste der Mittagsgerichte: "Platz eins geht an die Currywurst, gefolgt von Spaghetti Bolognese und frittiertem Seelachs", sagt Wissenschaftler Ingo Froböse, der mit Fernsehkoch Helmut Gote kürzlich das Buch "Ran an den Speck" veröffentlicht hat, das die bewusste Ernährung im Alltag thematisiert.

Neben dem Zeitdruck verleitet die Gruppendynamik zum Naschen. Wenn Kollegen Schokolade, Plätzchen und Co. für die Allgemeinheit im Büro zur Verfügung stellen und die süße Versuchung permanent im Blickfeld ist, dann fällt es vielen schwer, zu widerstehen.  Doch so verlockend Süßigkeiten am Arbeitsplatz auch sein können – Froböse rät davon dringend ab. "Arbeitnehmer sollten die Finger von allen Süßigkeiten lassen. Sie sind pures Gift für den Körper."

Schokolade pusht den Körper nur kurze Zeit

Schokolade liefert zwar Energie. Die ist aber nur von kurzer Dauer. Der Körper hat abwechselnd Leistungshochs- und tiefs, die 70 bis 80 Minuten anhalten. "In den Hochleistungsphasen am Arbeitsplatz sind wir vollkommen konzentriert", erklärt Froböse. In den Tiefphasen fällt es uns schwer, uns zu konzentrieren – und der Körper schüttet unter Leistungsdruck vermehrt Stresshormone aus.

Dann greifen Arbeitnehmer besonders häufig zu Schokolade und Co., um unbewusst an die Hochphase anzuknüpfen und sich wieder besser zu konzentrieren. Wegen ihres hohen Zuckeranteils und der vielen Kohlenhydrate sind Süßigkeiten wie Schokolade ein schneller Energielieferant.

Die beliebtesten Süßigkeiten der Deutschen

  • Platz 1

    Tafelschokolade: 31,8 Prozent

    Bei der Studie hat VuMa die Teilnehmer gefragt, welche Süßigkeiten und Snacks sie wöchentlich 2015 gegessen haben.

  • Platz 2

    Kaugummi: 24,7 Prozent

  • Platz 3

    Schokoriegel: 22,8 Prozent

  • Platz 4

    Süßgebäck, Waffeln, Kekse: 17,5 Prozent

  • Platz 5

    Schoko-Knabberartikel: 14,7 Prozent

Die Konzentration des Blutzuckerspiegels steigt rasant, wodurch der Körper mehr Insulin produziert. Der Mensch fühlt sich fitter.

Lieber Nüsse statt Kekse

Das Insulin baut den Blutzucker schnell wieder ab und wandelt die Überschüsse des Blutzuckers in Fettgewebe um – und wir nehmen zu. "Nach 20 bis 30 Minuten ist der Blutzuckerspiegel wieder auf seinem normalen Niveau und wir werden müde", erklärt Froböse. Dann bekommen wir wieder Hunger. "Das Verlangen nach Süßigkeiten wird sogar noch schlimmer", warnt der Experte. Stattdessen rät er zu Obst, Gemüse oder Nüssen. "Nüsse sind ein guter Energielieferant, weil diese nachhaltigen Kohlenhydrate länger verdaut werden."

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1 Kommentar zu Süßigkeiten am Arbeitsplatz : Wenn der kleine Hunger kommt

  • Alles schöne Theorien. In der Realität dürfen Mitarbeiter oftmals nicht direkt an ihrem Arbeitsplatz essen, sondern müssen dafür die Kantine oder den Pausenraum benutzen. Wobei es nicht überall Pausenräume gibt. In Kantinen ist es oftmals verboten, eigenes Essen mitzubringen. Was vom Kantinenessen zu halten ist, kann man sehr anschaulich in dem Bericht von Herrn Wallraff nachsehen.

    Auch hat die Wegezeit, die ein Arbeitnehmer zu seinem Arbeitsplatz zurücklegen muss, hat in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen. Von der Bundesagentur für Arbeit werden 1,5 Stunden einfache Wegstrecke mittlerweile als normal angesehen. Und es wird eine immer größere Flexibilität von den Arbeitnehmern verlangt, was die Arbeitszeiten betrifft.

    Je nach Arbeitszeit hat man abends gar nicht mehr die Zeit selbst zu kochen. Oftmals ist es viel zu teuer für nur 1 Person zu kochen. Es bleiben immer Reste übrig und man weiß oftmals nicht, wann man am Folgetag zuhause ist.

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