Trotz Fachkräftemangel: Arbeitgeber sind wählerischer geworden

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Trotz Fachkräftemangel: Arbeitgeber sind wählerischer geworden

Ein gutes Hochschuldiplom reicht Unternehmen häufig nicht mehr aus: Gefragt sind Absolventen mit ausgeprägten sozialen Fähigkeiten. Um diese potenziellen Mitarbeiter zu finden, lassen sich Konzerne von Rollenspielen über Wettbewerbe immer mehr einfallen.

Gute Prüfungsnoten und ein Abschluss im richtigen Fach alleine sind für Hochschulabsolventen noch keine Garantie für einen guten Job. Denn viele Arbeitgeber weltweit sind wählerisch geworden: Sie suchen nach Akademikern mit ausgeprägten sozialen Fähigkeiten - potenzielle Mitarbeiter, die teamfähig sind und ausdrucksstark, die sich rasch an veränderte technische und unternehmerische Bedingungen anpassen und mit Kollegen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen klarkommen.

„Soziale Fähigkeiten unterscheiden gute Hochschulabsolventen von überragenden Hochschulabsolventen“, sagt Joseph Krok, beim britischen Hersteller Rolls-Royce für die Zusammenarbeit mit Universitäten zuständig. Um herauszufinden, was Arbeitgeber weltweit von Graduierten erwarten, sprach die Nachrichtenagentur AP mit Dutzenden Personalleitern, Karriereberatern, Ökonomen und Studenten. Klar ist: Gefragt sind zunehmend Fähigkeiten, die nicht aus Studiennachweisen oder einem einzelnen Vorstellungsgespräch hervorgehen.

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„Die Arbeitgeber möchten einen vielseitigen Studenten“, sagt Jean Manning-Clark, Direktor des Karrierezentrums an der Colorado School of Mines. „Diejenigen, die zehn oder zwölf Jobangebote bekommen, sind die, die über starke soziale Fähigkeiten verfügen.“ Und um diese zu finden, lassen sich Unternehmen immer mehr einfallen. Sie lassen Bewerber Rollenspiele absolvieren um zu sehen, wie gut die Kandidaten mit Druck umgehen und wie sie mit anderen Menschen agieren. Sie bevorzugen Bewerber, die sich bereits in studienbegleitenden Praktika bewährt haben und organisieren Wettbewerbe, die zeigen, wie Kandidaten Probleme lösen.

„Früher war es das Vorstellungsgespräch selbst, in dem du deine Chance bei einem Unternehmen bekommen oder verspielt hast“, sagt Dan Black von der Beratungsfirma Ernst & Young. „Heute ist die Beurteilung ein viel längerer und umfassender Prozess.“ Es sei schwierig, Bewerber mit der richtigen Kombination aus Fachkenntnissen und sozialen Fähigkeiten zu finden, sagen Arbeitgeber weltweit. Nur 43 Prozent der 2832 Arbeitgeber, die die Beratungsfirma McKinsey in neun Ländern in Europa, Asien, dem Nahen Osten und Nord- und Südamerika befragte, erklärten, sie fänden in ausreichender Zahl fähige Berufseinsteiger.

McKinsey-Mitarbeiterin Mona Mourshed ist eine Aussage eines Arbeitgebers besonders in Erinnerung geblieben: „Ich habe noch nie einen Ingenieur wegen schlechter fachlicher Arbeit entlassen, aber ich habe einen Ingenieur wegen mangelnder Teamarbeit gefeuert.“ Und in einer Umfrage unter Arbeitgebern, die im April von der Vereinigung amerikanischer Hochschulen und Universitäten veröffentlicht wurde, erklärten 93 Prozent der Befragten, bei Mitarbeitern seien ihnen die Fähigkeit zu kritischem Denken, klarer Kommunikation und zur Lösung komplexer Probleme wichtiger als ein Hochschuldiplom.

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