Überstunden, Niedriglöhne: So arbeitet Deutschland

Überstunden, Niedriglöhne: So arbeitet Deutschland

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Elf Prozent der Deutschen arbeiten mehr als 48 Stunden in der Woche

Pendeln, Arbeitszeiten, Löhne: Wie sieht der Arbeitsalltag der Deutschen aus? Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Zahlen veröffentlicht, die zeigen, wo auf dem Arbeitsmarkt es noch Optimierungsbedarf gibt.

Faire Arbeitszeiten, gute Löhne und kurze Arbeitswege – all das sind Dinge, die die Zufriedenheit am Arbeitsplatz beeinflussen. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte am Mittwoch Zahlen und Umfrageergebnisse zu Faktoren, die für die Deutschen die Qualität der Arbeit ausmachen. Diese sollen zeigen, wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Durchschnittlich arbeitete der deutsche Vollerwerbstätige demnach im Jahr 2016 etwa 41 Stunden in der Woche - also etwas mehr als acht Stunden am Tag. Damit hat die durchschnittliche Arbeitszeit seit 1991 um drei Stunden abgenommen. Das gilt aber nicht für alle Arbeiter: Etwa elf Prozent der Vollzeiterwerbstätigen arbeitet überlange, also mehr als 48 Stunden pro Woche.

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Überlanges Arbeiten weit verbreitet

Vor allem ältere Männer, die häufig in Führungspositionen arbeiten, sind von den langen Arbeitszeiten betroffen. Aber auch Selbstständige, die sich selbst aussuchen, wie lange sie arbeiten, sind betroffen. Bei ihnen arbeitet mehr als die Hälfte überlange. Georg Thiel, Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes, schlussfolgert: „Überlanges Arbeiten ist bei Führungskräften und vor allem Selbstständigen fast normal.“ Arbeiten unter hohem Arbeitstempo und Termindruck bestimmt häufig den Berufsalltag.

Vollzeiterwerbstätige, die mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten

  • 55- bis 64-Jährige

    Bei den über 55-Jährigen kommen die überlangen Arbeitszeiten am häufigsten vor: 14,4 Prozent der Beschäftigten arbeiten mehr als 48 Stunden in der Woche.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2017/Arbeitsmarkt/Pressebroschuere_Arbeitsmarkt_2017.pdf?__blob=publicationFile

  • 45- bis 54-Jährige

    Auch bei den Menschen im mittleren Alter wird zu viel gearbeitet: 14,3 Prozent arbeiten überlange.

  • 35- bis 44-Jährige

    Bei den 35- bis 44-Jährigen arbeiten 12,2 Prozent mehr als 48 Stunden in der Woche.

  • 25- bis 34-Jährige

    Hier gibt es schon deutlich weniger Überstunden: Bei den Beschäftigten zwischen 25 und 34 arbeiten 7,7 Prozent mehr als 48 Stunden in der Woche.

  • 15- bis 24-Jährige

    Am seltensten kommen überlange Arbeitszeiten bei den Menschen unter 25 vor: Nur 1,9 Prozent von ihnen geben an, mehr als 48 Stunden in der Woche zu arbeiten.

Dazu kommt, dass Arbeitnehmer immer häufiger außerhalb der normalen Bürozeiten arbeiten: Das Wochenende ist nicht mehr heilig und Erwerbstätige arbeiten auch abends und nachts. Der Anteil der Erwerbstätigen, die abends arbeiten, ist seit 1992 um knapp zehn Prozentpunkte gestiegen. Auch die Nachtarbeit hat um ein Prozent leicht erhöht.

Besonders Selbstständige tendieren dazu, ihre Arbeit aufs Wochenende oder in die Abendstunden zu verlegen. Die Hälfte der Selbstständigen hat 2016 regelmäßig zwischen 18 und 23 Uhr gearbeitet, mehr als die Hälfte von ihnen arbeitet am Wochenende. Bei den Angestellten arbeitet etwa jeder Vierte abends oder am Wochenende. Nur nachts arbeiten die Angestellten mehr als die Selbstständigen: Zwischen 23 Uhr und 6 Uhr arbeiteten etwa neun Prozent der Arbeitnehmer, während es bei den Arbeitnehmern nur etwa sechs Prozent waren.

Arbeitswege unter 30 Minuten

Je schneller der Weg zur Arbeit zurückgelegt ist, desto mehr Zeit bleibt für Freizeit, Freunde und Familie. Bei den meisten Deutschen ist der Weg zur Arbeit auch überschaubar, etwa zwei Drittel der Beschäftigten brauchen weniger als 30 Minuten zum Arbeitsplatz. Etwa jeder Fünfte braucht mehr als 30 Minuten, ist aber immer noch weniger als eine Stunde unterwegs. Nur etwa fünf Prozent der Erwerbstätigen brauchen eine Stunde oder länger zur Arbeit. Das meistgenutzte Fahrzeug ist beim Pendeln das Auto.

Dauer des Arbeitswegs

  • 1 Stunde und länger

    5,6 Prozent der Vollzeitbeschäftigten brauchen eine Stunde und länger zur Arbeit. Bei den Teilzeiterwerbstätigen sind es nur 2,9 Prozent.

    Quelle: Statistisches Bundesamt

    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2017/Arbeitsmarkt/Pressebroschuere_Arbeitsmarkt_2017.pdf?__blob=publicationFile

  • 30 bis unter 60 Minuten

    24,4 Prozent der Vollbeschäftigten brauchen zwischen einer halben und einer Stunde Zeit auf dem Weg zur Arbeit. Bei den Teilzeitbeschäftigten sind es 16,4 Prozent.

  • 10 bis unter 30 Minuten

    Bei den Vollbeschäftigten braucht fast die Hälfte (47,1 Prozent) zehn bis 30 Minuten zur Arbeit. Bei den Teilzeitbeschäftigten sind es sogar noch mehr, 48,5 Prozent verbringen auf ihrem Arbeitsweg zwischen zehn und 30 Minuten.

  • Unter 10 Minuten

    Bei den Beschäftigten in Vollzeit brauchen 19,2 Prozent unter zehn Minuten zur Arbeit. Unter den Teilzeitbeschäftigten sind es sogar 29,8 Prozent.

  • Ständig wechselnde Arbeitsstätte

    Unter den Festangestellten wechseln 3,7 Prozent ständig ihre Arbeitsstätte und haben deshalb unterschiedlich lange Anfahrtswege. Bei den Teilzeitangestellten sind es 2,4 Prozent.

Dabei haben Teilzeiterwerbstätige und Selbstständige meist die kürzesten Arbeitswege. 29,8 Prozent der Teilzeiterwerbstätigen benötigten unter zehn Minuten für ihren Arbeitsweg. Bei den Selbständige braucht ungefähr jeder zweite kürzer als fünf Minuten. Unter den Vollzeiterwerbstätigen hingegen liegt der Anteil derjenigen, die weniger als zehn Minuten brauchen, bei unter 20 Prozent.

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